Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 5 (1885)
- Issue
- Heft 7 (18.2.1885)
- Date
- 1885-02-18
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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~ 7׳ — licher Rechtlosigkeit hier früher, als in anderen europäischen Ländern, dauerte aber immerhin lange genug, um den Charakter des Volkes zu depravieren. (Fortsetzung folgt.) Gemeinde-Berichte. Wudapest. Im ungarischen Cultusministenum soll die Errichtung ei ner jüdischen Abtheilung geplant werden, welche ausschließlich aus jüdischen Beamten bestehen soll. Diese Section wird die Aufgabe haben, über Fragen, welche die Verwaltung der jüdischen Gemeinden Ungarns betreffen, zu entscheiden. An der Spitze dieser Section wird ein Ministerialrath stehen. — Der rühmlichst bekannte Verfasser des Werkes ערוך השלום Herr Rabbiner Dr. Kohut, gegenwärtig in Gr.-Wardeiu, hat einen Ruf nach New-Pork erhalten, an die Stelle des verstorbenen Rab״ biners Dr. Hübsch. Arad. In Ergänzung des in voriger Nummer der Cantoren- Zeitung enthaltenen Berichtes über das Leichenbegängnis des verstorbenen Ober-Rabbiners Dr. Steinhardt muß ich meine höchste Verwunderung über das gänzliche Verschweigen der wahrhaft verdienstvollen Leistungen unseres Regenschori, Herrn A. Grünzweig, ausdrücken, dem doch fast das ganze Arrangement des gesanglichen Theiles bei diesem traurigen Anlasse zufiel, da Obercantor Kohn als weder im Tempe). noch im Hause des Verblichenen fnngiren konnte und erst, als der Leichenzug sich auf der Straße entwickelte, in Function trat. Das Hazur tomim wurde auch von dem Letzteren meisterhaft recitirt. Gleichzeitig übermittle ich der löblichen Redaction das Programm der Leichenfeier. Im Tempel: 1. Präludium v. Capellmeister Höszly, 2. Choral gemischter Chor v. Grünzweig (ungarisch), 3. Psalm recitirt v. Dr. Löw, 4. Addonoj moh odora, Männerchor v. Löwen- Berg, 5. Rede von Dr. Löw. 6. Abschied vom Todten o. Dr. Löw, 7. Schiwisi, gemischter Choc v. Grünzweig, 8. k08tludmm v. Capellmeister Hörszly. Am Fried Hose: 1. Hazur tomim v- Abercantor Kohn, 2. Männerchor, v. Capellmeister Kaldi, 3. 6 Reden v. drei Rabbinen und zwei Professoren gehalten, 80Idrvi8i, Männerchor v. Grünzweig. Tobitschan. Donnerstag ער״ה אלר, an welchem Tage hier immer anstatt אלר 'T eine Predigt abgehalten wird, hat Herr Rabbiner Theumann zugleich dem vor Kurzem Hingeschiedenen Landesrabbiner A. Placzek s. A. einen warmen Nachruf (N2ON) gehalten, in welchem er anknüpsend an einen 2!ררש hervorhob, dass der Hintritt des Verewigten sowohl von der Ortodoxen-, als auch von der Fortschrittspartei betrauert wird. Placzek war als Rabbiner und Seelsorger stets bemüht, durch Wort und Beispiel auch Andere zu einem frommen und gottesgefälligen Leben anzueifern und den Saamen der Tugend und der Gottesfurcht indie Gemüther zu streuen. Aber auch den berechtigten Forderungen der Neuzeit trug er Rechnung, und war dem Fortschritte nicht abhold, soweit er keine Sucht nach Zerstörung und keine Lust nach völligen Umsturz des ehrwürdigen Religionsgebäudes zum Ziele hatte. Die echte heilsame Aufklärung scheute er nicht,, aber tief bekümmerte ihn der Verfall der Religion, das Stürmen und Drängen, mit welchem eine schale Afteraufklärung das Heiligthum des Herrn, das Jahrtausende in dem Geiste der Menschheit aufgeführt haben, ( gefühl- und theilnabmslos abtragen möchte. Die echte Frömmigkeit, die ihm eigenthnmlich war, und die auch dem gleichgiltigen gegenüber nie ohne Wirkung bleibt, sagte Redner ferner, gewann ihm alle Herzen und machte Jedermann, der siu) ihm nahte, zu seinem Freunde. Nach der Predigt wurde der übliche יו□ כפור קטן- Gottesdienst abgehalten. Weiß, Cautor. Vrrmilchte Nachrichten. Wien. Vorige Woche wurde Herrn Dr. Ludwig