Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1885-04-22 · Heft 14 (22.4.1885) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 14 (22.4.1885)
Date
1885-04-22
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/1304829-3452999-3453013--1326-3455454
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

,z - und andere häusliche Pflichten vollziehen. Durch körperliche Uebungen, Spieles Unterricht im Hebräischen und Englischen wird' für ihre körperliche und geistige Entwickelung gesorgt. Wenn diese Einrichtung sich bewähren-wird, sollen auch höhere Clässen für ältere Kinder errichtet werden, in welchen dieselben soweit herangebildet werden sollen, dass sie im Stande sind, nicht nur einen geordneten Haushalt zu führen, sondern sich auch selbstständig ernähren zu können. Merw. Jetzt, wo die centralasiatischen Verhältniße im Vordergründe der TageSereigniße stehen, dürfte die Mittheilung eines Correfpondenten von doppeltem Interesse sein, dass in Merw und in der ° Testung Sa׳ak eine große Anzahl Juden wohnen. Dieselben sind aus Persien und Afghanistan eingewandert. Der Schochet in Merw flammt aus Meschhed (in Chorasan), wo die Juden vor 45 Jahren gezwungen worden sind, den Islam anzunehmen׳. Etwa 500 Familien wurden zum Schein Mohammedaner. Sie haben fast in jedem Hause .einen 8cbochst, damit die Perser nicht sehen, dass sie den jüdischen Ritus halten. Mischehen kommen nicht vor, die Töchter verheiraten sie, wenn sie 9—10 Jahre alt sind, und geben, entgegen der persischen Sitte, welche ein Kaufgeld für die Eltern der Braut fordert, eine Mitgift. Den Freitag feiern Alle. Am Sabbath halten sich nur die mehr als Vierzigjährigen vom Geschäfte zurück. Ihr icligiöser Führer ist. ein R. Mordechai, der zugleich der reichste Seidenfabrikant dort ist. Er soll mehrere Millionen besitzen. Ihn selbst hat der Correspondent nicht in seinem Hause angetroffen, aber sein Sohn theilte ihm mit, dass nur noch 150 Familien von Pseudemohamedanern jetzt dort leben. Die Anderen haben sich unter dem Vorgeben der Mekkafahrt allmälkg nach Palästina begeben. Die dort Wobnenden haben sechs ׳Thorarollen und ein Talmuderemplar. Die Schule ist in der Synazöge. Doch lernen die Kinder nur hebräisch lesen, jüdische Geschichte ünd die Vorschriften der 8chcchita. Alle sind sie Kaufleute, außer 5, welche mohamedauische Geistliche sind. Abessinien. Der Negus König Johannes rühmt von sich, dass er ein Urenkel des König Salomo sei, und hat auch vor etlichen Jahren einen Orden gestiftet, den er nach seinem Urahnen .Chatem Suleiman* (Salomon's Siegel) benannte. Vor längerer Zeit ertheilte nun der Negus dem italienischen Künstler Nardi den Auftrag, ihm .einen Thron, ganz nach dem Vorbilde desjenigen, den sein vermeintlicher Ahnherr seinerzeit benutzt hatte, und von dem noch eine genaue Schilderung in abessinischen und jüdischen Geschichtswerken vorhanden ist, anzufertigen. Statt aus Gold sollte jedoch der Thron aus vergoldetem Silber angefertigt werden. Achtzehn volle Monate hat nun der Künstler an diesem Thron gearbeitet und denselben glücklich in den königlichen Palast gebracht. Vor Kurzem hat König Johannes den neuen Thron in Gegenwart seines Hofstaates ünd seiner Minister feierlich bestiegen und von demselben Besitz ergriffen. Gründungs- und Veremsbkiträge. I. Bader, Pardubitz, halbjährigen Beitrag. L. Weiß, Simontornya, vierteljährigen Beitrag/ L. Friedländer. Szilos-Balhas, vierteljährigen Beitrag. I. Neumann, St. Pölten, halbjährigen Beitrag. Carl Grünfeld, Gaudenzdorf, halbjährigen Beitrag. A. Freisinger, Pilsen, halbjährigen Beitrag. I. Baum, Lobositz, halbjährigen Beitrag. M. Reiser, Neuern, ganzjährigen Beitrag. A. Fischer, Cassier. Correfponden; der Nedaction. Kr. in G. Ihre Rechnung stimmt nicht. B. in B.-Leip. Haben noch 25 kr. nachzusenden. Gr. in L. Beglichen bis Ende Dez. 1885. Schl, in Cham. Wegen Beitritt zum öst.-ung. Cantorenverein wollen Sie sich an den Präses, Obercantor I. Singer, I-, Seitenstettengaffe 4 wenden. Die Redaction. Aviso! Damit sich nicht wieder die Rückstände anhäufen, werden die geehrten Cottegen höflichst ersucht, die Abonnementsbetrage umgehend einzusenden, und wird es uns befriedigen, wenn uns für die Folge ähnliche Mahnungen erspart bleiben. Zahlungen der Abonnements- und Jnsertionsbeträge find an die Redaktion Wien- II.- Novaragafie Nr. 27 zu senden. Die Nedaction. INSERATE. Bei der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde ist die Stelle eines musikalisch gebildeten Vorbeters, der zugleich שוחט ובודק und Chordirigent sein muss, mit dem Jahresgehalte von £. 600 und Natural-Wohnung, sofort zu besetzen. Bewerber haben ihre Gesuche bis 10 Mai a. c. an den Vorstand dieser Gemeinde einzusenden. Zum Probevortrage werden nur die hierzu vom Vorstände Berufenen zugelassen und Reisespesen nur dem Acceptirten vergütet. . Agram, 13. April 1885. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Avis fär C&asoHiHL Unter bescheidenen Bedingungen stehen einem an erkannt gutherzigen Chasan, der musikalische Bildung hat, meine 2 Knaben zur Verfügung. Der neunjährige mit Altstimme und der 6jährige mit Sopranstimme. Beide sind Anfänger, besitzen starke angenehme Stimmen, grossen Eifer zum Gesang, eine staunenswerte Auffassungskraft wie auch ausgezeichnetes Gehör. Näheres bei dem Adressaten. 8. L. Grünwald Cantor. Ein Chordirigent und Gesangslehrer, tüchtiger Mnsiker, gründlicher Kenner der Harmonielehre, welcher in dieser Eigenschaft in Wien mit Erfolg gewirkt hat und sich hierüber mit den besten Zeugnissen answeisen kann, sucht in gleicher Eigen- Schaft Stellung in einer grösseren isr. Cultusgemeinde. Offerent besitzt auch eine hübsche Tenorstimme. Referenzen und nähere Auskunft ertheilt bereitwilligst die Redaction dieses Blattes, welche dieses Offert auf’s Wärmste empfiehlt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.