Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 25 (20.7.1885)
- Date
- 1885-07-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische n - Zeitun Pränumerations-Preis Kür Dereinsmitglieder: Ganzjährig ... fl. 5 ״.— Halbjährig ... fl. 2.50 Vierteljährig . . fl. 1.25 Monatlich ... fl. —.45 Kür Aichlmitgkieder: Ganzjährig ... st. 0- Halbjährig ... fl. 3.— Diertellährig . - fl. 150 Monatlich ... fl- —•50 Kür das Ausland: Ganzjährig ... fl. 7.— 12 Mark oder 6 Rubel. Organ dir GeZlililmi-IliterrMli indischer Cantoren. Erscheint jeden achten Jag. Begründer: Dbercaulor ^Zcruev. Adurinistratiorr Detladiaii W i tn. II., Novaragaffe 27. g Inserat« werden billigst berechnet. Manuscripte «erden nicht retournirt. Nr. 25 Wien, 20. Juli 1885. 5. Jahrgang An die geehrten Herren Abonnenten! Da die laufenden Pränmmrationsbeträge sowohl, als auch die Abonnementsbeträge für die bereits abgelaufenen Quartale sehr spärlich einfließen, die Redaction des Blattes hingegen ihren vielfachen Verpflichtungen pünktlich nachkommen muß, sehen wir uns veranlasst, unsere geehrten Herren Abonnenten abermals an die Erfüllung ihrer Pflicht zu mahnen, und hoffen, dass es keiner weiteren Aufforderungen bedürfen wird. Bei politischen Tagesblättern beeilt sich Jedermann im Vorhinein pünktlich zu abonuiren, und wir finden es unverantwortlich, wenn die Herren Collegen einem Fachblatte, das nicht auf Gewinn abzielt, sondern lediglich auf die Wahrung der Standesinteressen Bedacht nimmt, nicht mit derselben Coulance entgegenkommen. Die Administration. Erläuterungen des jüö. Gottesdienstes nach Mekore Hatephilla mitgetheilt von Simon Diamant. Oberlehrer in Austerlitz. (Fortsetzung.) Geschichte des Gottesdienstes und dessen E 11 t ft e b u 11 g. Gebete wurden schon in den ältesten Zeiten verrichtet. Diese unterscheiden sich von den späteren in zwei Punkten: 1. Dass sie unter freiem Himmel verrichtet wurd.n. 2. Dass sie nur von Einzelnen dargebracht wurden, z. B. Abraham, Jsak, Jakob, Moses, Jecheskiah, Daniel. Selbst die Zeitgenossen des Nehemia waren noch genöthigt, sich unter freiem Himmel zu versammeln, um die Regungen ihres Inneren wiederzugeben. (Neh. 8—1—9—9—3—4.) Erst an den Strömen Babels, als der babylonische König Nebuchadnezar die Israeliten in 6. Jahrhundert (v. d. g. Ztr.) in Gefangenschaft führte, fühlten unsere Väter zuerst das Bedürfnis nach Stätten der Versammlung, in welchen man in Gemeinschaft durch Gebet und Belehrung ohne Opferdienft den Gott der Väter vernehmen könnte. Von Babylon nimmt die Synagoge ihren Anfangspunkt. Jochonja, der König von Juda, soll der Sage nach, als er nach Babylon mit seinen Glaubensgenossen in die Gefangenschaft gieng, in dem Orte Schafjatib im Gebiete von Nehardea eine Synagoge gegründet haben. (Meg. 29.) Eben so alt soll auch die Synagoge zu Hnzal in der Nähe von Schafjatib gewesen sein. Der nachexilische Psalm (74. 4, 8), klagt schon über die Zerstörung der Gotteshäuser. Nach dem Vorbilde dieser babylonischen Synagoge verpstanzten sie sich auch eiuzelweise in das Mutterland Palästina, und als später Alexander der Große (333 v. d. g. Zeitrechnung) die Israeliten nach Egypten und auch anderswo hin ziehen ließ, da wurde die Zahl der Synagogen sehr groß. In Alexandrien, der Hauptstadt Egyptens, prangte schon lange vor der Zerstörung des zweiten Tempels, eine großartige Synagoge. In den Makkabäerzeiten (160 Jahre v. d. g. Ztr.) hatte schon jede mittelmäßige Stadt in Palästina wie früher in Babylon ihre Synagoge. Als die Nachfolger des Antiochus Epiphanes der Judengemeinde zu Antiochia, der größten und bedeutendsten Stadt Syriens, die geraubten Tempelgefäße wieder gaben, stellten die Juden ihre Synagogen auf, und in hundert Jahre später erfahren wir beiläufig von Synagogen zu Nazareth *). Kapermaum **), von Synagogen in den von Juden bewohnten syrischen, kleinafiatischeu und griechischen Städten, und Jerusalem soll sogar bei der Zerstörung 480 Gotteshäuser gehabt . *) (Luk. 4, 16). Drei Stunden von Beth-Lechem. Nach I. Schwarz ist “עיר לבן 2הו bie Stadt Nazareth, weil die Häuser derselben von weißem Kalksteine, und sie am Abhange eines Kalksteinberges liegen. **) Eine Stunde nördlich von Tiberias, hart am User des See's Kinereth. Midi-. Koheleth 85, a, heißt diese Stadt ״Ketar-dlachumA im Miele. Schir Haschir. Kefar Tanchumim u. s. w. Gegenwärtig ist sie zwar zerstört, doch noch bekannt; man heißt diese Stelle noch Kefar Tanchum und des Rabbi Tanchuma gezeigt wird, die alle in dem Kefar Tanchum ruhen- und also vermittelst derselben das ehemalige Tanchum bekannt ist.