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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1885-07-03 · Heft 23 (3.7.1885) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 23 (3.7.1885)
Date
1885-07-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische Pränumerations-Preis Kür VereinsmiLglicder: Ganzjährig ... fl. 5.— Halbjährig . ־ . - fl. 2.50 Vierteljährig . . fl. 1.25 Monatlich ... fl. —.45 Kür Mchlmitgtteder: Ganzjährig ... fl. 6.— Halbjährig ... st. 3.— Viertel!ährig . . fl. 1-50 Monatlich . . . fl- —•50 Kür das Ausland: Ganzjährig ... fl. 7.— 12 Mark oder 6 Rubel. Ar die Organ feammt-jlnimwii itiiiisrhrr Contarpu. r Herlndiot) | Ädnrir; r?4 rcrtron I W i f n. Erscheint jeden achten Jag. II., Novaragape 27. g Begründer: Obercanror (Baüc'ß uetr. Inserat« werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirl. Nr. 23 Wien, 3. Juli 1885. 5. Jahrgang Abonnements-Einladung. Die Oesterreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung hat mit 1. Juli das III. Quartal des V. Jahrganges begonnen. Die geehrten Herren Collegen und Abonnenten werden daher ersucht, das Abonnement unter den an der Spitze des Blattes angegebenen Modalitäten baldigst erneuern zu wollen, damit die weitere Zusendung keine Unterbrechung erleide. Wie bisher werden wir bestrebt sein, mit aller Kraft uns für die Interessen des Cantorenstandes einzusetzen und hoffen, unser Wirken vwerde auch weiterhin die vollste Anerkennung, sowie hinreichende geistige und materielle Unterstützung von Seite unserer Collegen finden. Diejenigen Abonnenten, welche mit dem Abonnementsbetrage für das vergangene Quartal noch im Rückstände sind, werden dringendst ersucht, denselben umgehend zu begleichen. — Die Administration. Wien, am 3. IuU 1885.! I Die Aufgabe dieser Blätter ist es, alle jene Fragen, die einerseits das allgemeine Interesse des Cantorenstandes berühren, andererseits der Entwickelung des Cantorenvereines förderlich sind, in Anregung zu bringen und durch eingehende Erörterung allmälig auf die Lösung derselben Hinzusteuern. Je wichtiger eine solche Frage erscheint, desto Häufiger muß sie in den Vordergrund der Discussion gestellt werden und desto ernster müssen sich die maßgebenden Faetoren mit derselben beschäftigen. Von der theoretischen Behandlung zur praktischen Ausführung ist jedoch immer ein sehr weiter Weg, und dies ist namentlich dort der' Fall, wo" es sich um eine materielle Frage handelt, denn diese kann nicht durch Worte so sehr als durch Geld gefördert werden. Prüfen wir nun, welche Fortschritte der Hauptzweck des Cantorenvereines, die Gründung einer Penstons- und Unterstützungscassa — wir nehmen hier diesen Begriff in seinem weitesten Sinne — seit dem Bestehen des Vereines gemacht hat, so kommen wir zu einem sehr einseitigen Resultate. Naturgemäß ist nicht nur der Vorstand des Vereines, sondern die Gesammtheit seiner Mitglieder dazu berufen, die Vereinszwecke zu fördern, und die Annahme wäre vollkommen berechtigt gewesen, dass kein Mitglied zurückftehen wird, an der Schöpfung einer Institution, deren dringende Nothwendigkeit so! allgemein anerkannt ist, Theil zu nehmen. Die Erfahrung hat j aber anders gelehrt. Der Vorstand hat wohl nach jeder׳ Richtung seine Pflicht erfüllt, er hat die Gründung eines Unterstntzungsfondes nicht nur zum Gegenstände vielfacher Discussionen in den Vereinßsitzungeu gemacht, sondern auch in der richtigen Erkenntnis, dass dies allein nicht genüge, ein Comitä gewählt, dem es gelungen ist, namhafte Spenden dem Vereine zuzuwenden. Was ist aber von Seite der Mitglieder in dieser Beziehung geschehen? Za wohl, so Mancher hat in der Cantorenzeitung die Dringlichkeit eines Unterstützungsfondes erörtert, Mancher hat dem Vorstande einen wohlgemeinten Rath ertheilt, auf ' welche Weise die gesammelten Gelder am Besten zu verwenden seien, Jedermann hat mit überschwenglichen Worten seiner Freude über das Anwachsen des Vereinsfondes Ausdruck gegeben, aber Niemand har sich noch veranlasst gefunden, durch die T h a t der heiligen Sache auch wirklich zu dienen. Haben denn die Ereigniße der letzten Jahre noch nicht genügende Beweise geliefert, dass nur wir selbst auf unsere Zukunft und auf das Wohl unserer Familien bedacht sein müssen, und ist die traurige Perspective, dass vielleicht einmal die Existenz unserer Lieben nur vom bloßen Zufalle abhängig sein könnte, zu wenig Impuls, um Jerdermann zu eifriger nimmer ermüdender Thätigkeit anzueifern?

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