Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 9 (13.3.1886)
- Date
- 1886-03-13
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7י darauf wurde, er aus Patschkau, wo er noch ansässig geblieben war, ausgewiesen, wogegen er unter Berufung auf das in Gotha erlangte Lndigenat vorstellig wurde. Die preußische Regierung erkannte die bezügliche Naturalisationsurkunde jedoch als giltig nicht an und wurde bei der herzoglichen Regierung wegen Cassation derselben vorstellig, behauptend, dass jenes Geschäft in Gotha nur eine Scheineiurichtnng sei, zu dem Zwecke, nach erlangter Naturalisation für Gotha in Preußen als deutscher Staatsangehöriger betrachtet zu ׳«erden und so der Ausweisung aus Preußen zu entgehen. Die Herzogliche Staatsregierunz hat nun dem Ansuchen der preußischen Re- -gierung nachgegeben und die Naturalisationsurkunde deS S. Stein als .caffirt zu den Acten genommen, anerkennend, dass Hierselbst nur ein Scheingeschäft etablirt lei. Stein hat nun auf Herausgabe dieser!Urkunde geklagt, bez. die Ausfertigung einer beglaubigten Abschrift derselben von dem hiesigen Stadtrath verlangt. Auf die Entscheidung -in diesem Prozesse ist mau sehr gespauut, umsomehr, als di? Stadtverordneteu mit der Ertheilung der Genehmigung dieser Prozessführung den Stadtrath ersucht haben, die Prozessführuug der herzoglichen Staatsregierung zu überlassen, welche durch ihr Nachgeben auf den!preußischen Antrag den Prozess herbeigeführt habe. Dieser Vorgang hat nun der tiesseitigeu Regierung Veranlassung gegeben, dem Stadtirath die bisherige Befugnis zur Ausfertigung von Naturalisalions- :urkunden gänzlich abzunehmen und dieses Recht sich selber vorznbe-!halten. Das Vorgehen der preußischen Regierung beweist nur zu i .deutlich, dass die Ausweisung von Ausländern aus Preußen ein Vor- J spiel zu der weiteren Maßnahme zu werden verspricht, die Ausweisung .in ganz Deutschland zur Ein- und Durchführung zu bringen. H^etersvnrg. Zn einer Polemik mit der ״Nowoje Wremja" über die Judenfrage lässt sich daS officiöse Organ deS russischen auSwärtigen Amtes, das ״Journal de St. Petersburg" in sehr bemerkenswerther Weise folgendermaßen vernehmen: Die ״Nowoje Wremja" verliert bei ihren Beschuldigungen aus dem Auge, dass die Lage der Israeliten in unseren westlichen Provinzen in engem Zusammenhang mit den ihnen vorgeworfenen Fehlern steht und, dass bei einer rationelleren Vertheilung der jüdischen Bevölkerung, diese Fehler von selbst sich abschwächeu werden. Da die Juden bei Concentrirung der jüdischen Elemente auf einzelne Provinzen nicht genügenden Brod-Erwerb finden, so ist es ganz natürlich, dass sie bei ihrem ausgesprochenen Hang zum Handel Alles versuchen, um sich einen zudem noch kärglichen Gewinn zu sichern. Durch Jahrhunderte hindurch sind diese Gewohnheiten der zudem in cultureller Hinsicht niedrig stehenden jüdischen Bevölkerung der westlichen Provinzen gleichsam in Fleisch mnd Blut übergegangen. Don dem Augenblick au, wo die Jsrae- Uten einen integrirenden Theil unserer Bevölkerung bilden und russische Unterthanen sind, liegt's da etwa nicht im Interesse deS Staates, -dieselben aus ihrer Jsolirtheit zu befreien, um einst für das ganze Reich daraus Vortheil erzielen zu können? Wenn einmal die Juden überall im Reiche frei sein und dieselben Rechte wie die übrigen Unterthanen genießen