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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-10-08 · Heft 32 (8.10.1886) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 32 (8.10.1886)
Date
1886-10-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch ungarische r=-;-_ P v ä numerations-P re i ז■ Aür Hrercinsuritgticder: Ganzjährig ... fl. .5.— Halbjährig - - - fl. 2.SO Vierteljährig ׳ - fl. 1-25 Monatlich - . - st- —•45 Aür Aichtmitglieder: Ganzjährig ... fl. 6.— Halbjährig ... fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 Monatlich ... fl. —.50 Kür das Ausland: Ganzjährig ... fl. T.— 12 -Mark oder 6 Rubel. O 1• g a 11 Gesummt-Iuterr55kn Mischer Cantarcn. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Icrkc>6 ZAcruev. ^ed« citcm Adrnrrrrstration W t e 11, II., Novaraga sse 27. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht rerournirt. Nr. 32 Wien, 8. Oclober 1886. 6. Jahrgang. Einladung zur Pränumeration auf die österr -unyar Cantoren - Zeitung. Nut t- Dctober hat das 4. Quartal dieses Jahrganges begonnen; wir ersuchen daher unsere geschätzten Herren Abonnenten das Abonnement rechtzeitig zu erneuern und den Abonnementsbetrag uns in den nächsten Tagen zuverlässig einzusenden, damit die regelmäßige Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Für die Veröffentlichung von Loncursen, wie für Inserate und Annoncen aller Art hat sich die Lantoren-Zeitung besonders geeignet erwiesen, da sie im In- und Auslande verbreitet ist und die Insertionsgebühr billigst berechnet wird. Die nächste Nunnner erscheint Mittwoch, den 20. Gctober. Die Administration der österr.-ungar. (Lantoren-Zeitung. Ueber die Entwickelung des Synagogen- Gesanges. Von Ober-Cantor I. Singer in Wien. H. Serie. VII. Einen reichhaltigen und interessanten didactischen Stoff liefern die von Lewandowski in Lol rinnoh utefillah veröffentlichten Cantorrecitative, sogenannteu traditionellen Gepräges. Wir stehen nicht an, dieselben nach den Ergebnißen des in der Broschüre ,die Tonarten des traditionellen Synagogcngesanges' entwickelten Systemes zu beleuchten, selbst aus die Gefahr hin, von leichthin, urtheilenden oder voreingenommenen Fachgenoffeu der Eigenliebe geziehen zu werden. Die unbeeinflusst und streng logisch denkenden Leser, die den Inhalt der Broschüre ״die Tonarten rc." kennen, und dis Besprechung des vorliegenden Lewandowski'schen Werkes mit uns ans Schritt und Tritt verfolgen, dürften zu einer andern Ansicht gelangen*). Wir beginnen beim allerersten traditionellen Ca. torrecitativ Adonoj moloch Nr. 14, und es befremdet, dass Lewandowski die Piece in der reinen O-Our-Tonart verzeichnet, indem überall die große Septime OH auftritt, als ob der Autor von dem Vorhandensein einer 716020) moloob-Tonart (Steiger) gar keilte Kenntnis hätte. Allein dem ist in Wirklichkeit nicht so; Lewandowski kannte den Adonoj moloeb-Steiger mit seiner charakteristischen kleinen Septime; denn beinahe zum Schlüße der Nummer, und zwar bei den Texlesworten 660360110 neemnu meod kann er sich, des Zaubers dieser geradezu zwingenden Ton-Pointe nicht erwehren, und die kleine Septime OB tritt durch die fünfmalige Anwendung gleichsam ihre volle Berechligung betonend, als unumstößlicher Beweis dafür auf, dass der Componist mit der Charakteristik des Adonoj moloch-Sretger vollständig vertraut war. Man wende nicht ein, dass die kleine Septime C-B zum Schlüße lediglich als Modulation nach F-Dur nölhig sei; denn in diesem Falle müssie der zweistimmige Chorsatz Adonoj leorecli jomim tu F-Dur schließen, dieser schließt jedoch aus der OBasis und zeigt, dass Lewandowski׳ mit der Verzeichnung der kleinen Septime C-B keineswegs eine Ueberleitung nach F-Dur, sondern einfach die Wahrung dieses ihm vollauf bekannten charakteristischen ZntervalleS beabsichtigte. Dass der ernst denkende und ernst arbeitende Autor es verabsäumte, der ganzen Nummer ihre ausschließliche Signatur durch Beibehaltung der kleinen Seplime zu verleihen, muß gewiss einem künstlerischen Jdeengange entspringen, und wir leben der Ueberzeugnng. dass der zum Glücke noch unter uns wirkende Meister Lewandowski über diesen wie über manch' anderen im Verlaufe dieser Besprechung zu berührenden Punkt uns seine Aufklärung nicht vorenthalren dürfte. *) Die Broschüre ״die Tonarien des traditionellen Synagogengesanges" weist drei Scalen nach, deren Jntervallenfolge gemäß der traditionelle Synagogengesang aufgebaut erscheint, und zwar die llisebtabseb-Tonart 0, Des, E, F, G, As, B, 0; die Mögen owaus-Sonart C, D, Es, F, G, As, B, C und die Adonoj moloch-Sonart C, D, E, F, G, A, B, C. gM* Hiezu eine Beilage. *MG

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