Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 37 (1.11.1885)
- Date
- 1885-11-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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V T" - CtMiticpm (EarH'huafjYr zu waschen. 5. Das Aussaugen der Wunde und die Besvntzung des Weines ans dem Munde (.!>.-b. die Meziza) ist strengstenumersagt. Statt dessen soll durch leichten Druck mittelst eines in Wein getauchten Läppchens von Borliut das in der Wnnde befindliche Blut entfernt werden. 6. Die Wunde ist mit einem entsprechend lang und breit ^»gespitzten Streifen von lOprozentigen Borlint oder mit von sachverständiger Seite aseptisch gemachtem und bis zur Anwendung in einem lnftdicht verschlossenen Glase anfbewabrtem Zunder zu verbinden und der Verband mir einem Heftpflasterstreifchen zu befestigen. Tie Umgebung ist mit einfacher Verbandwatte oder mit Borliut abzutrocknen. 7. Zum nachträglichen Abzupfen der Flüssigkeit und der Blntreste in der Umgebung der Wunde darf nur ein ganz neuer Schwamm, der vorher in öprozentiges Karbolwasser gelegt und ansgedrückt worden war oder Salicylwatte benutzt werden. 8. Eine jede Beschneidung darf nur in Gegenwart oder mit schriftlicher Zustimmung eines approbirten Arztes, welcher vorher das Kind untersucht hat, vorgenommen werden. Bei dem üblen Zufälle, namentlich sobald die Blutung sehr bedeutend ist, insbesondere wenn sie aus einer Schlagader kommt nrrd stoßweise aus dem Gefäße herausspritzt ist sofort rin Arzt herbeizurufen. B s zur Ankunft des Arztes hat der Beschneider die Kompression der Wunde vor,unebmen. 9. Sobald ein Beschneider an einem auf anlere übertragbaren Leiden erkrankt, hat derselbe bis zur völligen Wiederherstellung der Vornähme vorr Beschneiduiigen sich zu enthalten. 10. Falls die Nachbe- Handlung der Wunde nicht durch einen approbirten Arzt geleitet roi׳d, jo hat der Beschneider die Pflegerin des .Kindes anzuweiferi, nach Abfall des eisten Wnirdverbandes die " Wunde stets sorgfältig mit Borliut, der mit der in den Apotheken käuflichen Borsalbe bestreichen ist, zu verbinden. _ Irvei schöne Vergleiche. Wie kommt es. dass wir so häufig die Beobachtung machen, dass dem Olenu l’schabeaeh, das wir täglich drei Mal beten, von so unendlich vielen Gtanberisgeiiosser! während des ganzen Jahres so wenig Beachtung geschenkt wird, dass viele schon die Synagoge verlassen, bevor der Oleuu l’scbabeaeb beendet ist, während am Rösch haschonoli und Jom kippur so viel Aufhebens von demselben Gebete gemacht wird? Lass sich dort die Llndacht gerade auf denselben znsprtzr, indem die heilige Lade geöffnet wird, der Cantor mit der herrlichen traditionellen Melodie denselben besingt, die Gemeinde anfsteht und Korim fällt. — Alles zu Ehren des Olenu l’schabeach! Es geht dem Olenu l’schabeacb wie mit der Bekanntschaft. Wenn sich zwei gute Bekannte in ihrem Heimathsort täglich treffen, gehen sie häufig aneinander vorb i. ohne von sich bedeutende Notiz zu nehmen, ja man grüßt sich nur nachlässig und oberflächlich, manchmal auch wohl gar nicht. — Treffen sich die Person?» aber zufällig einmal in Leipzig, Berlin. Hamburg oder Dresden, dann thut sich was; die fremde Umgebung ruft eine ganz besondere Wirkung hervor, sie freuen sich, dass sie einander Wiedersehen. ,Du bist auch hier-?' und jeder erweist dem andern die größte Allfmerksamkeit. Ganz so ist es mit dem 0161m am Rosch hasohonob und Jom kipur• Für