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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-11-14 · Heft 36 (14.11.1886) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 36 (14.11.1886)
Date
1886-11-14
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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׳ihre Nuerfabrenheit sich zu Nutzen machen möchten, und endlich 75') für die Angekommeneu geeignete Arbeit und Stellung zu be- ׳sorgen. Unser Aufruf ist vornehmlich an die Gemeinde von Newpork gerichtet, da gerade hier die Meisten unserer Einwanderer anlangen Mnd sich von hier aus über die Vereinigten Staaten verbreiten, da .ferner auch gerade hier die Verführung. welche der Unerfahrenen sich .bemächtigen möchte, ihren Hanplsitz anhpschlagen hat. Zahlreiche Ein- .Wanderer, welche sich in Europa mit Eisenbahnbillets versehen haben (gleichzeitig mit ihren Schrffskarten), um von hier in das Innere der Vereinigren Staaten zu reisen, werden durch daS Treiben dieser Spitzbuben um den Besitz der Brllets gebracht, und da sie Nicht wissen, wie sie sich Neckt schassen können, fallen sie der hiesig n Gemeinde zur Last. Hunderte von Fällen ereignen sich allwöchentlich, in welchen -Einwanderer um ihr Gepäck kommen, sei es durch unachtsame Be- Handlung der Dampfschiffagenturen oder durch Versehen der Gepäckbeamten an den verschiedenen Lagerplätzen. Da ereignet es sich hänsig, dass ein Vertreter uufens Vereins ihnen durch sorgfältige Nachforschung nach den abhanden gekommenen Gepäcksstücken wieder zu ihrem Eigeitthum vcrhilft. Noch hänsiger kommt es vor, dass unredliche Logiehausbesitzer und Andere sich der Neuankömmlinge bemächtigen und sie der letzten Geldmittel und Habjeligkeiten berauben, die sie .mitgebracht haben. Um solchem und ähnlichem Misgeschick entgegenzuwirken, dem unsere Einwanderer bei ihrer hiesigen Ankunft ansgesetzt sind, gebraucht der jüdische Einwandecer-Hilfsverein eines oder mehrerer Agenten für den Empfang der Ankömmlinge in Castle -Garden und zur Vertretung ihrer Anliegen vor den Behörden, so dass auf beiden Seiten Jrrthum .rder Misverständnis ausgeschlossen ist — sowie ferner um ihre Bedürfnisse und die besondere Art und Weise kennen zu lernen, in welcher ihnen Beistand und Schutz zu gewähren ist, und endlich um die Freunde und Verwandten der Ankömmliuge sofort von ihrer Ankunft in Kenntnis zu setzen, damit sie sie erwarten oder abholen lassen können. Wir bedürfen ferner eines Agenten, um Stellung für solche Einwanderer zu suchen, die in der hiesigen Stadt verbleiben. Alles dies erheischt Ausgaben, und wir Wenden uus deshalb an die Theilnahme unserer Brüder, dass sie unS in unseren Bestrebungen unterstützen. Ferdinand Levp, Präsident, j Henry Gersoui, Secretär". — Welchen Erfolg dieser Aufruf haben . wird, bleibt abzuwarten, ebenso, in welchem Geiste der Hilfsverein j seine höchst lobenswerthen Ziele auszuführen gedenkt. Die wahre, echte! Menschen- und Bruderliebe richtet nicht und mäckelt nicht an dem bedürftigen Mitmenschen und Mitbruder. Ihr genügt es, dass ein Mensch, ein Bruder in Noth und Elend ist, um zu helfen, soweit sie vermag. Hoffentlich denkt der ״Einwanderer-Hilfsverein^' ebenso und handelt danach. (Jeschurun.) Wncarest. In Folge eines Circulärs des'Ministers des Innern vom vorigen Jahre ist in Rumänien die ״Gabelte' überall aufge- Hoben, beziehungsweise verboten worden." In der ersten Zeit kehrten sich die Fleischhaeur in Jassy an dieses Verbot nicht und gaben nach wie vor, bei Aufrechterhaltung derselben Fleischpreise, freiwillig der israelitischen Gemeinde ihren seitherigen Beitrag, den Preisaufjchlag, ׳welcher dazu diente, die israelitischen Gemeindeinstitutkonen zu unter-!halten. Später schien es den Fleischern denn doch vortheilhafter, den Preisaufschlag für sich zu behalten, verkauften aber das Fleisch weiter mit einem Franc das Kilo. Als dies allgemein bekannt wurde, fassten sämmtliche Gemeindemitglieder beu Entschluss, bei den vorhandenen ,,Häckern" kein Fleisch mehr zu kaufen, und führten den Entschluss acht Tage lang durch. Die Häcker erlitten dadurch enorme Verluste, da selbst die Christen, von denen auch in Rumänien viele gern Koscher-Fleisch essen, das Fleisch nicht kauften, von dem sich auch die Israeliten enthielten. Darauf bildete sich ein Verein, der sich die Aufgabe stellte, zu billigen Preisen Koscher-Fleisch zu beschaffen und vermittelst einer freiwillig vereinbarten Taxe (gewöhnlich 4—8 Pfg. «ruf das Kilo) die Mittel zur Erhaltung der Gemeindebeamten, als Rabbiner, Schochtim re-, sowie der Gemeindeanstalten zu erlangen. Schön und anerkeunenswerth ist dies Vorgehen, — in Rumänien hält jedoch die Freiwilligkeit, sowohl die Vereine als auch der ,Häcker", jedesmal nur sehr kur; an. Coerespondenz der Nedaetion. L. in Neuh. Sie haben bis Ende De;, noch einen Rest von 2 fl. N. in Jiä. Sie restiren noch bis Ende Dez. 2 fl. 50 kr. Ab. in L- Ihr Eingesendet erscheint in nächster Nummer. R. in N. Für diese Nummer zu spät eingelangt. Erscheint in nächster Nummer. Um Einsendung der Rückstände werden die geehrten Herren Abonnenten dringend ersucht. Die Redaction. Abonnements- und Znsertionsbeträge sind in der Nedaetion, Wien. II., Novaragajse 22, zahlbar. §^ö<SS״B< Im Verlage von M. 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