werden, so wird diese intelligente und arbeitsame Nace sich in Rußland ebenso nützlich machen, wie sie zürn Beispiel in Frankreich und England ist und wird sicherlich die ihr bei uns stets gemachten Vorwürfe zu Schande machen. Natürlich könnte ein solcher Umschwung nur allmälig vor sich gehen. Die von der Elite der Provinz-Administratoren vorgeschlagenen Maßregeln zur Inden-! -Emancipation in diesem Sinne sind daher, es möge der ״Nowoje Wremja" gefallen oder nicht, weise und vernünftig. Slellenveränderunge». College N. Tiger ist von Tarnow nach Car'.sbad berufen worden und wird am 1. April seinen neuen Posten antreten. — College Rabbinowitsch ans Kowno (Russland) wurde als Cantor der Gemeinde Florisdorf, bei Wien, acceptirt. <Beiden Herren Collegen entbieten wir unsere besten Wünsche zum Antritte ihrer neuen Stellungen.) fragen. 1. Wie viele Arten NN1 לחר und wie viele Arten קדישים gibt es laut Minjone im ganzen Jahre? 2. Darf ein Cantor, der einen Körperfehler, hat, vorbeten? 3. Darf ein Cantor, der die Hand *תקעי כיז gegeben und einfach sich darüber hinweggesetzt hat, öffentlich amtiren, vorbeten? Oeffentliche Beantwortungen werden erbeten. Ein Freund der Cantoren aus alter Schule. Herr Friedrich Hoppen in Odessa, Afpenska ja-Straße Nr. 43* hat aus Gefälligkeit die Vertretung unseres Mattes für Rußland übernommen. Abonnements und Inserate können daher auch bei demselben angemctdet werden. Die Redartion. Abonnements- und Jnsertionsbeträge find in der Nedaetion- Wien. LI., Novaragasse Nr. 25׳ zahlbar. Vacanzen-Wc. Litki (Trencsiner Com.) Vorbeter, Koreb, Schochet, Rabbinatsverw., Notar. 400 fl., freie Wohnung, ganze Schechita. Emolumente, zu besetzen bis 1. Juli. Einreichung bis 1. Mai an Präses H. Hirsch. Gfurgo (Somogy. Com.). Vorbeter, Koreh, Schochet. 400 fl freie Wohnung, halbe Schechita. ßsacza. (Trencsin. Com.). Bal T'fittah, Koreh. Schochet Nbodek. Jahresgehalt 500 fl. Zu' besetzen am 1. Juni. Gesuche an Samuel Roth, Vorsteher. Kovity (Bacska). Vorbeter, Koreh, Schochet, Ubodek. Gehalt 260 fl, freie Wohnung, 15 fl. Wintersteuer, ganze Sch'ch'ta, Emolnmente. Zn besetzen am 1. Mai. Offerte bis 25. Mär; an Gemeinde- Präses Samuel Schaffer. Ieketehegy-Szeghegy (Bacska). Vorbeter, Koreh, Schochet, Ubodek, ׳שיין מ״ץ Kenntnis der ungar., eventuell der deutschen Sprache zum Dortrage beim Religionsunterricht. Gehalt 360 fl., freie Wohnung, ganze Sch'chita. Emolumente. Zu besetzen am 1. Mai. Gesuche bis 20. März an Präses Moritz S. Schaffer. Bei der hierortigen Israel. Cultusgemeinde kommt die Stelle eines Gemeindedieners neu zu besetzen. Fixer jährlieber Gehalt 300 fl. österr. Währ, nebst den üblichen Emolumenten. Bewerber ledigen Standes wollen ihre Gesuche mit Angabe des Alters und Beilage der Zeugnisse bis 15. April anher einsenden. Diejenigen, welche ihre Befähigung zur Schechitali und zum Vorbeten an Wochentagen nach weisen können, werden bevorzugt. Reisespesen werden nur dem Aceeptirten vergütet. Jägerndorf, am 21. Februar 1886. Der Vorstand der Israel. Cultusgemeinde Julius Pollak. Meine besonders verlässlich ausgefertigten nicht geschriebenen, sondern geschmackvoll eingedruckten ,, J ahrzeitsgedenkblätter “ empfehle ich meinen werthen Collegen und Buchhandlungen gegen Rabatt und portofreie Zustellung. Adolf Kornitzer Ober-Cantor in Tapolcza (Zaia).