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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-09-08 · Heft 29 (8.9.1886) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 29 (8.9.1886)
Date
1886-09-08
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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welche die anwesenden Frauen und Mädchen als kostbares Andenken .«11 ihre Pilgerfahrt mit sich nahmen. Von den Chachomim, die an dem Grabe ununterbrochen Wache halten und daselbst auch משניות :lernen unb קדיש sagen, sind seit Kurzem zwei in ein besseres Leben hinüber gegangen, und zwar Chacham Jehuda Halevp und Chacham Joseph. — W. I. Palästina. Ueber Ausgrabungen, welche die Dominikaner ans .einem von ihnen neu erworbenen Gebiete bei Jerusalem gemacht haben, ungefähr dreihundert Meter von dem Thore von Damaskus, wird berichtet: Sechs Meter unter dem heutigen Boden stießen die Arbeiter :auf unterirdische Gewölbe von beträchtlicher Ausdehnung, deren Mauern höchst sorgfältig anfgebaut sind. In kurzer Entfernung davon stieß anan auf die Unterbauten einer Capelle, vor deren Eingang ein mit einer langen Inschrift bedeckter Grabstein aufgestellt war. Ehe man daran gedacht, von der Inschrift Kenntnis zu nehmen, war er schon gestohlen; über seinen Verbleib hat man nichts in Erfahrung bringen können. Ungefähr in der Mitte der Besitzung wurde bei den Ansgrabungen ein großes und wohlerhaltenes Mosaik blosgelegt, von welchem Man mit Rücksicht darauf, dass ringsherum die Trümmer großer Säulen aufgefunden wurden, annehmen kann, dass es einst den Boden der großen Basilika schmückte, die im fünften Jahrhundert von Eudoxia zu Ehren des heiligen Stephanus erbaut worden ist. Noch bedeutender vielleicht ist die Entdeckung, die von den Dominikanern an den Grenzen ihres Gebietes gemacht wurde; als man die Erde anshob, um für die Grenzmaner die Fundamente zu legen, bemerkten die Arbeiter plötzlich, wie der Boden unter ihren Füßen nachgab; einer von ihnen wurde sogar in die Tiefe mit hinabgerissen. Bei näherer Nachforschung fand man einen großen und schönen Saal; der Felsen ringsum ist in einfacher Weise verziert, etwaige Mängel des Felsens sind durch schönes Mauerwerk ausgeglichen. Zwei der Mauern enthalten je zwei große Thüreu, durch welche der Zugang zu vier gleich großen Grabkammern vermittelt wird. Zu beiden Seiten dieser Grab- Jammern war ein Lager für je einen Todten angebracht, im Hintergründe eines, welches für zwei Todte diente. Im Hintergründe des großen Saales beginnt eine zweite Höhle von ziemlicher Ausdehnung, welche drei gewaltige Sarkophage mit den Deckeln enthielt. Man -vermnthet, dass hier Helene, Königin von Adiabene, nebst ihren Söhnen begraben worden ist. Die Zahl der Gebeine, die in diesen Zimmern gefunden'worden sind, soll groß sein. In der Mitte des großen Saales fanden die Arbeiter noch in einem speciell gearbeiteten Loche eine Art von langer Cassette ans Metall, die mit Kindern, die Guirlanden in die Höhe halten, verziert war. Leider ist nicht die geiingste Inschrift mitgefunden worden, die über die Zeit und die Bestimmung dieser Grabgewölbe genau Auskunft gegeben hätte. L. I. KNeraristhes. Meister Liszt war bekanntlich nicht nur der bedeutendste Clavier-Virtuos unseres Jahrhunderts, sondern auch ein sehr fruchtbarer Componist. Namentlich geistliche Musik wurde von ihm besonders gepflegt, und es dürfte daher jenem Theile unserer Leser, die den Werken des verstorbenen Meisters bisher weniger Aufmerkamkeit geschenkt haben, willkommen sein, wenn wir im Nachfolgenden auf die hervorragendsten Psalmbearbeitungen Liszt's Hinweisen: 1• Psalm 13. ,Herr, wie lange willst Du meiner so gar vergessen?