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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1885-05-24 · Heft 18 (24.5.1885) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 18 (24.5.1885)
Date
1885-05-24
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Christus die Vernichtung der christlichen Interessen als Gottesdienst betrachtet, und dies ist auch noch jetzt meine Neberzeugung: diese ges richtliche Aussage wurde aber vor mehreren Jahren gemacht, als ich von der Existenz des Brimannus noch gar keine Ahnung hatte, später habe ich keine amtseidliche oder sonst eidliche Erklärung vor Gericht vder sonst abgelegt, sondern als Privatmann literarisch das Judenthum behandelt; eine mündliche oder schriftliche Aenßerung, wie sie Brimannus mir in den Mund legt, habe ich nie gemacht, bin aber jederzeit bereit, die oft ausgesprochene Neberzeugung von dem auf die Vernichtung der Christen, . des Christenthums und der christlichen Interessen gerichteteten Bestreben des Judenthums eidlich nicht bloS zu betheuern, sondern auch mit Gut und Blut als wahr zu vertheidigen. Die Erde möge sich öffnen und mich verschlingen, odcr Feuer vom Himmel fallen und mich tödten für Zeit und Ewigkeit, wenn, es anders ist mit dem Judenthum, als ich sage. Ich benütze diesen Anlass, zu erklären, dass die hohe k. k. Negierung mich mit Hinweisung auf die aufgeregten Zeiten zur Einstellung der literarischen Fehde verpflichtet Hai; ich werde daher auch die neuesten auS Leipzig kommenden Angriffe gegen mich ignoriren und mich bis auf Weiteres darauf beschränken, meinen Einspruch dagegen hiemit constatirt zu haben. Indem ich Sie ergebenst bitte, diese Zeilen ihren geehrten Lesern kundzugeben, zeichne ich hochachtungsvoll Prof. Dr. A. Rohling. Wltkarest. Kein Tag ohne neue Vexation der Juden. Bis jetzt war eS noch den jüdischen Kleinhändlern gestattet, zweimal in der Woche auf dem Markte ihre Maaren feilzubieten. Plötzlich wurde ihnen ^.solches untersagt und eine Schaar von Gendarmen auf den Markt postirt, um die armen Leute mit ihrem. Kram zu vertreiben. Das bereits so kärgliche Brod wird ihnen noch mehr beschnitten. Sollen sie denn absolut zu Grunde gehen oder Wegelagerer werden? . Wom. Vorige Woche fand in Rom in der von der Regierung errichteten höheren Töchterschule die halbjährige Prüfung statt. Das Unterrichtsministerium hatte für die fleißige Schülerin eine goldene Medaille als Prämie bestimmt. In der Schule befanden sich diesmal zwei Mädchen, welche nach dem Ausspruch des DireetorS Anspruch auf diese Medaille hatten. Da jedoch die eine derselben Jüdin war, so war vorauszuseheu, dass nicht sie, sondern ihre Collegin die Prämie erhalten werde. Davon hat auch die Königin von Italien erfahren, worauf sich die hohe Frau beeilte, dem Director eine mit ihrem Namens-Zeichen geschmückte Brillant-Broche mit der Bitte zu über» senden, dieselbe der jüdischen Schülerin als Prämie zu überreichen. ßonstantinopel. In einem Armenviertel stehen etwa 30 Häuser und Hütten, in welchen circa 400 Cariäer wohnen. Kein Reicher, aber auch kein Armer unter ihnen. Sie haben ein Gotteshaus und eine Schule. Nach ihrer Ueberlieferung wohnen sie hier feit Constantin, circa 1600 Jahre. Sie sprechen griechisch, türkisch und viele verstehen hebräisch und spanisch. Der Hass und die Entfremdung, zwischen ihnen und den Rabbaniten ist gewichen. Nur verschiedene Gefetzesauffafsung