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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1885-08-21 · Heft 29 (21.8.1885) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 29 (21.8.1885)
Date
1885-08-21
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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- ׳7׳ — besorgte Mutter glaubte aber, ihren Liebling dadurch eher uud vollständiger herzustellen, wenn sie ihm gleich auf einmal 3—4 Löffel davon eingeben würde, wodurch das Kind von dem starken Weine und der Arznei ganz betäubt wurde. Als uun die Mutter das Kind erwecken wollte und eS kein Lebenszeichen mehr von sich gab, glaubte sie, es sei todt, weshalb sie sofort nach dem Beerdigungsdiener schickte, um es noch am selben Tage (Erew Jom tov) zu bestatten, um es nicht noch erst zwei Tage über der Erde liegen lassen zu müssen. Denn so dieser Tag versäumt wäre, müsste man mit der Beerdigung bis zum zweiten Pfingsttage warten. Allein, als der Diener mit der Erlangung des nöthigen TodtenscheineS sich so sehr verspätete und dann zur Reinigung der kindlichen Leiche sich anschickte, um es zur Bestattung vorzubereiten, und als er es dabei mehrere Male — wie gebräuchlich — umwendete, erwachte eS und öffnete plötzlich die Augen. Nunmehr ist es vollständig hergestellt und vollauf gesund. — WaS werden nun die Eigensinnigen sagen, die La glauben, ein gutes Werk dadurch zu verrichten, wenn sie sich schnellstens beeilen, die ,Verstordenen * — die noch warm sind — unter die Erde zu bringen? Sie beachten aber das nicht, wie Viele dadurch lebendig begraben werden können, ßottöns. (Oria.-Corr.) In der hiesigen Schloßkirche fand am vorigen Mittwoch eine Pastoraleonferenz statt, bei welcher der Hofprediger Stöcker einen Vortrag hielt, in welchem er auch des Volkes Israel, wie immer ,in Siebegedachte. So ist denn auch in unserem aufgeklärten, liberal gesinnten Cottbus eine heilige Stätte, welche der Anbetung und Verehrung des Allerhöchsten geweiht ist. dazu benütz! worden, um von einem weithin bekannten ,Apostel der Wahrheit' in Gegenwart einer zahlreichen Priesterschaar Hass und Zwietracht im Felde des Glaubens zu säen, um Neid uud Feindseligkeil gegen die Bekenner der jüdischen Religion im Herzen seiner ,frommen' Zuhörer wachzurufen! Der Zutritt war Jedermann gestattet und sogar einige Juden ließen es sich nicht nehmen, den großen Judenfrcund von Angesicht zu Angesicht zu sehen und seiner Epistel zu lauschen. — In unfe.tr Synagoge fand am vorigen Samstag eine Gedächtnisfeier zu Ebreu des dahingeschiedenen großen Menschenfreundes Moses Montefiore זצ*ל statt, wobei Herr Prediger Dr. Dienstfertig eine tiefergreileude Rede hielt. — Herr Dr. Fröhlich, Rabbiner der jüdischen Gemeinde zu Halle, feierte mit seiner würdigen^ Gattin vor einigen Tagen das schöne Fest der silbernen Hochzeit. Zn Ehren dieses Tages überreichte die dortige jüd. Gemeinde dem Jubelpaare ein Geschenk von 10.000 Mark. Auch wir wünschen dem verehrten Herrn Rabbiner zu diesem Doppelfeste — an demselben Tage wurde nämlich seine Tochter verlobt — Glück und Segen. —; (Ein a u s g e w i e s e n e r College.) Es war voraus.usehen, dass viele halbverkommene Subjekte, die ehemals unserem Stande angehört hatten und in Folge ihres unjüdischen oder unmoralischen Lebenswandels ihre Stellungen eingebüZt, die AuSweisnng dam mißbrauchen werden, um ,auf diesem nicht mehr ungewohnlichen Wege' und auf leichtere Weise ihre Schwindeleien ausführen und an die edlen Herzen unserer Amtsbrüder appelliren zu können. So stellte sich mir vor Kurzem ein derartiger .College' vor, aus dessen Krater ganz sonderbare Dünste und Dämpfe aufstiegen und auf eine bevorstehende Eruption von gewaltigen Lavaströmen schließen ließen. Er theilte m׳r unter Anderem mit, dass er, weil Ausländer, von