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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-12-24 · Heft 43 (24.12.1884) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 43 (24.12.1884)
Date
1884-12-24
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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-7langen Tischen lagen die Geschenke. 'Nach einer, von Seite des Schulleiters Gansel an die anwesenden Festgäste gerichteten Bezrnßunzsausprache, wechselten Deklamationen ernsten und heiteren Inhaltes sowie zweistimmige exact vorgetragene Lieder Ssloscherze ic. ab. Die Festrede hielt der hiesige Rabbiner Dr. A Löwy, welcher der Schul׳- jngend den Zweck des Chanukafestes, und hauprsächlich den Einfluss der Helden Makabäer ans unsere Zeit, in gelungenster Weise darlegte. Nach Vertheilung der Geschenke hielt ein Schulmädchen im Namen der Schule eine Dankessprache an die Festgäste. Den gesanglichen Theil des Festabends übernahm Herr Cantor Rothwein, welcher denselben in meisterhafter Weise auch ansführte, was nicht wenig zur Hebung der Feier beitrug. . WosKowih, am 18. December 1884. Mittwoch, am 10. December starb hier nach kurzem Krankenlager, der mähr.-schlesische Landesrabbiner, Abraham P l a b z e k, im 85. Lebensjahre. Zu Prerau in Mähren geboren, bekleidete derselbe dort durch kurze Zeit das Rabbinat, wurde sodann Rabbiner in Mähr.-Weißkirchen und im Jahre 1840 als solcher nach Boskowitz berufen. Als im Jahre 1850 der damalige Landesrabbiner Dr. Hirsch nach Frankfurt a. M. übersiedelte, wurde der Verstorbene von der Regierung zum provisorischen Landesrabbiner ernannt. Schon als Kind in das Talmudstudium eingeführt, galt Derselbe in der ganzen Judenheit als einer der gewiegtesten und größten Talmudkenner seiner Zeit. Ohne je Unterricht in der deutschen Sprache oder in weltlichen Gegenständen überhaupt erhalten zu haben, brachte es der Verstorbene, dem Zeitgeiste Rechnung tragend, durch eigenen Fleiß dahin, einen rethorisch geordneten, geistig durchdachten Vortrag % deutscher Sprache halten zu können und damit seine Zuhörer zu erwärmen. x Gr stimmte schon vor 25 Jahren dem Wunsche seiner Gemeinde nach einem geregelten Gottesdienste bei, gegen den sich heute noch viele orthodoxe Nabbinen und sogar Laien energisch wehren und sein Beispiel fand natürlich in ganz Mähren viele Nachahmung. Der streng orthodoxen Richtung angehörend, war der Verblichene tolerant und nachsichtig gegen Andersdenkende und neigte in weltlichen Dingen sogar der liberalen Richtung zu. Sein friedliebender ehrenhafter Charakter, sein durchdringender Verstand, seine seltene Klugheit, seine Uneigeunnützigk.it und Mildthätigknt ohne confessionellem Unterschied, seine Menschenkenntnis und insbesondere sein ausgezeichnetes Wissen in jüdisch theologischen Dingen, machten ihn berufen zum geistlichen Führer und Berather der mährischen Judenschaft, nicht selten auch zum Friedensstifter, in durch Parteiungen zerklüfteten Gemeinden und zur entgiltigen Instanz in rituellen Fragen, die ans allen Weltgegenden an ihm gerichtet wurden. Auch die hohen und höchsten Be- Hörden fragten oft in allen das Judenthum betreffenden Angelegenheiten um sein Gutachten, das dann auch zumeist maßgebend blieb. Sein mustergiltiges Familienleben ist allbekannt Mit unendlicher Liebe hing er seiner Familie an, und in manch' trüber Stunde, die diese traf, war es sein Geist und sein nie wankendes Gottvertrauen, - das die Gebeugten aufrichtete. Bei solchen Herzens- und Geistesgaben ist es begreiflich, dass der Verstorbene allgemein geliebt und hochgeachtet war und die Trauer um ihn eine allgemeine war. — Das Leichenbegängnis fand Freitag in feierlicher Weise statt. An demselben nahm