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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1885-11-17 · Heft 39 (17.11.1885) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 39 (17.11.1885)
Date
1885-11-17
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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5. Ich glaube nicht, dass es uns verboten ist, Schweinefleisch und Austern zu essen. 6. Ich nehme Mosis barbarische Gesetze, betreffend die Heilig- Haltung des Sabbath, nicht an. 7. Ich glaube nicht, dass Gott die Welt vor 6000 Jahren geschaffen hat, und von dieser Zeit an sitzt und seine Kinder beobachtet, wie die sich miteinander streiten wegen der Beobachtung seiner Lehre. 8. Ich bin nicht gewillt, meinen Nacken zu neigen und meinen Hals unter das Joch der barbarischen Gesetze zu bringen, welche ein Schatz genannt werden von der Thora Mosis und den Nabbinen; ich nehme aus mich nicht einen Glauben, der meiner Vernunft zuwiderläuft und knüpfe meinen Körper nicht gewaltsa-n mit eisernen Ketten an etwas, was ich nicht zu glauben vermag. 9. Es wird ein Tag kommen, an dem ein neues Judenthum erstehen, das in Liebe sich an den christlichen und mohamedanischen Glauben anlehnt und diese Zeit wird die wahre messianische Zeit sein. Wir müssen nicht die Gebräuche vom Osten, sondern diejenigen vom Nord.n annehmen.; 10. Die sämmtlichen jüdischen Gesetze sind Machwerk der! Rabbiner, und wir sind nicht verpstichtet, dieselben zu Hallen. j 11. Im Namen der Wahrheit frage ich: ,Wie lange noch 1' werden wir rufen die Falschheit und List mit dem Namen ,Glaube" bezeichnen?" 12. Eine sehr lange Zeit hindurch haben wir jenen Unralh in Ehren gehalten, wie lange soll Las noch dauern? das Judenthum Mosis nnd des Talmud ist längst todt und wird nicht mehr Leben bekominen! 13. Die Heilighaltung des Sabbath ist eine sehr schwere Last; das Pessachfest müssen wir von uns werfen. Wie lange werden die einfältigen Juden sich noch fürchten, am Pessach Choraez zu essen? Ist es nicht ein Unsinn sondersgleichen, dass die Juden 24 Stunden am Jom Kippur fasten, um dadurch von ihren Sünden und Lastern befreit zu werden? 14. Die jüdische Lehre hat bedeckt das Licht jeglichen vernünftigen Glaubens. 15. Der 4. Tag im Monate Juli ist der Tag der Gründung der Republik in Amerika. Dieser Tag ist uns denkwürdiger und mehr werth, als der 6. Tag im Monate Siwan (Sehewuos), an welchem Tage die Juden zum Priestervolke erhoben wurden. 16. Unwürdig ist es für uns, nach Jerusalem zurückzukehren; es sei uns verboten, in unseren Gebeten die Rückkehr nach Jerusalem zu erflehen. Ein solches Gebet geziemt sich nicht für einen amerikanischen Juden. 17. Ich glaube und bin fest überzeugt, dass das Judenthum mit seinen Institutionen von Tag zu Tag mehr in Verfall gerathen und kein Gedächtnis mehr zurücklassen wird. Dieser Auszug möge genügen, um zu beweisen, wie weit der Mann geht in seinem Glaubensbekenntnis, noch dazu ein Mann, der sich ,Rabbiner" nennt und einer der größten jüdischen Gemeinden von New-Jork vorsteht. I. K. Hdessa. Dem ,Odesskij Listok" berichtet man aus Sebastopol von einer Zusammenrottung gegen die Juden, die zwar glücklicherweise rechtzeitig gedämpft wurde und sich daher nur auf die Plündernng eines Kausladens beschränkte. Den Anlass dazu gab ein Streit zwischen Arbeitern. Ein betrunkener Arbeiter trat nämlich zu einem jüdischen Hutuiacher in den Kaufladen, in der Absicht, eine Mütze zu kaufen. Anwesend war noch!in Jude, ein Bekannter des Geschäftsinhabers, ebenfalls betrunken. Zwischen den beiden Betrunkenen entstand ein Streit über die Oualität der Waare, welcher bald in ein Handgemenge ansartete. Der Jude aber erwies sich als stärker und der Arbeiter mußte den Schauplatz räumen. Aber kaum waren einige Minutenvergangen, kehrte er an der Spitze einer ganzen Schaar Gesindels zurück mit dem Rufe: .Nieder mit den Juden!" wurde der Laden im Augenblicke zerstört und ausgeraubt. Der einzige anwesende Polizist konnte natürlich nichts ansrichten, er ging vielmehr selbst geprügelt davon. Nun versuchten die Plünderer andere jüdische Häuser nnd Läden zu überfallen, aber Militär erschien und für diesmal war dem Raube ein Ende gemacht. Dank der Wachsamkeit der Polizei, kam es in den folgenden Tagen, trotz der herrschenden Aufregung. zu keinen Unordnungen. Vereinsnnchrichleu. II. Ausweis der Sammlungen zu Gunsten des österr.-ung. Gantoren-Vereines. In der Gemeinde T o b i t s ch a 1t (Mähren) sind durch das Bereinsmitglied, Herrn Cautoc I. Weiß, nachstehende Beiträge gesammelt worden: Herr Löw Adolf. . . 1 fl. jährlicher Beitrag j Chewra Kadischa . . . ,, ״ 2 j Frauen-Verein .... ,, ״ 2 . Herr Steinschneider Salomon . . . 1 ״ Czeczowiczka Sami . . . . 10 ״ einmalige Spende ״ Winter Ludwig .... ״ ,, 2 . . ,. Neichsseld Ignatz . . - 1 ,, », Cultnsgemeinde .... \ 3 ״ jährlicher Beitrag 1 Herr Steinschneidr Karl. . . - - 1 1, u Armenfond. ג* M ״ " ' H.׳rr Tschasny Joachim . . . . . 5 ,, einmalige Spende , Pick Ignatz .... . . 2 Zusammen 32 fl. n. zw. 12 fl. jährliche Beiträge und 20 fl. einmal. Spenden. Der woilöblichen Gemeinde T^obitschau sowie den löblichen Vereinen und den geehrten Mitgliedern dieser Gemeinde, die unsere Bestrebungen unterstützt haben, statten wir unseren herzlichsten Dank ab. In den Gemeinden Graz uno N euer n (Böhmen) sind ebenfalls Lurch das eifrige Streben der dort amtirenden Collegen recht erfreuliche Resultate erzielt wurden, doch sind wir noch nicht in der Lage, das Ergebnis der Sammlungen zu veröffentlichen, da die Sammelbögen bisher nicht an uns gelangt sind. Aer Morstand des österr.-nugar. Cautoren-Vereiues. Gründungs- und Vereinsbeiträge. E- Frankl, Strakonitz, halbjährigen Beitrag. L. Kraus, Vcröcze, halbjährigen Beitrag. L. Götz, Puklitz, halbjährigen Beitrag. A. Schäfer, Kojetein, ganzjährigen Beitrag. A. Fischer, Vereiiiscast'ier. Corresponden; der Nedaetion. Ros. in N- Wir sind nicht im Besitze der verlangten Nummer 25, Jabrg. 1884. Besten Gruß. Iwan, in W.-B. Warum senden Sie nicht das Versprochene? — Din Mo. Stelle in Z. noch nicht besetzt. S. in S (R.) Wir danken Ihnen für die Verbreitung uns. Blattes in ihrer Gemeinde. Gruß. Die Redaction

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