Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 2 (16.1.1886)
- Date
- 1886-01-16
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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tation befinden und als Agitatoren selbst auftreten, dass wir Männer, denen wir die Bildung und Erziehung unserer Kinder anvertrauen, in. jenem Lager sehen, welches gegen einzelne Confessionen und Racen hetzt, im Lager des Antisemitismus, der unserm Zeitalter zur Unehre gereicht, jeder wahren Bildung und Cultur in's Gesicht schlägt und den Namen Oesterreichs im Auslande compromittirt. (Laute Zustimmung.) Wir verurthcilen auch heute jenen Seelsorger und Priester, der sein ehrwürdiges Gewand dadurch herabsetzt, dass er zu politischen Hetzereien die Kanzel misbraucht; ist dies aber mit dem Lehrer und der Schule anders? Kirche und Schule sollen nicht befleckt und nicht herabgezogen werden in den Pfuhl der politischen Agitation. (Lauter Beifall.) Die Lehrer kommen zum größten Theile ihrer Pflicht getreu nach, sie sollten aber selbst dafür sorgen, dass nicht einzelne wenige unter ihnen die gesammte Körperschaft schädigen. sAew-AorK. Ein hier seit vielen Jahren lebender, angesehener jüdischer Fabrikant aus Ungarn, Namens D i e n e r, machte die Bekanntschaft eines erst vor wenigen Jahren dahin eingewanderten Mädchens, das sich als Näherin ihren Lebensunterhalt verdiente. Der resche Fabrikant fand an dem armen, sehr hübschen Mädchen Gefallen und verlobte sich mit demselben. Nach Festsetzung des Hochzeitstages wendete sich das Brautpaar an Herrn Rabbiner Dr. Ko Hut, um ihn für die Vollziehung der TrauüngSceremonie zu gewinnen. Der Seelsorger sagte mit Vergnügen zu; doch hielt er es um so mehr für eine Pflicht, sich nach der Familie der Braut zu erkundigen, da dieselbe seine Landsmänuin ist. Sie erzählte, dass ihr Vater in Warschau geboren, daselbst Schames war und auch so geheißen habe. Nach dem Tode seiner ersten Frau war er nach Ungarn übersiedelt und hatte in Munkacs ihre Mutter geheiratet, die jedoch nach zweijähriger Ehe gestorben sei, worauf ihr Vater in gleicher Diensteigenschaft in Preßbürg angestellt war, wo er vor ca. 8 Jahren gestorben ist. Um diese Zeit fei sie mit einer Verwandten ihrer Mutter nach Amerika ausgewandert und von ihr adoptirt worden. Von den Kindern ihres Vaters aus der ersten Ehe habe sie nie etwas gehört. Nach dieser Aufklärung nahm Dr. Kohut den Bräutigam in's Verhör und bald erfuhr er, dass derselbe eigentlich nicht Diener, sondern nach seinem Vater ,Schammes' heiße. Als Knabe war er nach Amerika gebracht worden, wo er sein Glück machte. Der Bräutigam war also der Bruder seiner Braut aus der ersteu Ehe ihres Vaters. Selbstverständlich unterblieb die Heirat, doch deponirte der Bruder für seine gefundene Schwester 20,00V Dollars. Gründungs- und Vereinsbrrträge. A. Löwy, Wallisgrün, vierteljährigen Beitrag. S. Friedmann, Parabuty, vierteljährigen Beitrag. A. Krämer, Freudenthal, ganzjährigen Beitrag. I. Neumann, St. Pölten, halbjährigen Beitrag. E. Freisinger, Stuhlweißenburg, ganzjährigen Beitrag. L. Stern, Fünfhaus, dreivierteljährigen Beitrag. L. Weiß, Simontorny, vierteljährigen Beitrag. S. Jellinek, Mistelbach, halbjährigen Beitrag. K. Brunner, Jglau, ganzjährigen Beitrag. N. Klein, B. St. Benedek, vierteljährigen Beitrag. H. Bermann, Böhm.-Leipa, vierteljährigen Beitrag. A, Lederer, Schwarzkosteletz. halbjährigen Beitrag. M. Schlesinger, Ottakring, halbjährigen Beitrag. S. Baß, Münchengrätz, vierteljährigen Beitrag. M. Rosenfeld, Pisek, vierteljährigen Beitrag. I. Salles. Breitenbrunn, halbjährigen Beitrag. W. Stein, Postelberg, halbjährigen Beitrag. L. Friedländer, Silhos Bolhas, vierteljährigen Beitrag. A. Lederer, Eger, halbjährigen Beitrag. I. Schwarz, Drosau, vierteljährigen Beiträg. M. Schorr, Gr.-Wardein. vierteljährigen Beitrag. A. Singer, Neubidschof. halbjährigen Beitrag. A. Schrecker, Pisling, halbjährigen Beitrag. S. Löw, Jglau, ganzjährigen Beitrag. Ä. Fischer, VereinSeassier. Stellenversnderungen. College I. S t r a n s k y. bisher Obercantor in Graz, ist mit.Acclamation in gleicher Eigenschaft in Trautenau acceptirt worden. — College Nosenban m, bisher in Troppau, ist nach einem beifällig aufgenommenen Probevortrage zum Obercantor in Graz bestellt worden. — College S. S a m u e l y, bisher in Tarnow, ist in der neuerbauten Synagoge in Galatz als Obercantor acceptirt worden und erfreut sich daselbst allgemeiner Beliebtheit. (Sämmtlichen Herren Collegen entbieten wir unsere herzlichsten Glückwünsche. Die Red.) ÄpendenMerzeichnis. Für die Hinterbliebenen des verstorbenen Cantors KauderK in Linz sind weiters folgende Beträge eingelaufen: College A. Baer in Gothenburg 3 fl., College S. Rotter in Horazdowitz 1 st., College E. Fränkel in Strakonitz 2 fl., College Herz in Prerau 1 fl., College Wsrdisheim in Triesch 50 kr., Summe 7 fl. 50 kr. |>ie Administration der österr.-ungar. Cantoren-Zeitung. Correspondenz der Nedaetion. ׳ -B. in G. Besten Dank für Ihre echt kollegiale Aufmunterung. Be-!tätigen dankend den eingesendeten Betrag. Herzlichen Gruß und Handschlag. י Z. in C- Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Erfolge. Eingesandtes erscheint in nächster Nummer. Gruß. B. in K: Die gewünschte Nummer bereits abgesendet. Sch ... hat bereits sein Offert eingereicht. Best. Gruß. Gr. in I. Wegen Ankauf des ״Schir-Zion^ wollen Sie sich direct an Prof. Sulzer wenden. — Gruß. Die geehrten Herren Collegen, welche sich noch nicht der der vorletzten Nummer beigelegten Postanweisung bedient haben, werden dringend und höflichst gebeten, dies mit umgehender Polt pi thnn, da wir darauf angewiesen sind, und auch die Auflage der Cantoren- Zeitung darnach festgesetzt werden muß. Die Redaction. ooooooooooooooooooooooo 0 0 Erstes Wiener Etablissement <91. cUzsOMZyttlOZ- Wien, II., Prater strass e Nr. 12, empfiehlt sich zur Anfertigung aller Gattungen Ornate für Cantoren, Rabbiner und Cultusbeamte 0 in feinster Ausführung und zu den billigsten Preisen. V Aufträge aus der Provinz werden prompt effectuirt. 0 OOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO OOOOOOOOOOOOOOI