die ganze Gemeinde mit ihrer Vertretung au der Spitze, die Vertretung der christlichen Gemeinde, der Bezirks- Hauptmann mit den Beamten, die Schuljugend mit den Lehrkörpern, viele Deputationen der Gemeinden und Corporationen, sowie viele Vorsteher und Rabbiner der mährischen Gemeinden Theil. Der Schwiegersohn des Verstorbenen, Dr. Bäck aus Lissa (Posen),, hielt im Trauerhause an der Bahre, dem Todten einen ergreifenden Nachruf, worin er die ausgezeichneten Charaktereigenschaften, dessen hohes Wissen und edlen Sinn hervorhob. Der Sarg wurde nun,, nachdem der Tempelchor die üblichen Gelänge exeentirt, von Voritandsmitgliedern in den schwarz decorirten Tempel getragen und daselbst vor der Bnndeslade aufgestellt. Hier widmete der Sohn des Verblichenen Dr.׳ Plaezek, Rabbiner aus Brünn, dem todten Vater erschütternde Worte des Abschiedes, die kein Auge tbrän.nleer li-ßeu. Unter Voranrritt des Cantors Hatschet mit dem Tempelchor, welcher das יושב בפתר saug, trugen mm Rabbiner und Vorsteher abwechselnd die Leiche auf den Friedhof, wo Dr. Unger, Rabbiner aus Jglau, die Grabrede hielt- Nachdem Dr. Placzek noch durch einige Worte den Versammelten den Dank für ihr so zahlreiches Erscheinen ausgesprochen, wurde der Sarg, in welchem einer der gelehrtesten und edelsten Männer des JndenthumS ruht, in die Erde gesenkt. Ehre seinem Andenken. An die Familie des Verstorbenen Landrabbiners, sowie an die hiesige israelitische Cultusgemeinde liefen Hunderte von Condolenz- Telegramme und Beileidsschreiben ein. Hatschet. Gründungs- und Vereinsdrilrägr. Adolf Nähnadl, Libochowitz, vierteljährigen Beitrag- Sigmund Beinkeles, Anschiß, halbjährigen Bei'rag. Salomou Friedmann, Pivnicza, vierteljährigen Beitrag. D. L. Notker, Wien, halbjährigen Beitrag. Salomou Hirsch, Favoriten, halbjährigen Beitrag. Arm. Fceisii'.ger, Pilsen, halbjährigen Beitrag. A. Kohn, Kanitz, halbjährigen Beitrag. Abr. Löwy, Wallisgrün, vierteljährigen Beitrag. Hermann Pimsenstein, Weitentrebitsch, ganzjährigen Beitrag. Joachim Popper, Kohljanowitz, halbjährigen Beitrag. I. Weiß, Tobitschan, halbjährigen Beitrag. Benjamin Kolber, Also-Knbin, Gründungs- und dreivierteljähr. Beitrag. Rudolf Kohn, Kobersdorf, halbjährigen Beitrag. A. Fische r, Cassier. Corresponden; der Nedaetion. Collegen R. in 4t., D. in Br., L. in Az., Pin K., K. in Kob., B. in P. bestäcigen dankend die eingesandten Beträge. B. in Königsb. Ersuchen jedenfalls um ihre Vorschläge. Gruß. W. in Tr. Alles in Ordnung. Gruß. L. in W. Ju nächsten Tagen erhalten Sie das Gewünschte und wird Ihre Rechnung beigelegt sein. Gruß. T. in B-, M. in S. Wir ersuchen die Beträge sammt Spesen unserem Vertreter übermitteln zu wollen. Das ist die Folge der Unpünktlichkei t und Nichtberücksichtigung der Mahnbriefe. B. in Au., R. in K. Der heutige Leitartikel wird Ihnen Aufschluss geben. A. K. in K. Der eingesandte Artikel erhält nichrs Neues, das Alles wurde bereits in den vielfachen Erwiederungen erwähnt, darum zur Aufnahme nicht geeignet. Gruß. . Gr. in D. Ihre Aufstellung stimmt nicht vollkommen. Wollen Sie jedenfalls den Rest senden. Gruß. Schm, in R- Die gewünschten Exempl. abgesender, die Einweihung benannten Tempels hat bereits im Sepie in der stattgefunden. Rin Czern. Ihr Rest beträgt bis 31. December fl. 5. Gruß. Denjenigen Herren Collegen, welche dem osterr.-ungar. Cantor en-Vereins beizutreten wünschen, diene zur Kenniniss, dass sie sich schriftlich an den Vorstand, /., Seitenstettengasse Nr. 4, zu wenden haben. Vereinsbeiträge werden von der Redaction nicht angenommen. Dieselben sind an den Vereinscassier, Herrn Cantor A. Fischer, /., Seitenstettengasse Nr. 4, zu senden. Die Redaction.

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