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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-11-22 · Heft 37 (22.11.1886) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 37 (22.11.1886)
Date
1886-11-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische (T Pränumeralious-Prris Kür Aereinsmitgtikder: Ganzjävrig . - .fl. 5.— Halbjährig - - - fl- 3.5V Vierteljährig . - st. 1.25 Monatlich ... . fl- —■4s Kür zttchliuitgtteder: Ganzjährig ... fl. Halbjährig ... st. 3.— Vierteljährig . st. 1.50 Monatlich . . . fl. —-5V Kür das Anstand: ׳- Ganzjährig - . - fl- 12 Mark oder 6 Rubel. II O r g a 11 die Gerammt-Illterrssen Mischer Gaiityreu. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Icrk«>6 HZcrrrer7. ^ßcdncitan U116 Admirristration 1U i e 11. II., Novaragaffe 27. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht rerournirr. Nr. 3? Wien, 22. November 1886. 6. Jahrgang. Win», am 21. November 1886. Es ist wahrhaft keine leichte Arbeit, der wir uns seit sechs Jahren unterziehen, auf dem Wege der Oeffentlichkeit nämlich für die Interessen des Cantorenstandes thätig zu sein, und wenn wir eine rückfchaueude Betrachtung über dieselbe anstellen, so muß es uns fast Wunder nehmen, dass die traurigen Erfahrungen und die mannigfachen Anfeindungen, denen wir während dieser Zeit ansgesetzt waren, uns nicht schon längst alle Luft und Liebe benommen haben, auf der Durchführung jenes Programmes, das uns bei Gründung dieses Blattes vorschwebte, auch fernerhin zu beharren. Und sonderbarerweise nicht von Außen drangen diese Schwierigkeiten auf uns ein, nicht aus jenen Schaaren, die naturgemäß den Bestrebungen der Cantoren abhold sein müssen, sondern von Seite unserer College», aus jenen Kreisen, die durch Gemeinsamkeit der Interessen mit uns innig verbunden sein sollten, erwuchsen uns die verschiedensten Widersacher. Zur Beurtheilung der Frage, ob die mangelnde Unterstützung oder offene Feindseligkeit eine berechtigte oder unberechtigte ist, ist es nothwendig, einen Maßstab an unsere bisherige Thätigkert anzulegeu. Welcher ist nun der richtige Maßstab? Nach unserer Meinung einzig und allein die Feststellung der Thatsache, .ob gleiche oder ähnliche Bestrebungen unter gleichen oder ähnlichen Verhältnißen von größerem Erfolge begleitet waren oder nicht. Nun einen solchen Vergleich können wir mit ruhigem Gewissen aushalten. Die beiden collegialen Fachblätter in Deutschland und Ungarn stehen, trotzdem sich namentlich das erstere einer größeren Unterstützung von Seite seiner College»- schaft erfreut, gewiss nicht auf einem höheren, geistigen Niveau als das unserige; und was Las Verhältnis der einzelnen Fachblätter zu den betreffenden Vereinen, resp. die Theilnahme an den Erfolgen derselben betrifft, können wir auch hier nicht zurückstehen, da ja zu wiederholten Malen von auswärtigen Collegen auf. die größeren Errungenschaften des österr.-ungar. Cantoren- Vereines hingewiesen und das hier merkbare Vorwärtsschreiten den übrigen Vereinen als nachahmungßwürdiges Exempel vorgeführt wurde. Hiedurch glauben wir klar bewiesen zu baben, da!s dev Grund der oben angedeuteten mislicken Verbältniße keineswegsin der Wirksamkeit der Cantoren-Zeitung selbst liegt, sondern dass er, wie wir im Folgenden darlegen wollen, auf rein persönliche Motive zurückzuführen ist, ein Uebelstand, der bei Vereinigungen, wo der Einzelne sein Interesse dem Wohle der Gesammtheit unterordnen muß, böMFol.gL1r-.na.ch sich,zieht. .. Wenn ein College beispielsweise ein Elaborat einsendet, das nicht sach- und zeitgemäß und demnach zur Veröffentlichung untauglich ist, oder ein Lobeshymnus auf seine oder ein Pasquill auf eine andere Person dankend abgelehnt werden muß, so sagt er sofort sein Gefolge auf; wennweiters Jemand mit Abonnementsbeträgen bedeutend im Rückstände ist und der Redaction nach wiederholten Bitten und Mahnungen schließlich kein anderes Mittel übrig bleibt, als auf legalem Wege die Ausstände einzufordern, so ist er gleich ein geschworener Feind und keine Farbe ist ihm zu schwarz, um das uncollegiale Gebahren der Zeitung auszumalen. Da gibt es Vorwürfe über Vorwürfe, und wären sie noch so unberechtigt, bald sinden sie ein gläubiges Publikum, das ohne Prüfung Verdächtigungen jeder Art mit einem einer besseren Sache würdigen Eifer in Umlauf setzt. Auf einer anderen Seite erhebt sich wieder eine Stimme, die die Behauptung aufstellt, dass die Cantoren-Zeituug alljährlich eine Unsumme Geldes abwirft, und dass der Herausgeber, damit nicht zufrieden, noch an den Verein herantritt. Hiemit wird auf die Entschädigung hingewiesen, welche die Cantoren- Zeitung bis Ende vorigen Jahres für die verschiedenen Verlautbarungen der Vereinsangelegenheiten erhielt. Die betreffenden Herren vergessen dabei aber ganz, dass der Verein hiedurch die Drucklegung und Versendung all' dieser Verlautbarungen ersparte, dass ferner die Nedaction zahlreichen Collegen, die absolut nicht in der Lage sind, ein materielles Opfer zu bringen, die Zeitung gratis oder zu bedeutend ermäßigtem Preise zusendet, und weiter auch mehreren Gönnern des Vereines, um sie von unseren Bestrebungen in Kenntnis zu erhalten, Freiexemplare übermittelt. Soweit wir informirt sind, wird der ״jüdische Cantor" in Bromberz für die Veröffentlichung von Vereinsmitlheilungeu vom deutschen Cantorenvereine ebenfalls

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