Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 42 (16.12.1884)
- Date
- 1884-12-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Oesterreichisch-ungarische Zeiiun (( Pränumerations-Preis für Mitglieder des ö.-u. Cantoren-Äereineb ohne Musikbeilage Viertels. . st. 1.— mit Musikbeil. Viertels, fl. 1-25 für Nichtmitglieder in Oesterr.» Ung. ohne Musikbeil. vierteljährig .... st. 1.2S mit Musikbeil. Viertelsfl- 1.50 für Abonnenten int AuSIande o. Musikbeil. Viertelsfl. 1.50 mit Musikbeil. Viertelsfl. 1.75 Organ für die Gesummt-InimMii südiZlher Cautaren. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor IcrAob Wcrirev. י““ ^eaneiton Administration טג i tu. IL, Novaragnsse 27. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. | Nr. 42 Wien, 16. Drrember 1884. 4. Jahrgang Krlirr die Musik und die Musikinstrumente der Hebräer *). IV. Es ist gewiss unzweifelhaft, dass die Musik der Hebräer zur Zeit D ä v i>M^ und S a l o m »'s in höchster Vollendung war. David trieb' von Zugend aus Musik und beherrschte sie in ganz besonderem Maße^dähox--musstees auch späterhin, als er ans den Königsthron gelangt war, kommen, dass er sie auf jede mögliche Weise förderte. Ebenso kann man von Salomo, der in allen Wissenschaften bewandert war, mit Sicherheit annehmen, dass er auch auf dem musikalischen Gebiete große Kenntniße besaß. Der wunderbare, allen Regeln der Kunst entsprechende Aufbau des Tempels, die zweckmäßige Aufstellung und Vertheilnng der vielen Instrumente konnte nur von einem kunstsinnigen, musikverständigen Manne auszehen. I o s e p h u s sagt, dass Salomo sicherlich vierzigtausend metallene Instrumente, welche Nabla und Cynnirä hießen — unter Cynnirä ist hier jenes ״Kiiinor“ verstanden, dessen Beschaffenheit schon früher erörtert wurde —verfertigen ließ, welche bei Aufführung von Lobgesängen im Tempel zu Jerusalem in Verwendung waren. Aus den Behauptungen dieses gewiss glaubwürdigen Autors ist ersichllich, dass die Musik des König Salomo die heutige bei weitem übertroffen habe. Es kann doch keineswegs geglaubt werden, dass ein so zahlreicher und mit vieler Umsicht und Kenntnis hergestellter Musikapparat einzig und allein zum Her- Vorbringen von ungereimten und jeder Kunst baren Tönen gedient habe, vielmehr mnß angenommen werden, dass die Anlagen und Kenntniße der Musiker, Orgelspieler und Sänger (oantorum) auf gleicher Stufe mit der Trefflichkeit der Justrumente standen. Wunderbar war also die Anordnung der Sänger und Kapellmeister, wunderbar die Vertheilung der Chöre, wunderbar der Zusammenklang der nach allen Regeln der Harmonie componirten Hymnen und Lobgesänge. Es ist auch nicht wahr- *) Uebersetzung des lateinischen Werkes ״hlusurgia universal«, sive ars magna consoni et äisson!" von Athanasius Kircher (ed. Rom 1650). fcheinlich, dass die die einzelnen Chöre begleitenden Instrumente unisono spielten, sondern dass sie durch geniale Zusammenstellung ein buntes und farbenprächtiges Musikbild darboten. Außerdem standen nicht beliebige Instrumente bei verschiedenen Gesängen in Verwendung, sondern es entsprachen, wie Schilte Gibborim bezeugt, verschiedenen Gelängen verschiedene Instrumente. Rabbi Calonimus und Hanasse zählen zehn Arten von Tempelgesängen, auf, iür deren jede eine besondere Art von -Instrumenten bestimmt war. , בעשרה מיד׳זמרה ישבחו״את ״יהוה בנגן ונצרה במזמור בשירבהלל בתפילה בברכה בהודאה באשרי בהללויה. »Mit zehn verschiedenen Gattungen von Instrumenten loben sie Gott. Mit der ersten bei Unglücksfällen, mit der zweiten bei Siegen, mit der dritten beim Necitiren von Psalmen, viertens bei Liebesgesängen, fünftens bei göttlichen Lobsprüchen, sechstens bei Bitten und dem Ausdrucke des Gottesvertrauens, siebentens bei Benedeiuugen, achtens bei Bekenntnißen, neuntens beim Erflehen der Glücksetigkeit und zehntens bei religiösen Tänzen.* Hieran schließen einige Autoren noch Folgendes an: דינה זכירה משביל או תשחת שיר ידידות עדות עלמות מבתם שגיון נחילות. Und diese oben angeführten zehn Fälle oder die für dieselben angegebenen Bezeichnungen bilden auch die Titel der einzelnen Psalmen. Um also verschiedene Gemüthsstimmungen im Liede auszudrücken, wurden auch dem entsprechend verschiedene Begleitinstrumente gewählt. Bei Lobgesängen wurden alle Arten von Flöten verwendet, bei Hymnen, die Bekenntniße und Danksagungen enthielten, Nablium und Psalter, zum Ausdrucke der Freude und bei religiösen Tänzen bediente man sich der Posaunen, Magiloth, Mag rep ha und Zalz e l i m. Wenn im Tempel Feste gefeiert wurden, stimmten nicht Alle zu gleicher Zeit an, sondern die Sänger sangen, in Chöre eingetheilt, in abwechselndem Tacte. Die Gesangstimmen wurden auch, wie Calonimus richtig anführt, mit gewissen Jnstrumenten, die einen stärkeren Ton und größeres Geräusch hervorbrachten — wie Posaunen, Cymbalum rc. — nicht vermischt, damit sie nicht durch die Gewalt der Instrumente erstickt würden.