Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 2 (16.1.1886)
- Date
- 1886-01-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische Dränumerations-Preis Kür Zrercinsmitglicder: Ganzjährig ... . fL 5.— Halbjährig ... fl2.50 ״ Vierteljährig - - st. 1.25 Monatlich ... st. —■45 Kür Zlichlinitglieber: Ganzjährig . st. 6•— Halbjährig - . st. 3-— Vierteljährig . . fl. 1-50 Monatlich . . . fl- -SO Kür das Ausland: Ganzjährig . . . fl. .7.— 1 12 Marf oder 6 Rubel. O 1• g a 11 kirr die Gesummt-Intmssm siidischer (!DnntaiTn. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Dbercantor AcrUob HZcruev. flcrl iicttan A-rnittistratiorr il w i t». || II., Novaragaffe 27. .• fl —‘ Inserat« werde» billigst berechnet. Manuscrip le werden nicht rerournirl. Nr. 2 Wien. 16- Jänner 1886. 6. Jahrgang. An die Mitglieder de!׳ Deflerr.-nng. Cantoren- Vereines. Die geehrten Mitglieder werden Hiemil in Kenntnis gesetzt, dass Montag den 22. Februar 1886 die stälntarische General- Versammlung in Wien stattfiudet. Auf derselben soll erstens die Neuwahl des Vorstandes, dessen dreijäbrige Mandats-Dauer mit diesem Tage abläufr, und zweitens die dringlich gebotene Statutenänderung vorgenommen werden. Zu dem ersten Punkte der Tagesordnung ist die Anwesenheit der auswärtigen Mitglieder nicht unbedingt nothwendig, da das Wahlrecht auch durch Einsendung des Stimmzettels ausgeübt werden kailn, eine Statutenänderung kann aber nur in einer beschlußfähigen General-Versammlung — und hiezu bedarf eS nach unserem jetzigen Statut der Anwesenheit von mindestens 70 Vereinsmirglieder — vorgenommen werden. Daher werden die geehrten Mitglieder dringendst ersucht, bis 1. Februar 1886 dem Vorstände bekannt zu geben, ob ihnen die Möglichkeit geboten ist, bei der General- > Versammlung zu erscheinen. Hiedurch wird der Vorstand in die Lage versetzt werden, jedes einzelne Mitglied noch rechtzeitig zu verständigen, ob eine beschlußfähige General-Versammlung zu Stande kömmt oder nicht; in letzterem Falle findet am 22. Februar nur die Wahl statt, und die Sratutenänderung bleibt für einen späteren Termin — etwa für einen Sommermonat, in welchem das Zustandekommen einer beschlußfähigen General-Versammlung mehr Wahrscheinlichkeit hat — Vorbehalten. Der Vorstand wird es sich auch angelegen sein lassen, den Mitgliedern, wie seinerzeit beim Eantoren-Tage, Fahrpreis-Ermäßigungen zu erwirken. -Die Wahlzettel, Wählerverzeichniß rc. werden 14 Tage vor der Wahl den Mitgliedern eingesendet. Aer Vorstand des österr.-ungar. Cantoren-Vereines. Wien, im Jänner 1886.. Hebet־ Entwickelung des ״Synagogen- Gesanges". Von Qbercantor Z>. Singer in Wien. XLVI. Die Aufstellung des Principcs, dass das Tongefüge des N2N^-Steiger mit den p. e. in der C - Tonart fick erweisen« den Skalentönen 0—1)63 E F Gr—As B C, die Basis aller alten synagogal-liturgischen Melodieen bilde, dürfte, unseres Erachtens, kaum angefochten werden; denn so mannigfache moderne Umgestaltungen diese Melodieen auch erfahren haben mögen, so vielfache willkürliche Veränderungen denselben auch durch Unkundige ausgeprägt wurden, bei genauer,, vorurtheilsfreier Prüfung gelangen wir alsbald zur Ueberzeugung, dass gewisse, den N2Nt^'-Sleiger charakterisirende Tonwendungen den Kern- Punkt der betreffenden Melodieen bilden. Zudem wiesen wir ja erschöpfend nach, dass die Töne des 4i86ütai)a,6t1-Steiger mit der Musiktheorie der alten und ältesten Völker gar keine Be- י rührungspunkte anfweisen, demnach ausschließlich als Eigent h u m der jüdischen, oder besser gesagt, s y n a g o g a l e n Musik h i n g e ft e l t w e r d e n m ü s s e n. Anderseits erwiesen wir wieder die Töne des מגן אבות- und מלך "-Steiger als im Tonsysteme anderer nichtjüdischer Völker vorhanden und dementprechend die Verwendung dieser beiden Steiger-Skalen beim Synagogengesange in solch' verschwindend geringer Weise, dass schon diese vereinzelte Anwendung auffällt und Zweifel bezüglich ihres jüdischen Ursprunges wachruft. Etwaigen Einwürfen gegenüber, dass es ja eigentlich noch mehr Steiger gäbe, weshalb also hier immer nur von den drei genannten die Rede sei, müssen wir erklären, wenn Zeit und Willkür allerdings eine Unmasse von Steigern gemischter Natur gezeitigt, so ist in denselben kein einheitliches Skalengefüge auffindbar, sondern dieselben enthüllen sich, bei selbst nur obersiächlicher Untersuchung als Abarten oder Mischzaltnngen der von uns ausgestellten drei Hanprsteiger.*) Es übersteigt, wenngleich *) Der sogenannte בקול;^Steiger, sowie auch die Singweise des קבכרת (Klawanerisch) ergeben sich als Abarten des מלך '''-Steiger, da in