Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 17 (24.5.1886)
- Date
- 1886-05-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische f Pränumerations-Preis Kür Kereinsmilgttedtr: Ganzjährig . . . fl. Halbjährig ... ft. *.SO Vierteljährig י .. fl. l.SS Monatlich - . . st. —•<S Kür Plichlmilgtteder: Ganzjährrg . . . fl..- t— Halbjährig ... ft. r.— Vierteljährig . . ft. l.tO Monatlich ... ft. —.SO Kür da» Ausland: Ganzjährig ... fl. 7.— IS Mark ober S ßlubel. Organ die GesMlllt-IlümMli jüdischer Cnntnren. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Icrkoö WcrueV. jRedBciian und Administration Wren, E II., Novaragaffe 27. Z Inserate werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. Nr. 17 Wien, 24. Mai 1886. 6. Jahrgang. Au unsere geehrten Herren Collegen. Die für das Cantorenthum wie für den jüdischen Gottesdienst bedeutungsvolle Frage des jüdischen Traditionsgesanges ist in diesen Blättern von hervorragender Seite angeregt worden, und die Kundgebungen, die über dieses Thema von verschiedener Seite bereits eingelanfen sind oder angekündigt wurden, berech- Ligen uns zu dem Aussprüche, dass unsere Collegen die Hohe Bedeutung des beregten Gegenstandes erfasst und ein lebhaftes Interesse für denselben gewonnen haben. Wir halten es für eine heilige Pflicht eines jeden Berufsgenossen, mit allem Ernste an diese Angelegenheit heranzutreten, sich über die zu Tage tretenden Anschauungen klar zu werden, und seiner Meinung frei und offen Ausdruck zu geben. Jede Discussion, insofern sie eine fachliche und wissenschaftliche Basis hat, soll uns willkommen sein, und wir wollen ihr gerne in unserem Blatte Raum gewähren. Was wir also zur Lösung der Frage beitragen können, wird von unserer Seite geschehen. Aber wir bedürfen hiezu der thatkräftigen, und zw. auch der materiellen Unterstützung unserer Collegen. Soll die Cantoren-Zeitung ihre Aufgabe nach dieser Richtung hin erfüllen, so muss sie zunächst erhalten werden. Und wieder müffen wir die alte Klage über die lässige Einzahlung der Abonnementsgebühren anstimmen, wieder müssen wir mij Bedauern constatiren, dass die Cantsren für die Verbreitung ihres FachblatteS, selbst im Collegenkreise, viel zu wenig Sorge tragen. Und gerade im gegenwärtigen Momente, wo die Frage des jüdischen Traditionsgesanges in den Vordergrund tritt, ist es absolut nothwending, dass jeder Cantor, der nur mit einem Härchen an seinem Berufe hängt, die Cantoren-Zeitung lese, stets von den verschiedenen Anschauungen seiner Collegen Kenntnis nehme und sie auf ihren Gehalt prüfe; denn Fragen von so tiefgehender Bedeutung können nur durch die Allgemeinheit und Oeffentlichkeit gelöst werden, und Jedermann muss dazu sein.Schärflein beitragen. Die Aedaction der österr.-ungar. Cantoren-Zeitung. I Die Tonarten des traditionellen Synagogengesanges (Steiger) ihr Verhältnis zu den Kirchentonarten und den Tonarten der vorchristlichen Musikperiode, erläutert und durch Notenbeispiele erklärt von Joseph Singer, Obercantor der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, besprochen von Cantor Deutsch, Breslau. Die kunsthistorisirende Richtung, die der Verfasser mit seinen vortrefflichen, in unseren Fachbkättern veröffentlichten Arbeiten über die ,Entwickelung des Synagogengesanges' eingeschlagen, nahm ihren Ausgangspunkt, auffallender Weise, von den erst seit etwa einem Jahrhundert auf synagogalem Gebiete bekannt gewordenen Erscheinungen. Jndess war wohl vorherzusehen, dass er an einen Punkt werde gelangen müssen, wo der traditionelle Gesang, der ja noch immer fast in allen Synagogen als eines der wirksamsten Erbauungs mittel sich bewährt, seiner Betrachtung sich aufdrängen und seine Darstellung heraussordern würde. Diesen entscheidenden Punkt erreichte, wie es scheint, der Verfasser, als er in der Reihenfolge seiner Besprechungen bei dem dritten Theile des 8dm־« bes adonoi von Weintraub und den darauf folgenden Aufzeichnungen der traditionellen Intonationen (Chasonus) von Lewandowski, Deutsch, Baer, anlangte, die ihm Anlass gaben, den Blick auf eine längstvergangene Zeit zu richten und sich mit den aus ihr hervorgegangenen Productionen eingehend zu beschäftigen. Die gewonnenen Resultate hat derselbe in einer mit Notenbeispielen versehenen Broschüre niedergelegt und durch den Druck veröffentlicht. Es ist gewiss erfreulich und dankend anzuerkennen, dass der Verfasser die Aufmerksamkeit jener Collegen, welche es versäumt haben, sich um die theoretische Begründung dessen, was sie praktisch mit Vorliebe üben, zu kümmern, aufs Nene anregt und sie bei ihren ersten, vielleicht noch unsicheren Schritten zu unterweisen und zu leiten versucht. Die Behauptung jedoch auf Seite 10 der Broschüre ,dass noch Niemand die Synagogenweisen auf ihren Jntervallenwerth, mit anderen Worten, auf die ihnen zu Grunde liegenden Tonleitern geprüft*, kann ohne Einschränkung nicht zugegeben werden. Schon Naumburg, SÄF* Hiezu eine Mttsikbeilage. ־־־Hg