Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 1 (8.1.1886)
- Date
- 1886-01-08
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Bestes Mt, rief er bei seinen Zuhörern allgemeine Bewunderung | hervor. Den Schluss der<Feier bildete das ^luslvii- und Eucliselt-Gebet. Wien. Von Seite des ComiteS für die Mendeissohil-Feier ill Dessau, au dessen Spitze der dorlige Bürgermeister Dr. Funk stehst ist eine Einladung zur Theilnahme an der Feier au! die Wiener israelitische Cultusgemeinde ergangen, und dieser Einladung entsprechend, hat der Vorstand der genannten Gemeinde beschlossen, die Herren E. B a n m g a r t e u und Baurath Stiaßuy als Delegirte nach Dessau zu entsenden. Aus den! Programme für die dortige Feier mögen als Hauptpunkte hervorgehoben werden : Die Gedächtnisfeier in der Aula des herzoglichen Friedericiauums,' bei welcher Dr. E. Wicken Hagen und Professor Lazarus aus Berlin die Festrede halten werden, und die Festvorstellnng im herzoglichen Hostheater, die mit einer Ouvertüre von Mendelssohn-Bartholdy cingeteitet werden und mit der Ausführung von Leffsing's ״Nathan der Weise" schließen wird. Wien. (Nngiltige Ehen.) Bei den orthodoxen Inden in Galizien werden viele Ehen nach einem alten Ritus abgeschlossen, welche die Bestimmungen des bürgerlichen Gesetzbuches nicht beachten, so dass diese Ehen nicht als giltig, und die aus denselben hervorgehenden Kinder nicht als legitim betrachtet werden können. Auch unter den aus Galizien nach Wien eingewanderten jüdischen Familien Kat es bisher solche Ehen gegeben. Das bei der israelitischen Cultusgemeinde in Wien seit drei Jahren bestehende Matrikelamt hat es sich angelegen sein lassen, alle diese ungiltigen Ehen durch eine allen Auforderungen des Gesetzes entsprechend abgeschlossene Ehe zu ersetzen. Es werden die betreffenden Personen vorgeladen, ihnen die Folge der ungesetzlichen Ehe, insbesondere für die Kinder, vorgestellt und ihnen bedeutet, dass die Kinder ,unehliche in den Matrikeln bezeichnet werden müssten, wenn sie nicht eine neue Ehe, gemäß den Vor« schritten des bürgerlichen Gesetzes, abschließeu würden. Bisher sind mehr als zweihundert Ehen dnrch eine allen gesetzlichen Ersordernißen entsprechende Trauung erneuert worden, und mehr als siebenhundert Kindern wurde hiedurch der Makel der unehlichen Geburt benommen. Waris. (Ein Chinese über das jüdische Volk.) Der Oberst und Militär-Attache der chinesischen Gesandtschaft in Paris, Tschang- Ki-Tong, gab vor einiger Zeit ein Werk in französischer Sprache heraus, das den Titel ״China und die Chinesen" führte und durch seine Ansichten sowie geniale Schilderungsweise Aufsehen hervorrief. In der nun bereits erschienenen deutschen Nebersetzung dieses Buches ist solgende Stelle über die bereits vor zwei Jahrtausenden in China eingcwanderten Juden zu finden. ״Hier haben wir also ein authentisches, 2000 Jahre altes Erinnerungszeichen! Nur in der jüdischen Nation findet sich eine solche Anhänglichkeit an die Nationalität! Man nehme ein Volk, welches man wolle, nach Verlauf von vier oder fünf Generationen wird es vollständig naturalisirt sein. Die Juden nie! Sie bleiben, was sie sind, wohin sie auch gehen mögen, treu ihrer Religion, ihrem Charakter, ihren Gebräuchen. Die beständige Aufrechthaltung einer besonderen Rasse inmitten einer Bevölkerung von 400 Millionen (so viel Chinesen gibt es nämlich, fast ein Drittel der Menschheit. Anm. d. Red.) ist in Bezug auf die Weltgeschichte eine