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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1885-02-10 · Heft 6 (10.2.1885) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 6 (10.2.1885)
Date
1885-02-10
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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— *7 Namen ,Go' bekannt, weil ihn Cohn immer ,Goi' nannte, sie aber dieses Wort nicht deutlich anssprechen konnten. Der Negerkönig und sein Volk traten zum Christenthume über und benannten aus Dankbarkeit für Cohn und seinen Freund Go, ihr Land mit dem Namen ,Congo'. Ebenso wurde der Fluss, der das Land durchfließt, geheißen. Die beiden Freunde Cohn und Boheim kehrten reich beschenkt nach Portugal zurück und berichteteten ihren Landsleuten von dem Reichthume und der Fruchtbarkeit dieses Landes. Viele Portugiesen machten sich damals am Congo ansässig und gelangten zu solchem Reichthum und solcher Macht, dass sie mit der Zeit die Eingeborenen beherrschten—Daraus entstanden Streitigkeiten und harte Kämpfe. Die Neger vertrieben die Portugiefeu au» ieat Lande nuit kehrten zu ihrem alten Glauben wieder zurück. DaS Land aber und der Fkufs heißen noch immer ,Congo". Won der Spree, 29. Januar. (Orig.-Corresp.) Es dürfte bisher noch nicht vorgekommen sein, dass ein angesteliter Rabbiner und Prediger, noch dazu in einer großen, angesehenen Gemeiude als Soldat gedient hätte. Ein solch, r Fall ist thatsächlich in Liegnitz eingelroffen, woselbst der dortige Rabbiner Herr Dr. P.retz seit einigen Monaten feiner Militärpflicht obliegen muß. Während der Dauer seiner 3jährigen Militärdienstzeit ist Herr Dr. Peretz genöthigt die militärische Kleidung zu tragen, die er nur beim Predigen in der Synagoge mit dem Ornat vertauschen darf. Wie ich soeben aus zuverlässiger Quelle erfahre, hat die Liegnitzer Gemeinde sich mit einem Gesuch an das Kriegsministerium gewendet. In den betheiligten Kreisen sieht man, wie sich's denken lässt, mit beklommenem Herzen und größter Spannung der ministeriellen Entscheidung entgegen. Aurin. Ein liberaler Richter im 14. Jahrhundert. Unter diesem Titel veröffentlicht die ,Gazzetta litteraria' in Turin eine höchst interessante Notiz, die gewiss auch den Lesern unseres Blattes willkommen sein dürfte. In dem Turiner Archiv befristet sich ein sehr merkwürdiges Document. Es handelt sich um die Anklage eines rituellen Mordes, eine Anklage, welche zn jener entfernten Epoche im 14. Jahrhundert überall als begründet und von einer Verurtheilnng begleitet worden wäre. Dieses Schriftstück macht darum umsomehr der Einsicht des savoyschen Richters Pietro Ravasti und seiner zwei Assessoren, welch׳: das freisprechende Urtheil fällten, als auch der Wahrheit des Fürsten alle Ehre, welcher di.sen Nrtheilsspruch billigte und mit seiner Autorität unterstützte. Ein Jude, namens Accellino, und ein Christ, Jaques d'Aigubelle, waren angeklagt, mehrere Christenkind.r in Genf, Rumilly, Annecy u. s. w. getödtet zn haben und alle Juden der Grafschaft Savoyen des Eiuverständnißes und der Mitschuld an diesen Verbrechen bezichtigt. Nach der öffentlichen Meinung, welche durch den Antrag des Staatsanwaltes Bartolomeo Taberno aufrecht gehalten wurde, hätte Jagues di.