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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1885-06-01 · Heft 19 (1.6.1885) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 19 (1.6.1885)
Date
1885-06-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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— rz — zu verdienen, denn wetstl sie nicht. ef|e«/> hungern sie genau wie die iJlumcuien.■ Das BnrKrtWn. beschuldigt dir Juden,- an allen Nebeln Schuld zn sein, weil es selbst Alles leiten möchte; es hetzt die rumänischen Arbeiter gegen die jüdischen׳ Taglöhner, um sie beiderseitig zü schwächen und allesammt auszubeuten. Uebrigens was sollte ■fyhr rumänischen Juden geschehen? Sollten wir.sie wegjägen, sie aushängen? Keines dieM Mittel lässt sich in Anwendung bringen, daher nUssnachirgend einem Mittel gesucht werden. Die Ankläger der JMen . behaupten, dass sie sich nicht mit den andern Bewohnern des Landes vermischen. An wem liegt die Schuld? Von srühester Kindheit an steht der Jude in Rumänien außerhalb des Gesetzes. In der Schule ist er der Prügelknabe seiner christlichen Kameraden; als Mann bleibt er weiter jeder Ungerechtigkeit, jedem Aergernis ausgesetzt. — Wenn wir den Juden brüderlich die Hand ' reichen,׳ wenn wir sie Theil nehmen lassen an unseren Rechten, an unseren Pflichten, werden sie aushören das zu sein, was sie heute sind; sie werden uns nicht mehr als unsere Gegner betrachten und unsere treuen Verbündeten werden.* -—Eine Bukarester Zeitung hat erzählt, dass eine jüdische Frau in der Stadt todt hingesallen und sügt hinzu, dass zu wünschen wäre, allen Juden in Rumänien ging es so; eine andere Zeitung antwortet folgendermaßen: Wenn euer Patriotismus darin besteht, die Vernichtung eines Volkes herbeizuwünschen, warum protestirt ihr gegen die Ungarn, welche den Numänen nicht viel Schlechteres wünschen als ihr den Juden? Ihr haltet euch für sehr patriotisch׳ weil ihr die Ausrottung der Juden herbeiwünscht; warum nennt ihr also nicht den Ungar patriotisch, der die Rumänen zu Magyaren machen möchte? — Kürzlich, erzählt die Zeitung ״Ilajoez", ist dem Senat eine große Anzahl von Naturalisations-Gesuchen, von Personen der verschiedensten Nationalitäten, eingereicht worden: Sie wurden sämmtliche angenommen, außer einem, dasjenige eines Israeliten, Dr. Leo Nosenthal, welches nicht angenommen wurde, weil er ein Jude ist. Aarahai. Die hiesige Polizei hat es aus die Juden abgesehen. Sie verbot die bei denselben übliche Huttracht und ließ die Zuwiderhandelnden sörmlich mit Schlägen tractiren. Aus den Wochenmärkten dürfen sie erst nach 12 Uhr Mittags einkausen, nachdem die Christen sich mit ihrem Bedarf vollständig versehen. Aus die Reclamation an die Regierung wurde ihnen der Bescheid, dass jede Stadt das Recht hat, ihre Marktordnung einznrichten, wie sie will. Weil ein junger Israelit einem rumänischen Beamten nicht das verlangte Geld geschenkt, weil er eben an diesem Tage noch nicht so viel verdient ha te, wurde er 24 Stunden eingesperrt und daselbst schonungslos geschlagen. London. Am 9. Mai wurde hier in Flosse-Street, Spitalsfield, eine neue Synagoge eiugeweiht. Das Gebäude war früher eine Kapelle und wurde zum Bethans umgewandelt, um der Vereinigung zweier bisher getrennter Gbebrotb ״Bnai Berith“ und ״Tehilim“ zu dienen. Die Synagoge fasst 130 Sitze für Männer, 70 für Frauen. Die Vereinigung der bisher getrennten Gemeinden ist den Bemühungen des Herrn D. A. Romain, eines Rechtsanwalts, zu danken. St. Louis. Der Rabbiner Dr. Stern aus Wilkesbarre Pa. hat sich vergangenen Sonnabend mit Laudanum vergiftet. Er hat ein Schriftstück hinterlassen, worin er folgende Angaben macht: »Mein Name ist David Stern; Alter: 3 t Jahre; Geburtsort: Manchester (England); Beruf: jüdischer Rabbi. Unter keinen Umständen soll ein Rabbi oder ein Geistlicher irgend eines Bekenntnißes an meinem Grabe irgend eine Amtshandlung vollziehen. Was man an Gold oder Juwelen an meiner Person findet, vermache ich den Armen. Der einzige Grund, den ich der Welt für meine That geben kann, ist, dass ich nach einem zehnjährigen Kampfe zu der Ueberzeugung gekommen bin, dass Ungerechtigkeit und Eigennutz die Welt regieren, und ich weder Stärke noch Neigung besitze, den Kampf länger fortzusetzen. -/ Ich bin es müde. Stern, der auf dem Standpunkte.der rädicälsten Reform stand, galt im profanen Wissen für einen Mann vom ungewöhnlicher Bildung. Nachdem er vor etwa drei Monaten sein Amt in Wilkesbarre niederlegte, wurde er Sonntagsprediger in Philadelphia, wo׳ er auch der kürzlich daselbst stattgehabten ,Rabbiner- Versammlung* beigewohnt haben soll. — In Amerika hat sich eine christliche Seete gebildet, deren Lehre streng lutherisch ist, sich aber darin von' dieser unterscheidet, dass ihre Bekenner an Stelle des Sonntags den Sabbath beobachten. Diese Serie findet hier von Tag zu Tag mehr Anhänger. Es gibt manche kleine Stadt in Amerika, wo man — traurig, aber wahr — am Sabbath nur noch von einem — Juden etwas kaufen oder von einem Juden eine Arbeit verrichten lassen kann, denn alle Christen feiern den Sabbath auf's strengste! Die Sabbathianer haben in Amerika mehrere Zeitschriften (in vers schiedenen Sprachen, auch in deutscher), in welchen sie für den Sabbath mit Erfolg kämpfen. Jez. In der ersten Pessachnacht wurde ein Maure gesehen, welcher längere Zeit im Judenviertel spazieren ging. Derselbe war vollständig bis zu den Augen eingehüllt und zwei Sclaven folgten ihm respectvoll in einiger Entfernung. Einige Personen, welche in ihm nach dessen Erscheinung eine hohe Persönlichkeit vermutheten, folgten ihm und sahen zu ihrem Erstaunen, dass er in den kaiserlichen Palast zurückkehrte, woselbst er das Thor durch einen Privatschlüssel öffnete und in den Harem eintrat. Es liegt die Vermuthung nahe, dass es der Sultan selbst gewesen, welcher sich, ohne in die Häuser, deren Thüren, wie in dieser Nacht üblich, offen standen, einzutreten, die Ceremonien der Juden in der Sedernacht ansehen wollte. Stellen!) eränd erung en. College R. Schwalb von Szabadka nach Temesvar (Josefstadt); College M. Müller von Neuhaus nach Schültenhofen (Böhmen); S. Beinkeles von Postrizin nach Nadenin (Böhmen). (Allen Herren Collegen unsere herzlichste Gratulation. Die Red.) Correspondenz dev Nedaetion. Sch. in R. Ihr Saldo beträgt fl. 6.50 bis 1. April a. c. und bewilligen Ihnen denselben in den angebotenen Monatsraten zu bezahlen. Sch. in Gr. W. Den gesandten Betrag habe Ihnen gutgeschrieben. R. in N. Ab. Jrrthnmlich ist bis heute derName weggeblieben. Gr. in A- Die Erledigung Ihrer w. Zuschrift folgt demnächst. Besten Gruß. Die säumigen Herren Abonnenten werden d r i n g e n d st gebeten, ihrer Verpflichtung dem Fachblatte gegenüber umgehend nachzukommen. Zahlungen der Abonnements- und Jnsertionsbeträge find an die Nedaetion Wien- II.- Novaragasse Nr. 25 zu senden. Die Redaction. Concurs. In der israelitischen Cultusgemeinde zu Strassnitz in Mähren ist die Stelle eines Cantors, der auch Schoch et Ubodek ist und die Befähigung besitzt, den hebräischen!Religionsunterricht zu ertbeilen, mit 15. August 1885 zu. besetzen. Gehalt 700 fl. fix nebst den üblichen Emolumenten. Bewerber um diesen Posten wollen ihre Gesuche bis Ende Juni beim Cultusvorstande einreichen. Reisespesen werden nur dem Acceptirten vergütet. Israel. Cultusgemeinde Strassnitz, am 25. Mai 1885. Der Vorstand: Isidor Winter, Max Reich•

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