Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 7 (25.2.1886)
- Date
- 1886-02-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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it; r~ Pränumerations-Preis , Aür Zffcreinsmilgrieder: i Ganzjährig ... fl. 5.— B Halbjährig ... fl. 2.50 Vierteljährig . . fl. 1.25 Monatlich ... fl. —.45 Aür Zlichlmitgrieder: Ganzjährig ... fl. K.— Halbjährig ... fl. 2 — Vierteliährig . . fl. 1.50 Monatlich ... fl. —.50 Aür das Auskand: Ganzjäbrig . . .fl. 7.— * 12 Mark oder 6 Rubel. -- -- Oesterreichisch-ungarische Organ die KrsMmi-IllierkLSkll jüdischer Cantoren. Erscheint jeden achten Hag. egründer: Obercantor Icrkoö Mcrrrer7. ^Redacfxan Administration Wien. II., Novaragasse 27. g Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Nr. 7 Wien, 25.. Februar 1886. 6. Jahrgang. Wien am 25.-Februar 1886. Die Wahlen mit ihrer Aufregung su'.d vorüber, und das Resultat derselben muss jeden Einsichtigem unter uns mit Zufriedenheit ersüllen. Dies vorerst dacunn!veil der Beweis erbracht wurde, dass unser Verein fein geeigneter Boden für wüste ^itationeu ist und die (Sautaai der Herabr^rdigung der Verdienste ihre Unterstützung nicht lei-beu. Dann aber auch darum, weil durch die Wiederwahl der früheren Functionär? denselben die Möglichkeit gegeben und die Gelegenheit geboten wird, den von ihnen begonnenen Dari in? gleichen Geiste fortzuführen und seiner Vollendung näher :1! bringen. Gerade die Schärfe, mit welcher wir - ungerechtfertigten und ans unsympathischen Motiven entspringenden Agitationen gegen den Vorstand entgegengetreten ין ue. berechtigt uns, hier den Wunsch auszusprechen, dass zwar der gleiche Geist in dem Vorgehen desselben sortwirken möge, dass aber ein rascheres Tempo, eine größere Lebhaftigkeit in die VereinLihatigkeit gebracht und den Mitgliedern endlich etwas Greifbares geboten werde. Was wir in dieser Richtung wünschen, ist vor Allem: eine Wiederaufnahme derjenigen Schrine, die das Stammcapital des Vereines zu jener Höhe bringen, welche zur Durchführung der Vereinszwecke unumgänglich ncihig ist. Unser weiterer Wunsch gehtdahin, dass endlich jene Thätrgteit unseres Vereines, welche ja der Hauptzweck desselben ich uärnlich die Unterstützung der berussunsähigen Mitglieder, sowie der Witwen und Waisen begonnen werde. Zum Ersteren ist ein einiges und unermüdliches Vorgehen des Vorstandes sowohl als der einzelnen Mitglieder unbedingt erforderlich, die Voraussetzung des Letzterenist eine entsprechende Aenderung der Statuten. Wer das bisherige Statut de? Cautoreu-Vereines zur Hand nimmt, wird schon nach einem nächtigen Durchblick gestehen müssen-, dass aus Grund desselben der obgedachte Zweck des Vereines nicht leicht erreichbar ist. Denn einerseits sind in demselben sine Fälle, in welchen ein -Anspruch auf eine Unterstützung besteht, nicht genau präcilirst andererseits sind, wo eine genauere Feststellung erfolgt ist. die bezüglichen Beträge allzutief gegriffen. Beides sind Misstände, weil der Willkür oder dem guten Willen Einzelner nicht Alles überlassen werden darf,- und weil weiters geringe Unterstützungen ein bloßes Palliativmittel sind, durch welches die bestehenden und schwer empfundenen Uebel gewiss nicht behoben werden können. Es, ist aber auch dringend, geboten, dass endlich statutarisch jener Zeitpunkt festgestellt werde — und dies ist in dem bis- . herigen Statute eigentlich nicht erfolgt — von welchem ab den Vereinsmitgliedern ein rechtlicher Anspruch auf Hilfe in der Roth zusteht. Dies sind nur die gravirendsten Mängel, welche dem Statute anhaften; wir vermöchten zwar noch eine größere Anzahl derselben anzuführen, heute wollen wir es jedoch bei diesen bewenden lasten. Wir können nun mit Genugthuung constatiren, dass zur Verwirklichung dieser ersten Voraussetzung der gedachten Vereinsthätigkeit vom früheren Vorstande die wichtigsten Schritte bereits geschehen sind, indem ein gründlich durchdachtes Operat, welches die oben gerügten Mängel nach Thunlicykeit zu vermeiden strebt, zum großen Theile durchberathen ist. Es wird nun Sache ' des nunmehr gewählten Vorstandes sein, dieses Statut dem Plenum zur Annahme vorzulegen und auf Grund desselben eine gedeihliche und erwünschte Vereinsthätigkeit zu eröffnen. Wir glauben umsomehr zur Hoffnung berechtigt zu sein, dass es in Bälde gelingen wird, die so nothwendige Reform des Statutes zu bewerkstelligen und damit Leben und Bewegung in den Verein zu bringen, als die Leitung desselben wieder jenem bewährten Manne anvertraut wurde, dessen erste Sorge dahin ging, die aus persönlichen Motiven entstandenen Differenzen zu beseitigen, oder doch wenigstens die Rückwirkung derselben auf das Vereinsintereste zu verhindern. Seiner Beredsamkeit ist es auch gelungen, die wenigen unzufriedenen Elemente zur Einsicht zu bringen, dass uns gegenwärtig nichrs jo sehr noth thut als Einigkeit, und nicht so sehr uns mit Gefahr bedroht als das Nergeln an Verdiensten Anderer. Wir wollen hoffen, und möge die Zukunft diese Hoffnung nicht täusiyen, dass diese Einsicht eine dauernde, nicht bloS durch