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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-02-01 · Heft 4 (1.2.1886) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 4 (1.2.1886)
Date
1886-02-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische Prnnülnerations-Prcis -Kür H^ereinsmitgtieder: Ganzjävrig . -st., 5.— '.־ Halbjährig .... .־־fl:, 2.50 Vierteljährig . . st. 1.25 Monatlich ' ־ - .. '.st.?—•45. Snr Kichlmitgrieder: Ganzjährig . ־ . . st. 6.— Halbjährig . •־■.. . st. 3.— Vierteljährig . . st. 150 Monatlich׳ .... . : st- ,— •50 Kür das Kuskand: Ganzjährig . . fl. 7:— 12 Marl oder 6 Rubel. 'V O r 2a11 die Geslimmi-JuieiWrii jiiiiisrljrr Cantnrrn. Krscheinl jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Icrk.c»b ZZcruev. ^Rediietton Adrninistratio» סן t c u. IT., Nov.1rag.1ffe '27. , 3ufcratc ־ werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirl. Ar. 4 Wien. 1. Februar 1886. 6. Jahrgang. s" GchlNlsg-Brikfe. .(Fortsetzung). .; .. Hat ein Schüler nt'cb nicht begriffen unD gelernt ntbemreich zu sein, so wird ihm selten ein solcher Ton gelingen; aber vervielfältigte Versuche aller Art werden ibn mit der Zeit dem Ziele näbern. Ich verlange nicht, dass er in den ersten Wochen oder Monaten des ׳Unterrichts lerne, einen solchen Ton singen,־ ׳ auf -dessen' vollkommener ׳ Ausführung die ganze^Singkunst. die Bildung des Organs insbesondere bernbt; denn wer eine Tonleiter von zwei Octaven solch auserlesener Töne in seiner Keble besitzt, der bat wahrlich seine Stimme schon weit gebracht, und wird mit der Hilfe eines sernern musikalischen Studiums gewiss einst ein braver Säuger. Das Kind, der junge Anfänger, müssen diese Töne״ kennen lernen, nnd wenn auch ihre eigenen Versuche unbedeutend scheinen, so genügt cs ihrem zarten Alter, das Wesen eines solchen Tonregisters mit dem Ohre' zn fassen. Mil dem Heranwachsen des Körpers bekommen sie die Kraft, selbst mehr zu thun. ' In der Gewöhnung, Atbem anfznnehmen, welches der erste Gedanke dessen sein muss, der den Mund zum Singen öffnet, liegt insbesonders die Uebung, die das Singen zur wahren Lebens- Verlängerung eignet. Wenn das gesunde fünfjährige Kind jeden Tag sieht und־ hört, wie es die Mutter anfängt, um die Lufj in ihre Brust־ zu sammeln, und wie sie diese langsam mit dem Tone wieder anshaucht, so wird es gern einen solchen praktischen Unterricht nachahmeu. Das Kind lernt gar zn leicht, was es mit dein Sinne fassen kannz cs wird seine kleine Brust durch diese Uebung stärken nnd ausdehnen, alle die inneren Theile seines Körpers in Bewegung setzen. Die Vortheile eines so mäßigen als frühen Unterrichts scheinen derjenigen Person, die Gelegenheit hatte, Versuche damit anzustellen, für den Körper so sicher und so ersprießlich, dass, wenn auch kein anderer Endzweck für die Verbreitung des Gesanges und die Stimmbildung in Anschlag gebracht werden könnte, jeder Erzieher die Kinder täglich einige Minuten mit dieser Bruststärkung beschäftigen sollte, die ihnen noch dabei eine Bereicherung für das Fach der leichten Beschilft!. gNngen, über welches oft geklagt wird, bieten. Es ließe sich überhaupt gar Manches über die Verschiedenheit iolcher Beschäftignng bei Kindern sagen, deren Anwendung dem Erzieher das Tagewerk .erleichtern, nnd in den Kindern den pby'i'chen undmoralischen Menschen gleich zweckmäßig für die Zukuuit entwickeln dürfte. Doch so anziehend diese Ansicht der Dinge auch ist, so gekört sie in der fernern Ansdebnnng nicht hierber. —־ Kurze Alhemzüge zn nehmen, ermüdet wegen der nochwendigen Wiederboblnna, nnd schadet, wegen der oft unpäßlichen Einschnitte der Deklamation wie dem Gesänge. ^Könnte man es dabin bringen, in der Brust des Sängers, wie in den Orgel-- pfeifen, einen immerdauernden Vorrath von Luft zn erhalten, so wäre in gewisser Nücksichl der Gesang einer Vollkommenheit fähig, die ihm jetzt, selbst bei guten Sängern, mang lt. Allein diele Art von Vollkommenbeit. wo unbedingt die Brust immer voll Alhem blieb, würde auch wieder sehr handgreifliche Unvollkommenheiteu erzeugen. Durch sein Studium muss der Sänger die Vortbeile der Orgel in Betracht des Athems gewimmeu, ohne ihre Nachtheile zu tragen. Geht der Alhem bei dem Gefange aus, so gleicht die Stimme dem menschlichen Körper, wenn ihn Psyche verlässt. Er ist der Stimme Lebenskraft. Darum ist die Lehre des Athemschöpfens eine der wichtigsten für die ersten Lehrstunden eines Schülers, nnd da dieses Erfordernis aus-• schließlich dazu Mitwirken muss, um jenen vorgeschriebenen guten Ton hervorzubringen, den ich als Grnndsiütze alles schönen Gesanges betrachte: so muss der Schüler auch wissen, was dem Albemzuge hinderlich sein kann. Eine gedrückte Stellung hindert das freie Alhmen; daher singt man geradcaufftehend am bequemsten. Es ist zwar wahr, dass sitzend unsere Lunge den Ton in der halben Haltung einer mäßigen Stärke noch weit länger unterstützt und mir Leichtigkeit, fefthält. Ja selbst helfen sich bei Passagen, die besonder!! Aufwand von Alhcm erfordern, manche Sänger durch einen in ihrer gewöhnlichsten Stellung leicht anzubringenden Kunstgriff, wo sie mit der Hand in der Weste einen leisen Druck auf den Magen unbemerkt anbringen, der die weniger schnelle Ansspendung des Athems, wie jeder selbst versuchen kann, befördert. Sitzend singt man nur mit Anstrengung und unnützem Aufwande von Kraft ganz starke Töne, wo der Körper, der das Organ einer Leiden-

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