Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 34 (8.10.1885)
- Date
- 1885-10-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oeste r r eichisch-ungarisch e Zeiiun r Pränumerations-Preis Kür Aereinsmitglieder: Ganzjährig ... fl. 5.— Halbjährig . . . fl. 9.50 Vierteljährig - -st. 1.95 Monatlich - . fl- —-4S Kür Mchtmitgtteder: Ganzjährig ... fl. 6•— Halbjährig ... fl. » — Vierteljährig - . fl. 1-50 Monatlich' ... fl. —.so Kür das Ausland: Ganzjährig ... fl. 7.— 12 Mark oder S Rubel. L Organ die GeZammt-Inierrssell jüdischer Gantllrm. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor HAauev. ^edaeiton A-mrnistratrorr W i e n. II., Novaragaffe 27. Inserat« werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Nr. 34 Wien, 8. Octoder 1885. 5. Jahrgang. Einladung zur Pränumeration auf die ״Besterr.-ungar. Cmtoren - Zeitung". Mit vorliegender Nummer beginnt das vierte Quartat dieses Jahrganges, daher ersuchen wir unsere geehrten Herren Abonnenten, das Abonnement umgehend erneuern zu wollen. N Die Administration. Wien, sm 8- Moder 1885. Ein hochwichtiger Schritt, der schon vor mehreren Wochen vom Vereinsvorstani.׳ beschlossen wurde, und dessen zweckdienliche Vorbereitung viel Zeit und Mühe in Anspruch genommen hat, wird in den nächsten Tagen zur Ausführung gelangen; wir meinen die Versendung der Sammelbögen an die Herren Collegen und Vereinsmitglieder zur Vornahme von Sammlungen in den einzelnen Gemeinden zu Gunsten des öftere.-nngar Cantorenvereines. Die hohe Bedeutung dieser Angelegenheit ist wohl in diesen Blättern schon des Oefteren erörtert und von vielen Collegen anerkannt worden, es erscheint uns aber dennoch für nothwendig, heute abermals an dieser Stelle die Sache einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen, sollten wir auch Gefahr laufen, oft Gesagtes und vielfach Anerkanntes zu wiederholen. Za wir werden geradezu dazu gezwungen, da wir die traurige Erfahrung gemacht haben, dass Viele unserer Collegen noch immer nicht das richtige Verständnis für den Cantoren- Verein und die Pflichten, die sie demselben gegenüber zu erfüllen haben, besitzen. Der Cantorenverein kann bei den geringen Beitragsleistungen seiner Mitglieder all' dasjenige, was er anstreben soll und auch, will er nicht ein Scheinleben führen, anstreben muss, nicht erreichen. Durch eine Erhöhung der Beiträge wäre der Unzulänglichkeit der materiellen Mittel nicht genügend gesteuert. Hiezu ein und wenn auch dieselben um einen oder zwei Gulden erhöbt würden — abgesehen davon, dass für Mancken eine solche Er- Höhung unerschwinglich wäre — so könnte die Bereinseassa hievon keinen nennenswerthen Zuwachs erhalten. Es muss demnach von einer anderen Seite eine kräftige Unterstützung hinzukommen, soll nicht der Cantorenverein einen bedeutenden und vielleicht den wichtigsten Theil seiner Aufgaben unerledigt lassen, oder auf unabsehbare Zeit hinausschieben. Der Vereinsvorstand hat nun gezeigt, auf welchem Wege eine solche Förderung zu erwirken ist, seinen lobenswerthen B.estrebungen ist es gelungen, dem Vereine die Sympathien hochherziger Männer in der Metropole des Reiches zuzumenden. und wir sind überzeugt, dass auf diese Weise noch bedeutende Summen der Vereinscasse zustietzen werden, aber in erster Reibe wäre wol die Gefammtheit der jüdischen Cultusgemeinden dazu berufen, dem Cantorenvereine solche Beihilfe zu gewähren. Oft gegen geringes Entgelt müht sich der Canlor mit Einsetzung seiner ganzen Kraft im Dienste der Gemeinde, und dennoch besitzt er für all' sein Mühen und alles Streben nicht die geringste Aussicht, für die Zukunft der Seinen Sorge tragen zu können, nicht die kleinste Hoffnung, wenn Alter oder Krankheit ihn für seinen Berus untauglich gemacht haben, irgend welche Hilfe zu finden. Wir verkennen zwar nicht die Schwierigkeiten, mit denen die meisten Gemeinden, die kaum die nothwendigften Ausgaben bestreiten können, zu kämpfen hätten, wollten sie ihren Beamten eine Pension gewähren, aber eben darum, weil wir dies einsehen, glauben wir, dass die jüdischen Gemeinden, respective ihre hochverehrten Mitglieder mit Freuden die Selbsthilfe des Cantorenvereines begrüßen und unterstützen und nicht die gute Gelegenheit vorübergehen lassen sollten, auf eine gewiss nicht kostspielige und den Gemeindesäckel wenig berührende Weise für das Wohl ihrer Beamten Sorge zu tragen. Und darum apelliren wir an das warmfühlende Herz und den wohlthätigen Sinn unserer Glaubensgenossen, darum blicken wir mit Vertrauen auf die Munificeuz der jüdischen Gemeinden, deren Repräsentanzen und Mitglieder, und hoffen, dass sie in gerechter Würdigung unserer Bestrebungen den Cantorenverein thatkrästigst unterstützen werden. Beilage.