* Für Tenorsolo, Chor und Orchester. Partitur 13 Mk., .60 Pfg.; Orchesterstimmen (Copie) 20 Mk.; Streichguintett apart 8 Mk.; Clavierauszug mit Text 4 Mk.; Chorstimmen 3 Mk.; Klänge aus dem 13. Psalm für die Orgel, von Sülze, (Album für Orgelspieler, Lieferung 31) 2 Mk. 2. Psalm 23. ,Mein Gott, der ist mein Hirt*, für eine Singstimme (Tenor oder Sopran) mit Begleitung von Harfe (oder Pianoforte) und Orgel (oder Harmonium). Partitur 3 Mk.; die Singstimme apart (Copie) 50 Pfg.; die Harfenstimme apart (Copie) 1 Mk., 50 Pfg.; die Orgel- oder Harmoniumstimme (Copie) 1 Mk.; die Pianofortestimme als Ersatz der Harfe (Copie) 1 Mk., 50 Pfg.; der 23. Psalm für eine Singstimme (Tenor oder Sopran) mit Orgel allein eingerichtet von V. Sülze, 2 Mk., 50 Pfg. 3. Psalm 129. ,Aus der Tiefe rufe ich*. Für eine Baß- oder Altstimme und Pianoforte oder Orgelbegleitung. Ausgabe für Baß oder Alt, 1 Mk., 50 Pfg. 4. Psalm 137. ,An den Waffern zu Babylon', für eine Singstimme mit Frauenchor mit Begleitung von Violine, Harfe, Pianoforte und Orgel (oder Harmonium). Partitur und Singstimmen, 3 Mk., 50 Pfg.; die Singstimmen apart, 50 Pfg.; die Sopransolostimme apart (Copie) 50 Pfg.; die Harfenstimme apart (Copie) 1 Mk.; die Pianofortestimme als Ersatz der Harfe (Copie) 1 Mk. Der 137. Psalm für die Orgel allein, übertragen von B. Sülze, 1 Mk., 50 Pfg. (Album für Orgelspieler, Lieferung 46). — Carl Gold marck hat vor Kurzem Herrn Direetor Jahn die vollständige Partitur seiner neuen Oper ,Merlin* übergeben und sich mit demselben über die Besetzung der großen Partien besprochen. Die Entscheidung wird erst demnächst erfolgen. Vorläufig ist nur bestimmt, dass Herr Winkelmanu die Titelpartie singen und das neue Werk Goldmarck's gegen Ende Jänner zur Aufführung gelangen wird. — Die Buchhandlung I. K a n f f m a n n in Frankfurt a. M. besitzt ein reich assortirtes Lager sämmtlicherSynagogen-Musikalien. Anlässlich der bevorstehenden Feiertage können wir unseren College» diese wohlrennomirte Firma bestens anempfehlen. — Der gewesene Cantor, CH. Lippe, Herausgeber des bekannten jüdisch-bibliographischen Lexieons, hat in Wien II., Praterstraße 13, eine Buchhandlung, namentlich für Hehraiea eröffnet. Wie wir vernehmen, erscheint das oberwähnte Lexicon baldigst in neuer Auflage. — Die früher in Lobositz erschienene jüdische Zeitschrift ,Der Fortschritt*, wird seit Monat August in Folge Domicil- Wechsels des Herausgebers, I. Baum, in Neu-Oetting herausgegeben. An die geehrten Herren Vereinsmitglieder. Durch den Ausfall der Vorstandssitzung im Monate August, während welcher Zeit ein Theil der Vorstandsmitglieder sich außerhalb Wien's befand, war ich außer Stande, dis verschiedenen Eingaben an den Caniorenverein einer Erledigung zuzuführen. In der nächsten Vorstandssitzung werden sämmtliche erledigt werden. Josef Singer, Präses des österr.-ungar. Cantoren-Vereines. Abonnements- und Jnsertionsbeträge find in der Nedaetion, Wien. II., Novaragasse 27, zahlbar. Kinderwagen-Fabriks-Lager. Verkauf von allen Gattungen Kinder- und Puppenwägen, Hutschpferden, sowie aller Gattungen Einkaufn. Luxuskörbendes 8. Kammer ~\K7~±<5-sl, II., üsleiixe Pfarrgasse 2. Aufträge aus der Provinz werden prompt effectuirt. (Raten- Zahlungen bewilligt.)

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