Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 35 (6.11.1886)
- Date
- 1886-11-06
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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nehmuugeu gehört das Schächten zu den' raschen, die Schmerzen nach 'Thuulichkeit beschränkenden Tödtuugsarten. Vergleichungen, betreffend das Maß der Schmerzen, welche -bei den verschiedenen, bei uns znlässig erklärten Tödtuugsarten verursacht werden, sind Operationen von ' wenig Zuverlässigkeit, die wir daher unterlassen. In der That handelt es sich ja immer um Vorgänge, welche in der kürzesten Zeit ablaufen, und um Empfindungen, über die zum Theil .nur die menschliche.Erfahrung Auskunft gibt, so dass man für Thiere auf die in solchen Fragen unsichere Basis der Analogieschlüsse angewiesen ist. — Zu den Verbesserungen des Schächtens, welche in Langenthal eingeführt sind, gehört der Gebrauch der Matraze beim Niederlegen. Ueber die Häufigkeiten von Verletzungen bei der Lagerung stehen uns keine Angaben zur Verfügung; wir halten deren Vorkommen für möglich und das vorgeschobene Strohlager zur Verminderung der Zahl derselben geeignet. Dagegen verlängert der Gebrauch der Matraze die Vorbereitungen um einige Secunden. Der Genickl'tich nach dem Schächten fällt in die Zeit der llmuebluug des Bewusstseins und sein Nutzen für das Schlachtopfer ist zweifelhaft, dagegen kürzt er die vom Willen unabhängigen Thätigkeiten ab. . . Ans den angeführten Gründen sind wir der Ansicht, dass 1. das gut durchgeführte Schächten keine Thierquälerei ist; 2. die Verwendung der Matraze gelegentlich von Nutzen sein kann; 3. es dagegen zweifel- Haft ist, ob der nachträgliche Genickstich die Todesschmerzen vermindert". L. J. Werv-Aork. Montag den 25. October wurde das hebräische Damenseminar, Ecke der Leseingtonavenue und Straße 58 wieder eröffnet. Die Damen, welche voriges Jahr die Dorbereitungsclasse bildeten, werden Heuer eine höhere Abtheilung bilden, während eins neue Classe ans Hörerinnen des Normal-College oder Lehrerinnen der City gebildet wird, mögen sie nun ihren Beruf ausübeu oder nicht, welche um die Aufnahme anfnchen. Die Classe des Normal-College vom Jahre 1886 zählte 36 jüdische junge Damen. Einige von ihnen, oder vielleicht alle werden den Wunsch haben, das hebräische Seminar zu frequentiren, um sich zum Unterrichte des Hebräischen in unseren Stadtschulen zu qualisicireu, an welchen ein Mangel an praktisch geschulten Lehrern besteht. — In der Staats-Zeitung war die romantische Geschichte der Gräfin Constanze von Cosel, einer Geliebten des Königs August des Starken, welche 60 Jahre (1716—1766) in der Festung in Stol - Pen gefangen war, erzählt. Während ihrer langen Gefangenschaft zeigte sie ein großes Interesse für's Judenthum. Sie widmete einen großen Theil ihrer Zeit dem Studium, besonders dem des alten Testamentes, und correspondirte lebhaft mit Inden. Sie diseutirte verwickelte, talmudische und rabbiuische Probleme und brachte Bedenken gegen die Lehren des christlichen Glaubens vor. Ohne dass sie förmlich den jüdischen Glauben annahm, was ohne Zweifel an großen .Hindernißen gescheitert wäre, lebte die Gräfin mehrere Jahre lang als fromme Jüdin. Sie hielt den Samstag als ihren Ruhetag, aß kein Schweinefleisch, keine Vögel, die erwürgt wurden, und keine Fische ohne Schuppen. Sie wohnte dem christlichen Gottesdienste während der größten Zeit ihrer Gefangenschaft nicht bei. Dies e Thatfachen sind bezeugt durch den officiellen Bericht eines öffentlichen Functionärs des religiösen Glaubens der Gräfin. ' 172. H^alästina. Die Colonisation in Palästina hat eine neue, willkommene Förderung erhalten. Im Osten des Jordans, nicht weit von Tiberias, wurde eine neue Colonie gegründet, genannt Naehalat b’nei Jehuda. Ein großes Landgebiet wurde angekauft, und die Colonisten sind .schon in ihre neuen Wohnungen gezogen. Die -Colonie ist dadurch ausgezeichnet, dass alle ihre Ansiedler Bürger von Jerusalem sind, welche es vorziehen, hart zu arbeiten, anstatt von der Mildthätigkeit ihrer Glaubensgenossen abzuhängen. Ihre Mittel sind sehr beschränkt, doch hoffen sie alle Schwierigkeiten bekämpfen zu können. Gründlings- und Vereinsiieitriige. PH. Basfl, Wien, halbjährigen Beitrag. L. Blum, Schlau, vierteljährigen Beitrag. I. Blum, Troppau, vierteljährigen Beitrag. H. Bermanu, Böhm.-Leipa. vierteljährigen Beitrag. I. Popper, Kohljanowitz, halbjährigen Beitrag. A. Freisinger. Pilsen, halbjährigen Beitrag. D. L. Notter, Wien, halbjährigen Beitrag. S. Notter, Horazdowitz. halbjährigen Beitrag. I. Friedmann, Wilhelmsburg, vierteljährigen Beitrag. S. Neumann, Ob.-Hollabrunn. halbjährigen Beitrag. M. Wodak, Mühlschüttl, vierteljäbrigen Beitrag. E. Popper, Eger, halbjährigen Beitrag. A. Fischer, Cassier. Abonnements- und Jnsertionsbeträge sind in der Nedaction, Wien. II., Novaragasie 23, zahlbar. Correspondenz der Nedaetion. Schönf. in T- Bestätigen den einqesandteu Betrag. Hör. in T. Wollen Sie nur bestimmt Ihr Versprechen ernlosen. E. Rüb. in Amsch. Für jetzt erscheinen keine Musikbeilagen; wir danken Ihnen allenfalls für Ihren guten Willen. Gruß. Ad. in L. Wir begrüßen Ihr Anerbieten mit Freude. Sie kennen wohl die Tendenz unseres Blattes. Bedauere, dass Sie von der copirten Composition nur Weniges benützen konnten. Betrag erhalten. Gesten Gruß. Rosenb. in Gr. Nachdem Sie nicht Vereinsmiiglied sind, haben Sie noch 25 kr. für je ein Quartal nachzutragen. Gruß. Pims. in Weitentr. Bestätigen dankend den eingesandten Betrag. llnonidolirliok sollen Haushalt das k. k. priv. patentirte Phönix-Silber-Essbesteck, bleibt ewig weiss und dauerhaft wie echtes I3!öth. Silber. Wir sind zu dem alleinigen Verkauf obigen Phönix-Silbers berechtigt und geben selbes zu dem staunenswert!! billigen Preise ab; 6 Stück Tafelmesser mit eingenieteten Stahlklingen .... fl. 2.— 6 St. massive patent. 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