Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-02-01 · Heft 4 (1.2.1886) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 4 (1.2.1886)
Date
1886-02-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/1304829-3453044-3453048--1633-3455794
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Hierauf begab sich derselbe in die große Synagoge, woselbst anlässlich des lOOjährigeu Todestages Moses Mendelssohn's ein Gottesdienst unter Leitung des allgemein bekannten und beliebten Obercantors Herrn Abraß stattfand. Von 12 Uhr Mittags an empfing der Jubilar in seiner Wobnung zahlreiche jüdische Deputationen sowie Freunde und Bekannte, unter Anderen auch den Stadthauptmann Herrn Marasli. Unter den zahlreichen Kundgebungen, welche, dem Jubilar anlässlich seines Jubiläums zukämen, verdient׳ eine jüngst im Druck erschienene Broschüre, deren Verfasser mit O. CH. zeichnet, und der kein anderer sein dürfte, als der hochgeachtete hiesige Banquier Herr O. Chajes, besonders hervorgehoben zu werden. — Den vergangenen Samstag betete hier in der Haupt-Synagoge der Cantor, Herr Halpern, derzeit in Cherson (Süd-Russland) angestellt'. Obwohl eS eine große Aufgabe für einen Cantor ist, nach dem Ober-Cantor Herrn Abraß in Odessa zu beten, fand der Vortragende doch großen Beifall. Herr Halpern ist einer der tüchtigsten Cantoren in Russland. Cr fährt jetzt nach Lemberg, um sich dort um die S elle als Ober- Cantor zu bewerben. Friedrich Hoppen. ßoltöttS, (Orig.-Corrcsp.) im Januar 1886. Vor Kurzem verbrei׳ teten die Zeitungen die betrübende Nachricht, dass die Breslauer Fleischer- Innung laut eines ParagrapheS ihrer Statuten den Beschluss gefasst hatte, keine Juden als Mitglieder in ihren Verband aufzunehmen. Es gereicht mir daher zum Vergnügen, Ihnen berichten zu können, dass die hiesige Fleischer-Innung von einem ganz anderen Geiste beseelt ist, und der hiesige Innungs-Vorstand keinen Unterschied in der Confestion kennt. J2lm vorigen Freitag fand hier nämlich die Beerdigung der Frau des hiesigen jüdischen Fleischermeisters H. Wolff unter sehr zahlreicher Betheiligung statt, zu welcher auch die hiesige Fleischer- Innung mit ihrem Vorstände in corpore erschienen ist, um der im blühenden Alter dahingerafften Entschlafenen, welche ihrem vor wenigen Wochen im zartesten Kindesalter verstorbenen, hoffnungsvollen Söhnchen so unerwartet in die Ewigkeit gefolgt ist, die letzte Ehre zu erweisen. Auch ein herrlicher Lorbeerkranz mit weißseidener Schleife ruhte unter vielen anderen auf dem Sarge der Frau Wolff und trug die Inschrift in Golddruck. ,Gewidmet von der Fleischer-Innung zu Cottbus. * Diese menfch en freundliche Theilnahme seitens des hiesigen Fleischer- Gewerks hat bier allerseits den günstigsten Eindruck hervorgernfen. A. Z. London, 8. Jänner. Ihre Majestät die Königin Victoria hat in diesen Tagen eine Ernennung vollzogen, welche geeignet ist,^ alle Glaubensgenossen mit hoher Freude zu erfüllen. Die Baroni Montefiore, welche mit ihrem Träger, dem hochherzigen, ewig unvergeglichen Philanthropen Sir Moses, auSgestorben war, ist auf Herrn Francis Abraham Montefiore, dem ältesten Enkel des ältesten Bruders von Sir Moses übertragen, und damit ist dafür Sorge getragen worden, dass es auch künftighin BaronetS Montefiore geben wird. In dem Ernennungsschreiben hat die Königin dem Gedanken Ausdruck gegeben, dass die Eigenschaften des Entschlafenen in aller Welt große und berechtigte Anerkennung gefunden haben. Wenn auch in der That Sir Moses seinen Namen in der Geschichte der Humanität unsterblich gemacht hat, so gereicht es doch, wie Jew.