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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-12-05 · Heft 41 (5.12.1884) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 41 (5.12.1884)
Date
1884-12-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische ^Präniimersiians-Preis für Mitglieder des ö.-u. Cantoren-Pereine» ohne Musikbeklage viertelj. . ft. 1.— mit Musikbeil, viertelj. st. 1.25 für Nichtmitglieder in Oesterr.» Ung. ohne Müsikbeil. vierteljährig .... fl. 1.2s mit Musikbeil, viertelj. fl. 1.5V für Abonnenten im Auslande o. Musikbeil, viertelj. fl. 1.20 C~ ן O r a n - 3 זRcdncitX»n : für die Gesammt-IutmZZm jüdischer Gavtarm. AdrnrnrsLration W i tu.! Erscheint jeden achten Hag. II., Novaragnsse 27. j Inserat« werden billigst berechnet. Begründer: Obercantor §jfaRoß ”§5ctvtev. Manuscrip te werden nicht j retournirt. J Nr. 41 1, 5. Derrmbrr 1884. 4. Jahrgang Melier ,Mtuiickelmig des Synagogen- Geftmges". Bon Oberr׳antor I. Singer in Wien. XXVI. ... ״..Alkan*) reompo.nirtL für das-Naumburg'sche Synagogengesangwerk zweiMummern, Hallslujah in G-moll und Ez chajim in C-dur, welche sowohl einzeln beurtheilt, als auch in ihrer geradezu Zegeniätzlichen Erscheinung, wie nicht minder durch originelle» charakteristische Tonmalerei als dattkeswertbe Gaben anerkannt werden müssen. Die erste, ein in reich künstlerischem Schmucke Prangender Triumphgesang, die andere, eine bescheidene, beinahe der letzten Kunstmittel entkleidete Volksweise, so allerliebst und zart, dass wir uns beinahe veranlasst fänden, derselben innerhalb unserer Besprechung den Vorrang zu lassen, wenn bei Beurtheilung eines Kunstproductes persönliche Bedenken und Neigungen nicht in den Hintergrund treten müssten. So wenden wir uns also zusörderft zu des Componisten musikalisch bedeutenderem Werke, dem Hallelujah in G־moIL ,Ein Halielajah in G-moll"?״ hören wir fragen — ,ein Lubelgesang interner weichen Tonart—Aus den ersten Anblick erscheint uns dieses Vorkommnis .allerdings als ein Mißgriff seitens des Componisten, - allein .bei nüchterner, eingehender Prüfung gelangen wir nur allzubald zur Ueberzeugung. dass ein genialer Geist hier gewaltet, dass die.Hand eines Künstlers den Stoff zielbewusst geordnet. Die Piece ist für die Synagoge geschrieben, und der Componift, als wissenschaftlicher, feinfühliger Arbeiter auf synagogal-gesanglichem Gebiete, wusste, dass die Synagoge keine absolute Dur-Tonart besitzt**), deshalb das *) Charles Henri Valentin Alkan, auch Morliange genannt, ist 1813 in Paris geboren; bei frühzeitigen umstkalischen Anlagen trat er 1819 ins Conservatorium und frequentirte Ctavierspiel unter Zimmermanu und gleichzeitig Harmonielehre bei Vourlvu. Er war in den höchsten aristokratischen Kreisen der französischen Hauptstadt ein sehr gesuchter Mnsiklehrer und tüchtiger Componift. **) Selbst der Osbekol־ und adonoj moloeb-Steiger erscheint bei fachgemäßer Betrachtung nicht als eine Vur-Tonari; diesen Gegenstand gedenken wir demnächst eingehender zu behandeln. , absichtlich- Einverleiben der kleine» T-rz. Di-lkleine Terz b-. i fremdet den Minder-ing-weiht-n nm ,0 mehr, al« °°> " kannten, pompösen Schablone der successiv auftretenden 1 der Tenoreinsatz mit dem weichen B sich als mmbet -voll erweist, als das nach gutem alten. Brauche und KUH ^nr- - Gehöre erwünschte 8. ץ Von dem von uns nngedeuterm Gefichtspunkte ans b «.trachtet^ -erscheint jedoch diese kleine Terz, als Signatur des Klagenden,; Weichen, geradezu charakteristisch, indem beim ferneren Betrachten Her vorliegenden Piece der canto fermo sich als eine, unserem - rOhre wohlbekannte polnische Singweise (Xigen) erweist; selbst» i Derftändlich fehlt es dorr, wo die Notwendigkeit sich ergibt, nicht j nn frappanten Modulationen auch nach Dur, wie z. B. bei den . Worten Halletu.hu biggewurosof nach Es-dur und vdn Halle-־ ׳ Juhu beminim bis bezilzele seruoh eine durch Sopran und; ^Tenor-Hnisono-Halten des D, und durch Alt und Baß in Terzen« [ .Fortschreitungen interessant bewerkstelligte Modulation nach G-dur, um dann Ln geradezu blendender, äußerst wirkungsvoller Weise Las hol hanesehomo in reinem G-dur anstimmen zu lassen. Der eklatanteste Beweis für unsere Anschauung, dass Meister-Alkan dieser seiner Composition ein synagogales Gepräge zu verleihen b -e.a b s r ch t i g t e, liegt in der Melodie bei der Wiederholung der Worte hol hanesehomo. Man denke sich den V» Tact und I folgLNde Noten: 4/־_J/8^V8 74 I V4 ~/8 V8 Vs V8 Vs Vs __ _ ,8 / «/ 19 ס_<s / 8 > kol ha ne 36110 mo hol ha ne scho mo te hal lei joh und mau dürste sehr leicht zur Einsicht gelangen, dass selbst ein polnischer Chasen vergangener Zeiten, dieses kol hanesehomo nicht mit größerer polnischer Betonung vortragen konnte, als es hier anzutreffen ist. Im Hinblicke aus die Formvollendung und den gleichartigen Styl, der jeder, besseren Composition innewohnen muß, hätten wir statt der Ueberleituug nach 0 moll beim Schlussworte Hallelujoh und dem Schlüsse in G-dur eher ein umgekehrtes Verhältnis, und zwar den Usbergaug nach O-dur und einen Schluss iit G-moll gewünscht; denn die Composition beginnt in Noll und schließt in Dur, was selbst bei Berücksichtigung der durch den Zubelruf des Wortes Hallelujoh obwaltenden Noth-

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