trennt beide Thcile. Ihr kleines, schönes Bethans gleicht einer Synagoge. Ihre Thorarollen sind schön geschrieben und sind mehr als 400 Jahre alt. In der Festsetzung der Monate herrscht große Unordnung. Einige warten, bis die Versammlung der Gelehrten den Beginn festgestellt hat, andere setzen ihn für sich an. Am Sabbath haben sie durchaus kein Feuer. Auch die Schlachtregeln sind andere, doch essen sie an manchen Orten das von Rabbaniten Geschlachtete. Ihre Schule wird von 40 Knaben besucht, die dort die Bibel griechisch übersetzen und türkisch lernen. Die Mädchen, welche bisher gar keinen Unterricht erhalten haben, besuchen jetzt lheilweise die Allianzschule. Die Gesammtsumme aller noch lebenden Cariäer wird auf 12.000 angegeben; die Meisten wohnen auf der Halbinsel Krim. Bekanntlich befinden sich auch in Halitsch, Galizien, קריאים, welche nur die Vorschriften der Thora, nicht aber die des Talmud halten, und ernähren sich größtentheils vom Ackerbau. Correspondenz der Nedaction. Cultusvorst. in L-, in Schütt., in Agr. bestätigen die eingesandten Jnsera ten-Gebühre. B. in Neust. Bestätigen den Empfang des Abonnements - Betrages von K. St. in St. Joh. Ihr Eingesendet ist vielmehr persönlich als sachlich gehalten, deshalb unverwendbar. Sin. in Schaitm. Wegen Beitritt zum Cantorenvereine ist ein Gesuch an den Vorstand, zu Händen des Präses, Obercantor I. Singer, I., Seitenstettengaffe 4, einzureichen. N. in Lib. Der Preis vom Werke זמירות ישראל ist für alle 3 Theile 40 Mark. Sar. in St. Bestätigen dankend den gesandten Betrag für den Rest 1884 und 1. Quartal 1885. Gr. in A. Ausführlicher Bericht ehestens. Besten Gruß. Sch. in K. Wir ersuchen um gef. Einsendung der Jnseraten-Gebnhr per fl. 2.10. Gruß. Rab. in Lib. Betrag erhalten. Compos. nicht zu verwenden. Die Redaction. Aviso! Die säumigen Abonnenten werden dringendst um Einsendung der rückständigen Abonnements betrüge ersucht. Zahlungen der Abonnements- und Jnsertionsbeträge find an die Nedaetion Wien, II., Novaragaffe Nr. 27 zn senden. Die Administration. Concurs. Bei der Israel. Cultusgeraeinde Iglau ist die Stelle eines Chor-Dirigenten mit guter Tenorstimme, der musikalisch und zur Substitution des Cantors im Vorbeten und קריאת ׳התורה ferner zur Ertheilung des Religionsunterrichtes für Schüler der Volksschulen befähigt sein muss, zu besetzen. Die Anstellung ist eine provisorische, der Gehalt beträgt fl. 600 jährlich. Bewerber, welche ihre Befähigung und bisherige Verwendung mittelst Zeugnis-Abschriften nachzuweisen haben, wollen sich bis 15. Juni a. c. an den gefertigten Vorstand wenden. Ledige werden bevorzugt. Reisekosten werden nur dem Acceptirten oder Hieherberufenen vergütet. Iglau, am 26. April 1885. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Concurs. Bei der hierortigen isr. Cultusgemeinde kommt die Stelle eines musikalisch gebildeten Cantors, der zugleich als Hilfslehrer an der Volksschule mitzuwirken hat, neu zu besetzen. Fixer jährlicher Gehalt 700 fl. nebst den üblichen Emolumenten. Bewerber, ledigen Standes, wollen ihre Gesuche nebst den Zeugnissen über ihre Fähigkeiten und bisherige Verwendung bis 15. Juli 1. J. anher einsenden und sieh in denselben zu einem Probevortrag bereit erklären. Reisespesen werden nur dem Acceptirten vergütet. Neuhaus, Böhmen am 1. Mai 1885. Der Cultusvorstand.

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