Thatsache von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit." 8. E. Sophia Fürst Alexander von Bulgarien hat bekanntlich den bulgarischen Juden volle bürgerliche, politische und religiöse Freiheit gewährt; er hat ihnen Beiträge für Cultnszwecke und Schulen aus eigener Initiative bewilligt und behandelt ihren Obeirabbiner genau jo wie die Oberhäupter der übrigen Religionögenossenschaften. Die anderen Balkanstaaten haben erst nach längerer Beeinflussung von Außen die Juden zum Theile emanzipirt und Rumänien hat sich sogar bis heute der Ausführung der auf dem Berliner Congress übernommenen Verpflichtungen zu entziehen gewusst. Der Bulgarenfürst folgt in Betreff seiner Haltung gegenüber den Inden den Traditionen seiner Ahnen. So wird ein drastisches Beispiel von Lndwig I., Urgroßvater des jetzigen regierenden Großherzogs IV., erzählt. Die Juden kauften nämlich am Freitag in aller Früh auf dem Darmftädter Fischmarkte die besten Fische für den Freitagabend. Nichtjuden fanden dann später nur schlechte Waare vor. Die Stadtverwaltung erhielt daher die Verordnung, dass die Inden vor 10 Uhr Vorm, keine Fische kaufen dürfen. Die Juden beschwerten sich, wurden aber von allen Instanzen znrückgewiesen, und schließlich wendeten sie sich an den Großherzog Ludwig I. Die Eingabe kam zur weiteren Veranlaffung au das Ministerium mit der lakonischen Bemerkung: ,Wer Geld hat, kauft Fisch." G. Z. 5x>enden-Verzeichnis. In Folge des in unserer letzten Nummer enthaltenen Aufrufes sind für die Witwe des verstorbenen Cantor, David Kauder in Linz, nachstehende Spenden eingelaufen: Obercantor I. Bauer, Wien 1 fl.. Cantor M. Preßburger in Koritschan als Ergebnis einer Sammlung 6 fl. 50 kr., Cantor M. Schlesinger in Ottakring 50 kr. Summa 8 fl. ö. W. Are Kedaction der österr.-ungar. Eantoren-Zeitnng. Druckfehler-Berichtigung. Im Schlusssätze des in letzter Nummer enthaltenen Artikels ,Ueber die Entwicklung des Synagogengesanges" von Obercantor I. Singer, Seite 2, hat sich ein sinnnstörender Druckfehler eingeschlichen. Statt: ,,dass die Skalen des N^N^-Steiger mit den Tönen 0—Des F Gr Gr—As B C allein die Skala der altsynagogalen Musik bilde", soll es heißen: ״dass die Skala des N2N^Steiger mit den Tönen G!—Des E F G—As B C allein 3c." Correspon-enz der Nedaetion. B. in B- L. Ihre eingesandten Compositionen erhalten Sie demnächst. Popp, in E. Ihre Angaben haben wir für richtig befunden. Dr. in H., Z. in C. Danken herzlichft für Ihre Theilnahme an unserem Blatte. S. in B. P. Wir warten mit Zuversicht aus Ihre Zusendung. Löbl. Red. Laubh. in R. Einverstanden. Erscheint in nächster Nummer. B. in Kb., Dr. in H., G. in Kr. Bestätigen dankend die gesandten Beträge. Fr. in Str. Gratuliren zu ihrem schönen Erfolge. M. in Vesp. Bitten, das Saldo auch zu berücksichtigen. W. in Tr. Ihr Saldo ist in der angegebenen Höhe aus unseren Büchern ersichtlich. St. in Gr. Eingesandtes vorläufig nicht veröffentlicht, werden Ihnen unsere Ansicht über diesen Fall nächstens briesiich mittheilen. Gr. in I. Für Inserat berechnen 40 kr. W. in K. Werden die nöthigen Informationen einholen und Ihnen dann Bericht erstatten. Die Nedaetion. Die geehrten Herren Collegen, welche sich noch nicht der der vorigen Nummer beigelegten Postanweisung bedient haben, werden dringend und höstichst gebeten, dies mit umgehender Poll ju thun, da wir darauf angewiesen find, und auch die Auflage der Cantoren- Zeitung darnach festgesetzt werden mutz. Die Redaction.