diese Tage haben wir ganz besondere Gebete, der ganze Gottesdienst gewinnt dadurch einen ganz eigenartigen Anstrich, weil die Gebete eben nur für diese 3 Tage bestimmt sind. Nun kommt dazwischen der ganz bekannte Olenu l’schabeach. ,Du auch hier?' heißt es und die Freude des WiedersehenS dieses alten Bekannten ist eine unendliche, der dann auch besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ein ähnlicher Vergleich lässt sich auf das erhebende Gebet Owinu Malkenu anbringen. Wir nahen dem lieben Herrgott mit einem großen Programm, in dein wir unsere Wünsche niederlegen; wir bitten: ״Chadeseb olenu scbonoh towoh, male assomenu ssowo" u. s. w. Zum Schluss beten wir — und zwar leise — ebenem waanenu ki en bonu maassim" u. s. w. Das gleiche Verhältnis liegt vor, wenn Jemand znm Kaufmann geht und sich dort Atlas, Seide, Wollwaare vorlegen lässt, uaS in bereitwilligster Weise geschieht, und dann aber hinterher, wenn alles abgemacht ist, ganz leise mit der Erklärung beranskommt: »Bezahlen kann ich nicht, Sie stunden mir wohl den Betrag!* So machen wir es mit dem lieben Herrgott, indem wir zuletzt mit der Bitte kommen : ,,Owirn Malkenu ebenem waanenu ki en bonu maassim asse imonu z’dokoh" u. s. w. I. K. L. M. G. Z. I. S. M, D. M. Gründlings- und Vereinsdeitrüge. Blum, Schlau. vierteljährigen Beilrag. Wodak, Göding, vierteljährigen Beitrag. Löwenthal. Wölkersdorf, vierteljährigen Beitrag. Bauer, Wien, halbjährigen Beitrag. Singer, Wien, halbjährigen Beitrag. Hirsch, Wien, halbjährigen Beitrag. Peterselka, Wien, halbjährigen Beitrag. L. Notier, Wien, balbjährigen Beitrag. Schiller. Wien, halbjährigen Beitrag. Beinkeles, Nadenin, halbjährigen Beitrag. Stängel, Zlabings. halbjährigen Beitrag. Herz, Prerau, ganzjährigen Beitrag. A. Fischer. Vereinscassier. Aufforderung an die Herren Lantoren und (Lomponiften. Behufs möglichst erschöpfender Behandlung meiner in diesen Blättern veröffentlichten Arbeit ״Aeber die Entwicklung des Synagogen gesan ge s" ersuche ich alle jene Herren Cantoren und Componisten. die auf synagogal-gesanglichcm Gebiete irgend etwas verösfeutlichteu, mir diese Werke für eine kurze Zeit zur Durchsicht zu überlassen. Nach geschehener Einsichtnahme werden die betreffenden Compositionen unversehrt zurückgestellt. Josef Singer Gberccmtor der isr. Lultusgemeinde in N)ien. Gorresponden; der Nedaetiou. Schw. in T. Die Blätter werden nachgesendet. U. in Sz. Wollen Sie sich wegen Bestellnng des Baal-Tefiiloh* direct an den Heraus-ccb.r, Obereantor A. Baer. Gothenburg-Scbweden wenden. At. in Landsberg. Sie erhalten die gewünschte» Beilagen. Wir haben Sie auch schon per 1885 als Abonnenten vorgemerkt. Gruß. Skg. in Przem. Wir bewilligen Ihnen, den alten Nest in Raten zn zahlen. Sch. in Gr. W. Wegen Einsendung der Staturen unseres Vereines wollen Sie sich an den Vorstand. 1., Seitenstetrengasse 4 wenden. G- und D. Fünfk. Wir erwarten die Einsendung Ihrem Versprechen zufolge. Gruß. W. N. in Tem. Wollen Sie uns die Neesnsion senden. Gruß. Kin Ros. Wir werden von Ihrem Vorschlag nach Thunlichkeit Gebrauch machen. M. R. in K. Bericht erscheint in nächster Nummer. Die geehrten Herren Abonnenten, sowie die Herren Col/egen im Auslande werden höflichst ersucht, die bereits fälligen Abonnemenfsbeträge umgehend einsenden zu wollen. Die Redaction. Abonnements- und Znsertionsbeträge sind in der ZLedaction, Wien- 11.9 Äovaragasse SLr. 2A zahlbar.