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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-10-20 · Heft 33 (20.10.1886) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 33 (20.10.1886)
Date
1886-10-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische (T Prnmnneralions-Prri- Kür Zereiiismitglieder: Ganzjährig ... fl. 5.— Halbjährig ... fl. 2.Sv Vierteljährig . - fl- 1.25 Monatlich ... fl. —.45 Z-ür Aichlmitglieder: Ganzjährig ... fl. e.— Halbjährig . . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 Monatlich . . . fl. —.50 Kür das Ausland: Ganzjährig ... fl. — 12 Marl oder 6 Rubel. Organ die Gesummt-Iiitmsscii jüdischer Catitaren. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Icrk.c»6 Höcruev. Adnriiristratrorr IN i e n. II., Novaragciffe 27. ^Rcrlnci Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Nr. 33 Wien, 20. Oltober 1886. 6. Jahrgang. Wien, am 19. Brtolikr 1886. Von Seite eines wohlwollenden Collegen erhalten wir eine Zuschrift, die wohl eine erst vor Kurzem in diesen Blättern berührte Angelegenheit betrifft, die aber trotzdem ihres beherzigenswerthen Inhaltes wegen veröffentlicht zu werden verdient. Der geehrte Einsender schreibt: ־ ״Geehrte Nedaction! Als aufmerksamen Leser Ihres geschätzten Blattes drängt sich mir die eigenthümliche Erscheinung auf, dass, je mehr die österr.-ungar. Cantoren-Zeitung sortschreitet und je größer die Geltung und Beliebtheit wird, die sie selbst in nichtcantoralen Kreisen erringt, die Anzahl derjenigen Collegen, welche an Ihren Arbeiten auch activen Antheil nehmen und der Förderung der Interessen unseres Standes ihre geistigen Kräfte widmen, immer geringer wird. Mit einem Worte die Arbeiten, denen man Gediegenheit und Vortrefflichkeit gewiss nicht absprechen kann, rühren leider zum großen Theile nicht von Cantoren her. Abgesehen von unserem nach dieser Richtung hochverdienten Vereinspräses, der in unermüdlicher Thätigkeit in diesen Blättern zur Belehrung seiner Collegen sortwirkt, und noch einigen Wenigen, die leider nur von Zeit zu Zeit aus der von der österr.-nngar. Cantoren-Zeitung eröffneten Arena für die gute Sache des Cantorenthnms ihre geistigen Waffen schwingen, tritt das eantorale Element unter den Mitarbeitern immer mehr und mehr zurück. Diese traurige Erscheinung muß Jedermann beunruhigen, und es kann keinem ernstdenkenden Collegen gleichgiltig bleiben, wenn die geistige Regsamkeit, also gerade dasjenige Element, welches am meisten zur Hebung des Standes beiträgt, in Abnähme begriffen ist; die Constatirung dieser Thatsache ist geradezu eine Schande für das Cantorenthum. Täuschen wir uns nicht, wenn das noch länger so fortgeht, so wird auch Gleichgiltigkeit für die materiellen Interessen überhand nehmen, und die Errungenschaften der letzten Jahre sind auf Jahrzehnte zurückgedrängt. , Forsche ich mit vorurtheilsfreiem Auge nach der Ursache dieser bedauerlichen Thatsache, so scheint sie mir keineswegs in | einer gewissen Verdrossenheit und in der Enttäuschung über unerfüllte Versprechungen zu liegen, wie seinerzeit eia geehrter College in diesen Blättern nachzuweisen sich bemühte, denn wenn in dieser Beziehung irgend Jemandem ein Vorwurf zu machen ist, so müsste sich derselbe vielmehr gegen pflichtvergessene Vereinsmitglieder und säumige Abonnenten, als gegen den Vereinsvorstand oder die Redaction richten. Ebensowenig könnte man sich über Mangel an Material beklagen. Soweit ich mich erinnere, wurden zu wiederholten Malen höchst wichtige Themata angeregt, die einer eingehenden Besprechung und Erörterung würdig gewesen wären; aber leider blieben alle diese Anregungen erfolglos und wurden theils mit nichtssagenden Worten begrüßt, theils ganz und gar mit Stillschweigen übergangen. Da nun die Erfahrung der letzten Jahre gelehrt hat, dass es dem Cantorenthum nicht an Männern fehlt, die die nöthige Eignung besitzen, auf dem Wege der Oeffentlichkeit für unsere Sache zu wirken, so lässt sich aus den angeführten Thatsachen nur der eine Schluß ziehen, dass nämlich das Bewusstsein der Nothwendigkeit und Ersprießlichkeit eines Fachblattes bei einem großen Theile der Collegen, und ich muß es nachdrücklich betonen, gerade bei Jenen, die sich einer, besseren Stellung erfreuen, noch zu wenig Eingang gefunden hat. Leider wird diese Annahme auch durch die geringe materielle- Unterstützung, deren sich die Cantoren-Zeitung von Seite der Collegenfchaft erfreut, vollauf bestätigt. Niemand möge mir einwenden, dass die Lasten zu groß seien. Vierteljährig einen so minimalen Abonnementspreis zu bezahlen, kann Keinem, und verfüge er über ein noch so geringes Einkommen, schwer fallen, vorausgesetzt, dass er die Zahlung pünktlich leistet und nicht enorme Rückstände auflaufen lässt. Namentlich diese letztere Unsitte ist zu tief eingerissen und muß die Lebensader der Cantoren-Zeitung unterbinden. Eine solche Eventualität darf aber nicht nur so leichthin in's Auge gefasst werden, und es würde von großer Kurzsichtigkeit zeugen, wollten wir uns dem Wahne hingeben, dass hiedurch nur der Hcrausgeber unseres Fachblattes etwas verlieren könnte; ein viel größerer Schaden erwüchse daraus dem Cantorenstande, der mit frevelhaftem Leichtsinne das mühsam aufgebaute Werk preisgeben würde, um dann später zu

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