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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-02-17 · Heft 6 (17.2.1886) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 6 (17.2.1886)
Date
1886-02-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische Pränumerations-Preis Kür ^ercinsmitgticder: Ganzjährig - - . st. 5.— Halbjährig Vierteljährig Monatlich st. 2.50 st. 1.25 st. —.45 Z-ür Nichtmilgliedcr: Ganzjährig ... st. 6-— Halbjährig ... fl. 3 — Vierteljährig - - st- 1-50 Monatlich ... fl. —.50 Kür das Ausland: Ganzjährig ... fl. 7— 12 Mark oder 6 Rubel. -L 11 üc fl netto!Mrj die iBpsammt-Inli'rrssni liiiiisdirr Cnntorra. Erscheint jeden aarten Tag. AD»nittisLr»1ti§rr 111 j e » . II-, N ovar ostasfe 27. Begründer: Obercautor Icrkc>6 Wcru617. Zuscrat« werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. Rr. 6 Wien. 17. Februar 1886. 6. Jahrgang. Wien am 17. Miruar 1886. Die bevorstehende Wahl des Vorstandes des österreichischungarischen Cantoren-Vereines hat Blaien an die Oberfläche geiricben, aus die wir stolz zil sein gerade keinen Grund haben. Von .vielen Wiener und auswärtigen Mitgliedern des osterreichisch-ungarischen Cantoren-Vereines' — wer dahinter steckt, soll an späterer Stelle angedelltet werden — ist ein Eireular an die Vereinsmitglieber Versender worden, das Bedenkliches in stylistischer Verwogenheit und moralischer Unverfrorenheit teiltet. Wenn wir nun daran geben, dieses Alachwerk in möglichster Kürze hier zu besprechen — wir drucken dasselbe vollinhaltlich an anderer Stelle ab — so thun wir dies nur, um ein solches Vorgehen für die Zukunft unmöglich zn machen, und um den Jnterprenenren die wohlverdielite Züchtigurig zukommen zu lassen. Wir glauben damit aber auch zu beweisen, dass — woran wohl kein Einsichtiger zweifelt — der Begründer und Herausgeber dieses Blattes eine selbst von berufenercr Seite ausgehende Kritik nicht zu scheuen braucht und auch nicht scheut. Vor Allem müssen wir bemerken, dass auch wir in den Nus dieser vielen (?) Mitglieder einstimmen: .Wir brauchen Männer la Ob aber Diejenigen, welche ein Pasquil wie daS oben genannte ohne Zeichnung des Namens, also auch ohne Verantwortung für dessen Inhalt übernehnren zu wollen, in die Welt hinaussenden, dadurch jenen Muth an den Tag legen, welchen man von jedem Alaune, ja selbst von jedem ehrlichen Gegner zu fordern berechtigt ist, dieses überlassen wir ruhig der Erwägung unserer Leser. Wir überlassen es ebenso ruhig ihrer Erwägung, wie der heimtückische Ansall, der gegen die Ehre eines Collegen unternommen ward, zu qualificiren sei. Wir sind zu große Anhänger der Oeffentlichkeir, als dass wir der Ansicht znneigen sollten, die Kritik eines Alannes in öffentlicher Stellung sei unzulässig, unerlaubt; dies würde unseren Principicn widerstreiten : frei und offen baden wir stets 'dasjenige misbilligt, was wir für schädlich und unrichtig hielten. Wir vcrwebren es Niemandem, Kritik an dem Vorstande oder an dessen Mitgliedern zu üben, aber wer dies lhnt, muss mit offenem Visir hintreten, Thatiachen nicht Phrasen. Beweise nicht hinterlistige Stiche Vorbringen. Und welche sind nun die Anklagen, weiche gegen den Herausgeber dieses Blattes von zwei — Pardon, von den ,vielen Alitgliedern des Cantoren-Vereines" erhoben werden? Wir wollen trotz der enormen Schwierigkeiten, welche die schwülstige, unverdauliche Sprache des Pamphlets uns bereitet, es versuchen, dasselbe in'S Deutsche zu übertragen und zu beleuchten. . , - ,,Die betten Bestrebungen der bisherigen Präsidenten (wie viele gab eS denn lolcher?), die ehrlichsten Traditionen (?) der meisten (also doch nicht aller) Vorstandsmitglieder konnten nur zum Theile oder gar nicht realisirt werden, da in dem (soll wobl heißen: ,durch den") bisherigen Präses-Stellvertreter diese Bestrebungen nicht nur erschwert, sondern geradezu unmöglich gemacht wurden." Wir wollen davon abseben, dass wohl bisher kein Kraut gefunden wurde, um Traditionen zu realisiren, wir wollen auch davon absehen, dass etwas, was unmöglich gemacht wiid, auch nicht nur zum Theile realisirt werden kann; aber fragerl möchten wir doch, wie ist es möglich, dass ein einziger schwacher Mensch die Thäligkeit von 14 Männern — und so viele sitzen noch - im Vorstande — labmlege, ihre Bestrebungen durchkreuze und den Verein sich und seinen Interessen dienstbar mache? Die Herren, die derartige Behauptungen aufstellen, klagen damit nicht nur die eine Person, gegen die sie ja ihre Beschuldigungen eigentlich richten, sie klagen vielmehr den ganzen Vorstand, sie klagen also auch sich selbst der Vernachlässigung ihrer Pflichten an! Denn, wer eine misbräuchliche Anwendung der Zischte von Seiten eines Vorstandsmitgliedes sieht, der soll und muss den Muth b.iben, ein strenges Halt eutgegenzurufen, der hat die Pflicht, offen hinzulreten und zu brandmarken, was das Brandmal verdient. Zst dies von irgend Jemandem, ist es insbesondere von den tugendhaften Verfassern und Verbreitern des Pasquills geschehen? Nein, es fehlte ihnen der Muth, und vor Allem, es fehlten ihnen Tbalsacheu und Beweise. Und selbst jetzt, wo sie die Gelegenheit für gekommen erachten, um ihre gutgemeinten (?) *35

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