׳ Kinder entführt und durch die Vermittlung deS Accelino an die Inden verkauft. Nachdem die Kinder getödtet, verwandten sie die Köpfe und Gingeweide, um ein oolliriuiu seit peulum, welches sie Aharace nannten und das. ihnen als Opferspeise diente, herzustellen. In Fesseln gelegt, gestanden die zwei Angeklagten alles ein, dessen sie das öffentliche Gericht anklagte und bekannten die verabschennugswürdige Sitte der Inden. Der Richter aber, in Erwägung ziehend, dass diese Geftändniße ans Furcht vor den Torturen entrissen und kurz daraus widerlegt worden, dass die Inden in ihr Aharace oder Opfer niemals weder Blut noch Fleisch geben, Sachen, welche an sich durch das Gesetz Moses verboten find, sondern mir ungesäuerte Brode und gemeinen Lattich, dass eine solche Anklage einzig und allein von eifersüchtigem Hass und Habgier nach den Gätern der Inden herrühre — der Richter, sagen wir, diesen und anderen Erwägungen zufolge, sprach die Juden alle und jeden einzelnen von der gegen sie erhobenen Anklage frei. Dieses Nrtheil, datirt vom Schlosse bei Chambery den 20. Juli 1329 und wurde an demselben Tage von Eduard Graf von Savoyen bestätigt. Merlin, Der jüngst hier gegründete israelitische Fortbildungsverein ״Montefiore" entwickelt sich mit jeder Woche immer erfreulicher. Die Mitgliederzahl des Vereines wächst stetig und geht derselbe einer frohen Zukunft entgegen. — Auch der Verein ,,Esra", welcher bekanntlich mit der Tendenz ins Leben gerufen worden ist, unsere unglücklichen, in die Hände der feelenfängerischeu Mission gefallenen Brüder zu befreien, darf auf einen beispieslasen Erfolg zurückblicken. Der Verein zählt gegenwärtig sechstausenddreihundert Mitglieder. Abgesehen von dem finauziellen Erfolge ist es in erster Reihe der Triumph der Idee, welche der Verein verfolgte, und die in diesem-Resultäte so glänzend zum Ausdrucke gelangt. Wer hätte es vor vier Jahrzehnten für möglich gehalten» daß ein Palästiuaverein im Jahre 1885 viele tausende von Mitgliedern auf dem ganzen Erdkreise um seine Fahne würde vereinigen können? Gründungs- und Vereinsbritrüge. L. Blum, Schlau, vierteljährigen Beitrag. S. Gütig, Kladno, halbjährigen Beitrag. I. Schwarz, Drosau, halbjährigen Beitrag. S. Streicher, St. Johann a. d. March, halbjährigen Beitrag. Z. Löw, Jglau, zweijährigen Beitrag. D. Beutler, Auscha, halbjährigen Beitrag. S. Friedmann, Pivnitza, vierteljährigen Beitrag. L. Götz, Puklitz, halbjährigen Beitrag. I. Singer, Neubilschof, halbjährigen Beitrag. S- Schischa, Kirchberg a. d. W., vierteljährigen Beitrag. M. Papo, Wien, dreivierteljährigen Beitrag. M. Kulka, Kolin, dreivierteljährigen Beitrag. A. Nähnadl, Libochoivitz, dreivierteljährigen Beitrag. A. Schrecker, Piesling, vierteljährigen Beitrag. L. Stern, Fünfhaus, ganzjährigen und vierteljährigen Beitrag. S. Pollak, Turnau. halbjährigen Beitrag A. Fischer, Cassier. Stellenveran-erung. Herr I. Löw, bisher Canlor in Mako, wurde nach einem beifällig ansgenommenen Probe - Vorträge als Chasau in der ,Talmud-Thora-Synagoze', Wien, acceplirl. Correspondenz der Nedaetion. Da die geehrten Collegen die Belege (Recepiffe) in Händen haben/ finden wir es für überflüffig, im Blatte eine Separatbestätigung zu geben. Schl, in E. Fr. in P. In den nächsten Tagen erhalten Sie die ״Breslauer Synagozengengesänge", wollen den in der Annonce ersichtlichen Betrag hiefür einsenden. Besten Gruß. L. in B- Betätigen dankend den eingesandten Betrag. Gruß. Sch. in B- P. Wir senden die Blätter immer pünktlich ein. R. in Hotzp. Besten Dank für Ihre freundliche Bemühung. An die Direction haben wir Bedingungen eingesendet. Bis nun keine Erledigung. Besten Gruß. — Dr. F. Gin K. Danken für Eingesandtes. Folgt in nächster Nummer. Gruß. B. in Mosk. Gesandten Betrag für Rest 1884 und 1. Quartal 1885 gutgebucht. Gruß. H. in Tirn. Den gesandten Betrag für die früher bestellten Inserate gutgebucht. Spr. in Datsch. haben noch 25 kr. nachzusenden. Die Redartion.

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