August Frankl, Ritter von Hochwart, die hohe Auszeichnung zu Theil, von Sr. Majestät in Audienz empfangen zu w rden. Der Dichter überreichte dem Monarchen sein Buch : ,Andreas Hofer im Liede*. Der Kaiser unterhielt sich längere Zeit huldvollst mit dem greisen Dichter über den Inhalt des Buches und sprach demselben seine allerhöchste Anerkennung über das gelungene Werk aus. Wie». Ende Januar starb in Alexandrien einer der reichsten und angesehensten Juden. Baron Dawid Menasche, Generalconsul der Vereinigten Staaten Nordamerika's. Der Verstorbene war durch seine Frömmigkeit und Wohlthätigkeit weit nnnd breit-bekannt. Als der Kaiser von Oesterreich gelegentlich der Eröffnung des Suez-Canals sich in Alexandrien aufhielt, wohnte er bei Baron Menasche. Während der letztverflossenen hohen Feiertage weilte Baron Menasche in Wien und verrichtete seine Andacht im Tempel der hiesigen türkischen Israeliten-Gemeinde. Der von Obercanter Bauer daselbst organisirte Choral-Gottesdienst gefiel ihm so sehr, dass er die Absicht äußerte, denselben auch in der von seinem Vater erbauten Synagoge in Alexandrien einzuführen. — Das Leichenbegängnis fand unter zahlreicher Betheiligung der hervorragendsten Persönlichkeiten Alexandriens statt. Auch der Khedive ließ sich durch den Gouverneur vertreten. Welersönrg. Die seit zwei Jahren unter Vorsitz des Grafen Pahlen tagende Juden-Commission hat, um die Judenfrage in Rußland genau und nach allen Seiten beurtheilen zu können, sich um Gutachten an einzelne höhere Persönlichkeiten, sowie auch an die Semstwos jener Gouvernements, wo die Juden am zahlreichsten wohnen, gewendet. Auch die Gouverneure dieser Provinzen wurden von der Commission um Gutachten angegangen. Bis nun haben neun Local-Comitos. jene von Charkow, Ekaterinoslaw, Kiew. Volhynien. Bessarabien, Poltawa, Cherson, Podolien, Odessa und Tauris der Commission ihre Arbeiten eingesendet. Bezüglich der wichtigsten Fragen, betreffend die Rechte der Juden und die gegen den jüdischen Separatismus zu ergreifenden Maßregeln, zerfallen die Gutachten der oben erwähnten Local-Commissionen in zwei Gruppen. So haben bezüglich der Frage, ob das Ansiedlungsrecht der Juden zu erweitern sei, nur das Kiewer und Volhynier Gouvernement verneinend geantwortet, während alle übrigen Gouvernements für die unbedingte Freiheit des Ansiedlungsrechtes der Juden eintreten. Ferner haben sich sämmtliche Local-Commissionen für. die Aufhebung aller bestehenden speciellen Judensteuern ausgesprochen, weil dieselben den Separatismus der Juden fördern. Weiter verlangen die Commissionen die Aufhebung aller jüdischen Winkelschulen (Cheder) als Pflanzstätten des Fanatismus. Die Commissionen verlangen ferner die strengere und genauere Führung der Matrikel. Schließlich sprachen sich sämmtliche Commissionen für die Zulassung der Juden zu autonomen Körperschaften, Gemeinderath, Semstwo n. s. w., aber mit einer gewissen Beschränkung bezüglich der Zahl der Inden aus. Corvesponden; dev Nedaetion. B. in Mosk. Mit dem gesandten Betrag haben Sie den Rest per 1884 beglichen und den Rest von fl. 2.40 haben wir für 1885 gutgebucht. Gruß. Sch. in K. Wir haben den gesandten Betrag für 4. April 1884 und für Jnserationsgebühr von 1884 gutgebucht. Gruß. H. in Tirn. Wegen Raummangel zurückgeblieben. Epstin Rost. (Russl.) Gesandten Betrag haben wir erhalten. Wir haben die Verzögerung längst entschuldigt. Gruß. Fr. in Sz. B- Wollen Sie den Rest senden. Wir senden Ihnen wieder das Blatt. I. A. Sp. Casino. Bewußtes Werk uns nicht bekannt. Jb. in Od. Sie scheinen sich in der Adresse geirrt zu haben, unserer Ansicht nach hätte das Schreiben nach Deutschland gerichtet werden sollen׳ weßhalb wir von demselben keinen Gebrauch machen können. Gruß. Die Redaction.