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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-12-08 · Heft 39 (8.12.1886) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 39 (8.12.1886)
Date
1886-12-08
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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\ — 7׳ — Synagogen und die Umfassungsmauer für deu ueueu Begräbnisplatz über Mark 40.000 verausgabt worden. Vier Gemeindeschuleu haben Zuschüsse im Betrage von Mark 271.397 erhalten, exclusive einer Turnhalle, deren Bau circa Mark 20.000 gekostet hat. Einen hervorragenden Platz nimmt die Armen-, Kranken- und Waisenpflege ein, die nebst anderen für diverse humanitäre Zwecke aufgewandten Summen mehr als Mark 463.000 erforderte. DaS Gesauunt-Cultus- Budget der vier Synagogen beträgt nach den im Anfang mitgetheilten Special Rechenschaftsberichten über Mark 400.000, wovon mehr als die Hälfte auf die neue, circa Mark 109.000 auf die alte, circa Mark 60.000 auf die Kaiserstraße-Synagoge und circa Mark 16.000 auf »Philharmonie" - entfallen. UnS fehlen die Rechenschaftsberichte der anderen Berliner jüdischen Gemeinden, wie der Reiormgemeinde, der Synagoge au der Potsdamer Brücke, der Synagoge des israelitischen Zielkgionsvereiiis N. Chausseestraße 23, der . Adaß Jisrocl" unter Rabbin r Herrn Dr. Hildesheimer, der »Adaß Jeschnruu', Finckenstraße 50, der ,Ahawas Reim", der , Schochare Hattow" u.s. w. Wir kämen da noch zu gang anderen Resultaten. §011öns. (Vorstandswahl.) Zum Vorsitzenden des Synagogen- Vorstandes der hiesigen Gemeinde wurde Herr Ferdinand Lichtenstein einstimmig gewählt, und ist die Wahl bereits von der königlichen Negierung zu Frankfurt a. O. bestätigt worden, worauf Herr Lichtenstein in fein neues, mühevolles Ehrenamt vom Vorstands-Collegium feierlichst eingeführt wurde. Diese überaus glückliche, unS Allen zum Segen gereichende Wahl wurde von fämmtlichen Mitgliedern unserer Gemeinde mit uugetheilter Freude begrüßt. Möge Gott mit unserm neuen Präses und feinem Wirken und Schaffen stets sein, und mögen die sehnlichsten Wünsche seines Herzens, die cdlcn Absichten des Herrn Liechtenstein, dem Ewigen, nnserem Gotte, ein neues, würdevolles und prächtiges HauS zu bauen, recht bald in Erfüllung gehen und vom schönsten Erfolg gekrönt sein. — Vor acht Tagen feierte der hiesige Turner-Gesangverein Hierselbst das 25jährige Jubiläum seines Bestehens. Dieser Gesangverein wurde im Jahre 1861 vom Herrn Processor Emil Breslauer (jetzt in Berlin), welcher damals als Neligionslehrer und Chorführer der hiesigen Synagogen-Gemeinde fungirte, in's Leben gerufen. Bei dem Stiftungsfeste wurde selbstredend in erster Reihe des hochverehrten Begründers in ehrenvollster und dankbarer Weise gedacht. A. Z: H^arrs. Tie Vlldgetcommissioil hat den Etat des israelitischen Cultns für 1887 folgendermaßen normirt: Der Großrabdiner des Centralconsistoriums 12.000 Francs, der Großrabbiner des EonsistorriumS von Paris 5000 Francs, acht Großrabbiner der Cousistorien zu je 4000 Francs 32.000 Francs, vier Gemeinderabbiner zu je 2500 Francs — 10.000 Francs; zwei zu 2100 Francs — 4200 Francs; drei zu 2000 Francs — 6000 Francs; einer zu 1950 Francs; fünf zu je 1900 Francs — 9500 Francs; drei zu 1850 Francs — 5550 Francs; sechs zn 1750 Francs — 10 500 Francs; drei Vorderer zu 2000" Francs — 6000 Francs; zwölf zu 1000 Francs — 12.000 Francs; einer zu 900 Francs; zwei zu 700 Francs — 1400 Francs; fünf zu je 600 Francs — 3000 Francs. Die Gehalte aller Cultusbeamten, soweit sie der Staat honorirt, belaufen sich auf 120.000 Francs, wovon jedoch wegen Vacanz 2000 Francs abzuziehen. Außerdem erhält der Großrabbiner des Centralconsistoriums einen Wohnungszuschuss von 2000 Francs, Unterstützungen der Cultusbeamten 8000 