der Negierung ausgewiesen wurde. Obgleich ich seinen Worten wenig glauben mochte, weil sein ,ganzes Wesen mir gerade kein besonderes Vertrauen einfiößte, so versprach ich ihm dennoch, für ihn zu thun, was ich vermag und ihm mit Rath und That beizuftehen. Als ich den fremden Collegen Abends im Gast- Hause, wo er eingekehrt war, aufsuchre, um ihm die silbernen Früchte meiner Bemühung zu überreichen, theilte mir der Wirth mit, dass er den ungemüthlicheu Gast wegen seines ungebührlichen Betragens ,rausschmeißen' mußte. So war eS also doch wahr; ich hatte eS in der ThaL mit einem ,Ausgewiesenenzu thun, für welchen ich mich pstichtgemäß brüderlich verwendet habe — nur mit dem Unterschiede, dass er nicht nur auS dein preuß. Staatsgebiete, (wie er angab) sondern auch aus dem Gasthause ,ausgewiesen' worden ist. A. Z i. C. Saris. Der Neubau der Synagoge in Versailles schreitet tüchtig vorwärts und macht bereits einen großartigen Eindruck. DaS Gotteshaus wird wahrscheinlich an den nächsten hohen Feiertagen seiner Bestimmung übergeben werden lönnen. Der herrliche Bau ist nur durch die wahrhaft großartige Liberalität der Frau Heine möglich geworden, welche der Gemeinde zu diesem Zwecke 200.000 FreS. zur Verfügung gestellt hat. London, 7. August. Eine Deputation der englisch-jüdischen Affociation begab sich zu Salisbury um das Einschreiten Englands allein oder gemeinsam mit den anderen Signatarmächren des Berliner Vertrages bezüglich der Lage der Juden in Rumänien zu erbitten. Marquis of Salisbury erwiderte, die Regierung könne als Mitunter- Zeichner des Berliner Vertrages diese Frage nicht unberücksichtigt lassen; er bedaure, dass die Juden Rumäniens unter dem eingewurzelten Vorurtheil des Volkes, welches in der Gesetzgebung Ausdruck gefunden, zu leiden hätten. Die Angelegenheit sei sehr delieat zu behandeln, die Regierung werde jedoch das Möglichste thun, um eine Besserung der Juden herbeizuführen. — Dagegen drückt der Telegraful, Bucarest, am 10. d. M. die Vermuthung aus, dieser Schritt sei von Len hiesigen Juden veranlaßt worden, uud fordert die Ausweisung der Schuldigen oder deren Bestrafung als Hochverräther, weil sie »ie Intervention einer fremden Macht gegen Rumänien anrufen. Corresponden; der Nedaction. Fr. in P. Bestätigen dankend den gesandten Betrag. -Blätter werden mit heutiger Expedition nachzesendet. Wegen Cirkuläre bitte sich an den VereinSvorstand wenden zu wollen. Gruß. A. Z. in C- Wollen Sie nur das Versprochene senden. Die fehlende Nummer wird nacdgesender. B. in L. Sch. ist nicht Mitglied unseres Vereines, Näheres über diesen Herrn können wir nicht angeben. Gruß. H. in Z. Es steut uns Ihre Ankunft. Gr. in L. Musikbeilagen werden für jetzt nicht veröffentlicht. — Die gesandte Composition fand unseren Beifall, nur sind wir mit der Anlage des großen Cantor-Lolo nicht ganz einverstanden. P. in Tyrn. Bestätigen den gesandten Betrag. Beglichen bis 1. Juli a. c. Rest 1834 noch immer offenes Conto. Gruß. Fr. in Kr. Musikbeilage von Birnb. nicht im Besitze, wollen Sie eine andere wählen. In Folge spärlichen Einlaufes der Abonnementsbeträge haben wir uns veranlasst gesehen, an eine grosse Anzahl von Abonnenten Postaufträge zu senden. Dieselben haben den Zweck, die betreffenden Herren Collegen an ihren Rückstand zu erinnern und sie mit der Höhe desselben bekannt zu machen. Der Postauftrag ist somit nichts anderes a/s die Ueberreichung der Rechnung und darf von Niemandem a/s beleidigende Mahnung auf־ gefasst werden. Denjenigen Herren Collegen, welche den Auftrag unbeglichen zurücksenden, werden die Kosten desselben■־ zu ihrem Conto zugeschlagen. Die Rednction Zahlungen der Abonnements- und Jnfertionsbeträge sind an die Nedaetion Wien- II.- Rovaragaffe Nr. 2? zu senden.

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