-Chron. bemerkt,. zur größten Befriedigung, dass von allerhöchster Stelle diese Thatfache in der schmeichelhaftesten Weise anerkannt wird. Nach englischer Gepflogenheit wird ein Adelstitel von feinem Träger in directer männlicher. Descendenz derart vererbt, dass immer nur ein Träger existirt. So erbt ihn also der älteste vorhandene Sohn, oder wenn dieser von. feinem Vater verstorben ist, des Verstorbenen ältester Sohn; sind keine Söhne vorhanden, so erbt ihn der älteste Bruder und dessen männliche Descendenz u. s. f. Demnach würde Baronet Francis A. Montefiore der Erbe der Baronie von selbst geworden sein, da Sir Moses kinderlos starb, wenn nicht der BaronetStitel un seinen ersten unvergesslichen Träger ohne die Berechtigung der Vererbung verliehen worden wäre. Der neuernannte Baronet ist ein Sohn von Josef Meier Montefiore ans seiner Ehe mit Henriette Franziska Sichel, einer Nichte von Nathan Mayer von Rothschild. Sir Francis ist am 10. October 1860 geboren und im Wellington- College und an der Universität Oxford ausgebildet. Er gedenkt, sich am politischen Leben zu betheiligen, und ist, gleich seinem verewigten Vorgänger in der Baronie, streng conservativ. Von denjenigen, welche ihn näher kennen, wird er als ein sehr befähigter, liebenswürdiger junger Mann geschildert. Sein im Jahre 1880 verstorbener Vater war Präsident des Board of DeputieS vom October 1874 ab, bis dahin Vice-Präfident, während Sir Moses den Präsidentenstuhl inne hatte. Sein Vater Abraham, Bruder und Geschäftstheilnchmer von Sir Moses, war in zweiter Ehe, wie erwähnt, mit einer Schwester von Nathan Mayer von Rothschild verheiratet und ein sehr reicher Mann. Von ihm erzählt man, dass er bei der Verehelichung eines jungen Verwandten zu dem den Ehevertrag aufsetzenden Anwalt äußerte: ,.Die jungen Leute werden sich einschränken muffen, sie haben nur 7000 Pfund (140.000 Mark) jährlich zu verzehren." Werkln. Die Petition über die gesetzliche Zulaffunz der Leichenverbrennung ist dem ReichSrath zugegangen. Nach dem Berichte mehrerer Blätter befinden sich unter den 23000 Unterschriften auch die von drei Rabbinen. D. Z. 5xenden-Verzeichnis. Für die Hinterbliebenen des verstorbenen Cantors Kauders in Linz sind weiters folgende Beträge eingelanfen: Oberen ntor A. Freisinger in Pilsen 1 fl.. Obercnntor 3;. Singer in Jungbunzlau 1 fl. Summa 2 fl. ö. W. Are Administration der osterr.- Ungar. Cantoren-Zeitung. Correspondenz der Nedaetion. Sch. in G. Einverstanden. D. in. Au. Nach Einsichtnahme in das bewusste Blatt werden wir Ihnen unsere Ansicht brieflich mittheilen. War schon stüher ein Angriff darin, den wir jedoch gar nicht berücksichtigten. R. in U. B. Vier Exemplare von den gewünschten Nummern werden wir Ihnen schwer verschaffen können, da wir keine mehr besitzen. Die Redaction. Abonnements- und Jnsertionsbeträge find in der Nedaetion, Wien. H., Novaragaffe Nr. 27 zahlbar. Prämiirt von den Weltausstellungen: London 1862, Paris 1867, Wien 1873 Paris 1878. Auf Raten Claviere für Wien un<^ IProvin z Concert-, Salon- & Stutzflügel wie auch Pianinos aus der Fabrik der weltbekannten Export-Firma Gottfr. Cramer, Wilh. Mayer in Wien, von fl. 380, fl. 400, fl. 450» fl.50, fl. 550, fl. 600, fl. 650. Claviere anderer Firmen fl. 280—350 fl. Clavier-Verschleiss und Leih-Anstalt von A. Thierfelder Wien, VII. Burggasse 71. Collegen und Buchhandlungen empfehle ich ausgafertigt und leer meine LIkELMZZGÄGMKMMGl!'' Si^arLelxa.teÄlos mit Zifferblättern und Zeigern, ferner Legatentafeln für Synagegen, dann Tableaux mit dem Kaisergebete zum Wiederverkaufe gegen hohen Rabatt. T־ü.r3s: Obercantor in Mähr.-Ostraa.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.