Francs; Verwaltungskosteu der Consistorien 5900 Francs. Gesondert hiervon ist der Etat von Algerien: der Großrabbiner von Algier erhält 6000 Francs; die beiden- Großrabbiner von Constautine und Oran je 5000 Francs — 10.000 Francs; drei Gemeinderabbiner zu je 3000 Francs — 9000; im Ganzen also beträgt der Etat 158,900 Francs, wozu noch Verwaltuuzskosten für das israel. Seminar 22.000 Francs kommen. Früher betrug der Etat für den israel. Cultus über 220.000 Francs. Für die Protestauten und Israeliten zusammen sind noch für Reparaturen der Cultusgebäude 8000 Francs ausgeworfen. Mau sieht, dass diese vom Staate gebotenen Mittel für den Unterhalt der Beamten, sowie für den syna- -gogalen Dienst lange nicht ausreichen, so dass schon jetzt die Gemeinden es nicht an Opfer für diese Zwecke fehlen lassen dürfen. Attkmrischks. Polnische Ghettogeschichten von Sacher- M a s o ch. Wien 1886. — Soeben ist unter diesem Titel eine Sammlung von Erzählungen aus heni polnische«! Ghettoleben, das in Sacher- Masoch einen so trefflichen Darsteller gefunden, erschienen. Gleich den übrigen Werken dieses beliebten Autors finden wir auch in diesen Geschichten lebenswahre Darstellung mit künstlerischer Form, spannender Handlung und einer reichen Fülle von originellen Charakt reu vereinigt, und wir könueu sie daher unseren Lesern bestens anempfehlen. Als Probeuummer veröffentlichen wir die Erzählung ,der Dalles des rothen Pfeffermann." Populär-wissenschaftliche Mouatsblätter zur Belehrung über das Zudenthnm für Gebildete aller Confessionen. Organ des MendelSsohn-VereinS in Frankfurt a. M. Heransgegeben von Dr. Adolf Brüll. Preis 6 Mark — 3 fl. ö. W. — 2 Rubel. Diese Blätter enthalten gediegene populär geschriebene Aufsätze von den hervorragendsten Schriftstellern der Gegenwart aus allen Ländern. Wegen des reichbaltigen Stoffes und der gediegenen Tendenz erfreuen sich die Mouatsblätter mit Recht allgemeiner Anerkennung und sollen in keinem gebildeten Hanse fehlen. Durch die trefflich geführte Monatsschan. die auf Grund von Qriginalberichten ein Gesammtbild aller Ereigniße d-s ZudenthumS bietet, wie durch die reichen umfassendcu litterarischen Mittheilungeu und Berichte über neue Erscheiilllngen, sind die Mouatsblätter zu einem unentvehrlichell Bedürfnis der gebildeten Juden geworden. Der allmonatlich beigelegte Stellenanzeiger und die Jnseratenbeilag׳ bringen Vacanzen ans allen Ländern, und werden Inserate mit nur 20 Pf. pro gespaltene Zeile berechnet. Alle Postanstalteu und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. Wegen directer Zusendung beliebe man sich an die Nedaction der Mouatsblätter in Frankfurt a. M., Sandweg 48, zu wenden. Frühere Jahrgänge der Monatsblütter werden für 4 Mark abgegeben. Correspondenz der Nedaction. T. in Stck. Bestätigen dankend den eingesandten Betrag- Die Bestätigung erfolgt nur über ausdrücklichen Wunsch. Rüb. in A. Wi stellen Ihnen die uns rugesandten Compositionen zurück. D. in Sz. Wegen Best llnng eines GradmonumenleS wollen Sie sich vertrauensvoll an den bewährten Stadt-Steinmetzmeister M. Sonnenschein, III., Adamc-gasse 5 (i. Inserat) wenden. Kt. in Sz. Sie haben bis Ende December l. I. beglichen. Z. in C- Eingesandter Arcikel leider nicht verwendbar. Recenfivn ohne RecenfionScxemplar unmöglich. Abonnementsnnd Jnsertionsbeträge sind in der Nedaetion, Wien. II., Novaragasie 2V. zahlbar. Unentbehrlich für jeden Haushalt ist das k. k. priv. patentirte ־ Phönix-Silber-Essbesteck, bleibt ewig weiss und dauerhaft wie echtes 131öth. S'.lber. Wir sind zn dem alleinigen Verkauf obigen Phönix-Silbers bereclitigt und geben selbes zu dem staunenswert!! billigen Preise ab: 6 Stück Tafelmesser mit eingenieteten Stahlklingen .... fl. 2.— 6 St. massive patent. 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