Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 40 (27.11.1884)
- Date
- 1884-11-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische fr Pränumerations-Preis für Äiitglieder des ö.-u. Canioren-Bereinei, ohne Musikbeklage vierrekj. . ft 1.— -mitMusikbeii viertelj.'fl- 1-25 für Nichtmitglieder in Oesterr - Ung. ohne Musikbeil viertel, jährig .... st- 1-25 mitMusttbeil viertelj. st- 1-50 für Abonnenten im Auslande o. Musikbeil, viertelj st. 1.5» mit Musikbeil-viertelj. fl. 1.75 O r s 11 für dir Gesummt -Jirtelrssru jüdischer Canturra. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercautor Icrk.c>6 Wcruev. ך־ . , ׳/ ^Reancitrii} 2r-«ritt!stration Ul i en, II., Novaragasie 27. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Nr. 40 Wir», 27. November 1884. 4. Jahrgang Cantor-Frage. Vom Bezirksrabbiner A. Roth in Sziklos. . Unter Cantor-Frage verstehen wir nicht, ob Cantor oder Cb«sau, denn wenn aucb nomen est ornen, so halten wir doch .an-dem talmndiichen Spruche: ך ■ ■ . , לא אזלינן בתר שמא אלא בתר טןן0א^׳ . Im Jahre 1863 wurde zwar noch in der Großgemeilide zu Budapest die Frage venlilirt, ob der erste Vorbeter, Cantor an der großen Synagoge, oder Cbasan an der großen Schule beiße, beute aber wird in allen gebildeten Gemeinden mir dem Namen Cantor der regelrechte und gntgeschnlte Gesang verbunden und dort, wo noch der wüste Sing-Sang und das wilde Ausschreien vorherrschend ist und der ästbetiiche Geschmack fehlt, stellt sich der Name Cbasan am rechten One ein '). Es ist wahrlich ersrenend zu sehen, dass in den wahrhaften Fortschriltsgemeinden auch beim Gottesdienste dem Bonton gehuldigt und der geschulte Kunstton gekört wird, der bejjere Geichmack und der kunstgerechte Synagogen Gesang hat das wilde Geschrei der sogenannten Cbaianim verdrängt; nicht mehr wild aus der classischen Heimat des ewigen Webschreiens ein Vorbeter von eckt polnischem Schrot und Korn geholt und acqnirtrt 2), welcher mileiner daumengeguelschten Rechten und fanstgestüyter Wange zu den Wilden היות הקרש gekört nnd ברעש גחל seine Stimme, begleitet von dem Gegllicke des Fistelsingers und dem brummenden Grunzton des Baß erbebt, sondern man ist eitrigst bestrebt, den Gottesdienst durch Herz und Gemülh erhebende Gelänge, fern von den phantastischen Schnörkeln und grellen Schreien, anszuzeichnen. . Herr Dr. Jellinek sagt sehr treffend: Auch zur socialen Veredlung, zur gesellschaftlichen Emancrpation unseres Vo!kes hat der Gottesdienst, dessen Mittelpunkt nicht blos der Gleichi - I! y Dass der Name ״Chaiarü' ש״יר bedeute, ist nirgends ausdrücklich zu finden, nur der Arueh gibt dem Warte die Deutung 'יין, was aber von Vielen bestritten wird. -) Der selige Moses Sofsr sagt von solchen Chaiauim: בשמניה יךן על סנטרו וצועק בהול ערב הצעקתר ישמע אל (Nesponsonm zu O. CH. S. 78.)! ' klang, sondern auch das Ebenmaß bildet, das Seine beigetragen, ferner hat der geregelte Gottesdienst so viele Vernrtbeile gegen -sdie Erscheinung des Judenthums zerstört, so viele Gegner unseres Wlaubens, welche die frühere Unförmlichkeit mit dem Wesen der Religion verwechselten, entwaffnet, er hat dahin gewirkt, dass man mit Ehrerbietung von Israels Gotteshäusern spricht ף. __ Schon eine alte Autorität, N. Efrajim Leutschitz 4), ein s Sch Mer ר) es R- Salomon Lürja, sagte und klagte: ,Durch den Lärm in den Synagogen werden wir zum Gelächter und zum Gespötte in den Augen der 6-ojira. Es ist bekannt, dass sie in unsere Gotteshäuser kommen, um sich zu überzeugen, was denn die Inden dort treiben. Kann es nun, frage ich, eine größere Entweihung des göttlichen Namens geben, als wenn sie sich lustig machen über den jüdischen Gottesdienst und über das ganze Judenthnm? Es ist nicht zu leugnen, dass mit dem neuen Cantorate nicht nur ein regelrechter, geschmackvoller Gelang, sondern auch Anstand und Würde in's Gotteshaus eingetreten ist, nnd mit stolzem Bewußtlein kann das neue Cantorat sich rühmen, dass es der Restaurateur der Ebre des jüdischen Gottesdienstes und mithin der Ehre des Judenlhums ist, und dass die fachkundigen Cantoren die Malkabäer unserer Zeit sind, die den Tempel Gottes gereinigt und die heiligen Funken der Andacht entflammt haben. Und doch mußten wir erfahren, dass auch das moderne jüdische Cantorenlbum seine Gegner bar, die es unaufhörlich anfeindeu und zu verdrängen lrachten, und was das Schlimmste ist. dass selbst einer Schaar von Naobii'.ern das Cantorenthnm ein Dorn im Auge i!t, welche das Sein oder ^£111)1^11 des modernen Cantorentbums zu einer schwebenden Frage aufbauschen wollen. Um di:iem Beginnen entgegenzntreten. will auch ich meine unmaßgebliche Meinung im Interesse unseres Gottesdienstes in diesem hochgeschätzten Blatte zum Ausdrucke bringen. Der Gelang war von jeder eir.es der wichtigsten Mittel zur Beförderung der sittlich-religiösen Bildung nnd gotlesdienst- 2) Predigten Dr. Zeckinek's: Aus der Wiener israelitischen Cultuszemeinbe Seire 58. ch עמודי שש ל״ב.