Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 24 (21.7.1886)
- Date
- 1886-07-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/1304829-3453044-3453068--1807-3455988- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
\ Prn1lu1l1rrü1io1ls-P1r'1 Aür ^ereinsmilgttcdrr: Ganzjäbrig ... fl. 5.— Halbjährig - - - fl- 2.5( Vierteljährig - - .st. 1.2! Monatlich' - - - fl- —•4׳ Kür Niihlrnilglieder: Ganzjährig ... fl. 6.- Halbjährig ... fl. 3.- Vierteljährig . . fl. 1.5( Monatlich ... fl. —.5( Hlür das Ausland: Ganzjäbrig ... fl. 7.— 12 Mark oder K Rubel. Oesterreichisch-ungarische O r g a 11 die Ge5l1mmt-I>lirres5ell jüiiisrtjcr Cantnren. Erscheint jeden achten Tag. Begründer: Obercantor Icrkoö Z3cruer7. jRednelton IXllD Admittistration Wien, II., Novaragaffe 27. 2 Inserat» werde» billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Nr. 24 Wir», 21- Änli 1886. 6. Jahrgang. An im Im gerhi trn Herren Abonnenten. Diejenigen Herren College!!, welche das Abonnement für das lausende Quartal noch nicht erneuert haben, werden im Interesse einer pünktlichen Expedition des Blattes dringendst ersucht, den Prännmerationsbetrag uns umgehend einzusenden. Zugleich bitten wir um pünklichere Einsendung der Rückstände. ׳ Die Administration der österr.-ungar. Cantoren-Zeitung. Unsere Fnchreitungen und ihre ehemalige Mustkbeilage (von M i n n a ch e f.) XIII. (S ch l u ß.) Nun ist es aber an der Zeit, nach so viel Idealismus auch ein wenig vom Materialismus zu sprechen und mit einigen Worten die geschäftliche und praktische Seite des beregten Gegenstandes zu berühren. Wir müssen es offen zugestehen, dass die bisherige Veröffentlichungsweise von Musikbcilagen der ganzen Collegenschaft nie recht sympathisch werden und nie unser!! Beifall finden konnte. Wir haben von Anfang an diese Art der Herausgabe von Musikbeilagen nur als eine "הצלה פורתא", als ein ,Besser wie gar nichts' betrachtet, wie man überhaupt bei jeder guten, gemeinnützigen Sache in ihren ersten Ansängen mit Allem vorlieb nehmen muss; für die Länge der Zeit aber hätte natürlich dies nicht so weiter fortgesetzt werden können. Wenn die Zufriedenheit sich allmälig einstellen soll, muss immer das אחריתך ישנא מאוד״" dem stereotypen ראשיתך מצער״" Nachfolgen, sonst ist es ein armseliges Dasein und ein Abmühen ohne Ende, das zu keinem rechten Zwecke führt. Run aber ist bekanntlich der Hecto- oder Autograph wohl eine gute Copir- und Vervielfältigungsmaschine und für den Kaufmann, bei dem Zeit Geld bedeutet, eine sehr nützliche Erfindung, welche ihm bei der Schnelligkeit des Verfahrens gute Dienste zu leisten vermag, keineswegs aber wild ein solcher Vervielfälligungsapparat .jemals im Stande sein, uns im entferntesten den Notendruck zu ersetzen und somit auch für unser ,Geschäft" dienstbar gemacht werden können. Wir ,arme' Cantoren, die wir den Gott ,Merkur' für einen Götzen vom Cultus des ,goldenen Kalbes' halten und die wir mehr geistige -als irdische Schätze zu sammeln uns bemühen, wir brauchen unser kostbares Augenlicht gar zu sehr, als dass wir mir diesem unfern Kleinod leichtfertig und verschwenderisch verfahren und es bei der mühsamen Entzifferung eines schlecht geschriebenen und mit verschwommenen und verwijchten Noteuköpfen angefüllten Musikblattes vergeuden sollten. Und weiters darf ja auch nicht übersehen werden, dass eine Buchstabenschrift weit leichter und deutlicher auf einer solchen Copirmaschine abzudrucken geht, als cs bei einer Notenschrift ermöglicht werden könnte; indem die Buchstaben meistens dünn find und nicht Tintenfüllungen von jo großer Dimension haben, wie sie die Notenköpfe — von der Achtelnote abwärts nebst den Verbindungsstrichen — gewöhnlich besitzen, weshalb beim Copiren lauter Klexe zum Vorschein kommen. Allein, ist der Notendruck in der That jetzt gar so theuer. und für uns unerschwingbar, dass wir bei der Herausgabe einer Musikbeilage zu solchen Mitteln greisen und zum Copirdruck unsere Zustucht nehmen müssen? Wenn man die verschiedenen spottbilligen Editionen von Peters, Litolff, Andrs und Tanger betrachtet, die ganze Bände klassischer Musik auf bestem Papier und in schönster Ausstattung für 1 Mark (saAe eine Mark) liefern — abgesehen von dem noch darauf lastenden Buchhändler-Nabbat, der auch vielleicht auf 20—25 Percent sich beläuft — wenn man nun das bedenkt, dann soll man wahrlich sich wundern, wozu man noch in dieser Zeit Musikalien durch hectographische Copien zu pnbliciren braucht? Man wird vielleicht darauf entgegenhalten, dass bei jenen billigen Musikalien- Ausgaben die Masse der Abnehmer und die große Nachfrage nach solchen Editionen diese enorme Preisermäßigung möglich macht. Dasselbe wird aber auch bei unserer künftigen Musik- Beilage voraussichtlich der Fall sein. Der jüdische, authentische Traditionsgesang, und überhaupt der jüdische Gesang,