Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 27 (23.8.1886)
- Date
- 1886-08-23
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/1304829-3453044-3453071--1840-3456024- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
7״ .gestellt sind, und dass man eine Zeichnung der Muster abnehmen konnte. DäS Gebäude, welchem der Boden angehört hat, muß ein sehr großes gewesen sein und hat zweifellos der besten römischen Zeit angehört, aber die Ausgrabungen sind noch nicht so weit vorgeschritten, um den Charakter desselben erkennen zu lassen. Außer diesen Arbeiten finden bekanntlich auch südöstlich von der Grabeskirche Untersuchungen statt, welche die Russen betreiben. Dieselben schreiten nur langsam vorwärts. Die interessante Krypta unter der Kirche St. Johannis ist noch nicht -ausgeräumt worden, und überhaupt geschieht innerhalb der Mauern der Stadt nur wenig. * Oe. W. Zanzibar, 2. Juni. Der ungarische Baron Bela Racoöky, Gesandter S. M. des Kaisers von Oesterreich bei S. H. dem Sultan von Zanzibar, hat, von einer Reise in Deinen zurückgekehrt, einige Nachrichten über unsere Glaubensgenossen dieses Landes gegeben. Die Juden von Beinen sind in Stämme getheilt wie die Araber. In einer Entfernung von vier Tagen von Aden findet sich eine Stadt Namens Dalah; das ist die erste Gegend bei Aden, wo er ihre Sitten und ihren Charakter studieren konnte. Die Stadt Dalah besteht ans zwei Theilen; der eine ist von den Muselmanen, der andere von den Juden bewohnt. Sie sind Schmiede, Maurer, Tischler, Goldschmiede, Waffenpolirer, Schwertfeger, Ciseleure, Sattler, Schuster; ihre Lederarbeiter! lind bewunderungswürdig, und die Araber sagen selbst, dass sie ohne die Juden nicht existiren könnten; am Ende werden alle Arbeiten von den Juden ausgeführt; der Baron Racosky war sehr erstannt über diese industrielle Thätigkeit, welche einen Gegensatz bildet zu dem gewöhnlichen Handelsbetrieb, welchen er bei den Israeliten Ungarns beobachtet hatte. Nicht e i n Jude beschäftigt sich dort mit Handel, sie arbeiten unermüdlich, denn ihre Armuth ist unbeschreiblich. Ihre .Kleidung besteht aus einem langen Hemde, welches die weiße Hose bedeckt, über dem Hemde das unerlässliche Arba-Canfot; eine schwarze Ledertappe bedeckt den Kopf. Die Kleidung der Frauen besteht in einer langen Tnnica aus dunkelblauem Stoff, den Körper bis zu den Füßen bedeckend; ein Schleier, am Haupte befestigt, verbirgt die Haare vollständig, fällt in Fallen auf den Rücken und bedeckt die linke Hälfte des Gesichtes und das linke Auge. Die Männer sind von einer Statur unter Mittelgröße, schwach, knochig, von sehr dunkler Farbe, eine Folge ihrer Arbeit in schlecht gelüfteten Werkstätten voller Rauch. Die Frauen sind klein, eher wohl gebaut, haben wunderbare Augen wie scheue Rehe, aber weder die Männer noch die Frauen lachen jemals, lächeln nicht einmal, ihr Leben ist zu elend dazu. Die Kinder laufen in den Straßen halb nackt umher. An diesen Kindern kann man den so schönen jüdischen Typus wohl studieren; auf ihrer Stirn kann man lesen, dass sie von einer auserwählten Nace abstammen, welche, ungeachtet der Jahrhunderte der Verfolgung, noch viel Würde und Verheißungen einer großen Zukunft bewahrt. — Die Juden von Dalah sind sehr religiös, sie halten den Sabbath mit großer Strenge. Sie hören mit Arbeiten auf gegen Freitag Mittag. Sie bereiten ihre Speisen streng nach den Gesetzen Moses'. Jede Kehilah hat einen Vorsteher (Rosch Kehilah), und ferner ist der Rabbiner auch der Dayan (Richter); fast alle Erwachsenen können hebräisch lesen, aber die Frauen sind nicht so weit vorgeschritten. Sie sprechen unter sich nicht arabisch, sondern aramäisch, das Niemand außer ihnen verstehen kann. Wenn die Fremden sie über ihre heiligen Bücher befragen, vermeiden sie bestimmte Antworten und verweigern es Jedem, der nicht mosaischer Religion ist, sie zu zeigen. Der Baron ist überzeugt, dass man bei ihnen Handschriften finden könnte, welche eines Tages viel Licht auf die biblischen und talmudifchen Fragen werfen würden. Ktterarisches. Mitte September dieses Jahres erscheint im Selbstverläge des Componisten eine ,Seele ugedächtnis-Feier^ von David Rubin, Chordirector am neuen israelitischen Tempel in Prag. Das Werk enthält 4 Nummern und zwar: 1. adonoj moh odom. dreistimmig für Sopran, Alt und Cantor-Solo, Text hebräisch (nach Mannheimer); 2. Sehiwisi; für gemischten Chon, Text hebräisch; 3. Lehiwisi für Männerquartett, hebräischer Text; 4. Psalm 130 für gemilchten Chor, deutscher Text. Gleichzeitig machen wir bei Herannahen der hohen Feiertage unsere Leser auf das im Vorjahre erschienene Merkchen desselben Componisten ״Unsane tokef*‘, (siehe Jnseratentheil) aufmerksam. Dasselbe enthält 6, theits zwei-, theils dreistimmige Piecen: 1. jaaleh, 2. unsane tokef, 3. eures ki ato hu, 4. widui, 5. boruch ato für Koschhasckonoh und Jom Kippur, 6. en komochu und ist namentlich für Cantoren, die keine großen Chöre zur Verfügung haben, besonders empfehlenswerth. Correspondenz der Nedaetion. T. M. O. Sie erhalten die gewünschten Exemplare. Gruß. L. in Eib. Bestätigen dankend den eingesandten Betrag für Abonnement. Gruß. Fr. in Wilhb. Wollen Sie sich um diesbezügliche Auskunft an den Vereinscassier, Herrn Cantor A. Fischer, wenden. H. in K. Wir werden trachten. Bewusster Posten ist absolut nicht empfehlenswerth. B. in L. Abonnementsbetrag erhalten. Gruß. M. in Od. In den nächsten Tagen erhalten Sie das Verlangte zuge» sendet. Gruß. Abonnementsnnd Jnsertionsbeträge sind in der Nedaetion, Wien, II., Novaragaffe 27, zahlbar. Unentbehrlich für jeden Haushalt ist das k. k. priv. patentirte &a׳ Phönix-Silber-Essbesteck, bleibt ewig weiss und dauerhaft wie echtes I3löth. Silber. Wir sind zu dem alleinigen Verkauf obigen Phönix-Silbers berechtigt und geben selbes zu dem staunenswerte billigen Preise ab; 6 Stück Tafelmesser mit eingenieteten Stalilklingen .... fl. 2.— 6 St. massive patent. Phönix-Silber-Speiselöffel mit Krone . . fl. 1.50 6 St. massive patent. Phönix-Silber-Gabeln mit Krone .... fl. 1.50 6 St. massive patent. Phönix-Silber-Kaffeelöffel mit Krone . . fl. —.65 6 St. feine Eierlöffel.fl. —.45 6 St. prachtvolle Eierbecher, feinst.fl. —.80 1 massiver vorzüglicher Theeseiher mit Griff.fl. —.50 1 massiver vorzüglicher Milchschöpfer.fl. —.75 1 massiver vorzüglicher Suppenschöpfer.fl. 1.— 6 massive vorzügliche Messerleger.fl. 1.25 2 effectvolle Tafelleuchter.fl. 1.— 1 effectvolle massive Präsentirtasse -.fl. 1.50 1 feiner Zucker- und Pfefferstreuer.fl. —.40 49 Stück .. fl. 13 30 Ein solches Service, complet aus 49 Stück, auf einmal genommen kostet blos IO fl. Dieses Patent-Phönix nimmt unter den Silber- Imitationen den ersten Bang ein und ist durch das für ganz Europa ertheilte Patent als das beste, gesündeste und practischeste Besteck anerkannt worden. Alpacca und Packfong nimmt Grünspan an und ist der Gesundheit höchst schädlich, 'während die Phönix-Bestecke der Gesundheit sehr zuträglich sind, indem sie keinen Grünspan annehmen und selbst Essig nicht schaden kann.—Versendungen erfolgen gegen vorherige Einsendung des Betrages oder k. k. Postnachnahme und ist ausschliesslich zu haben im Universal-Export-Bureau S. X!öw, Wien, II., Nordbalmstrasse Nr. 26k Kinderwägen-Fabriks-Lager. Verkauf von allen Gattungen Kinder- und Puppenwagen, Hutschpferden, sowie aller Gattungen Einkaufu. Luxuskörben des 8. Kammer \Ä/ien., II., Isleizxe ZFfaxrgrsisse 2. Aufträge aus der Provinz werden prompt effectuirt. (Raten- Zahlungen bewilligt.)