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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-10-10 · Heft 34 (10.10.1884) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 34 (10.10.1884)
Date
1884-10-10
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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— ׳7׳ timten dieses Heft, welches also an literarischen und artistischen ■ Beiträgen in der That das Beste bietet. Aus gleicher Höhe wird nach den im Prospect verzeichneten Beiträgen der ganze Jahrgang stehen. Die ״Neue Jllustrirte Zeitung" wird derzeit von keinem deutschen Blatte mit gleich billigem Abonnements-Preis — sie kostet bei allwöchentlicher Postversendung der 2V2—3 Bogen starken Nummer nur 2 fl. vierteljährig, oder ist in vierzehntägigen Heften a 30 Kr. zu beziehen — an Reichhaltigkeit und Gediegenheit des Inhalts erreicht, und da sie zudem das einzige österreichische Blatt dieser Arl ist und heimische Ereignisse und Verhältnisse so ausführlich berücksichtigt, wie kein anderes Blatt, so können wir sie unseren Lesern bestens und wärmstens empfehlen. ׳ Die Expedition, Wien, I-, Nenngasse 5, sowie jede Buchhandlung, legen auf Wunsch Probenummern und Probehefte zur Ansicht vor und nehmen Abonnements entgegen. Kleine Chronik. ANS Kojen. Die Posener Zeitung veröffentlicht folgende interessante Cholera-Neminiszsnz aus dem Jahre 1831. Die Cholera herrschte in diesem Jahre in Provinz und Stadt Posen zum ersten Male. Feldmarschall Gneisenau, damals hierorts stationirt, der Ober- 1' ü r 9 er m ei ft er Tatzler und andere notable Personen fielen der Krankheit zum Opfer. War die Panik schon hierdurch eine große, so wurde dieselbe durch die Sperrmaßregeln noch erhöht, von denen nicht allein ganze Ortschaften und Stadttheile, sondern auch einzelne Häuser, welche Cholerakranke bargen, betroffen wurden. Der damalige Ober- Präsident v. Flottwell legte eine ganz außerordentliche Fürsorge an den Tag; fast täglich erschienen von ihm theils belehrende, theils warnende, theils beruhigende Publikationen. Vor Allem suchte er darzuthun, dass nur ein vernünftiges diätetisches Verhalten sicheren Schutz verleihe. In diesem Sinne publicirte er am 5. September Folgendes: Die Vorsteher der hiesigen jüdischen Gemeinde, an ihrer Spitze der Ober-Rabbiner Herr Eiger zeichnen sich durch eine sehr rühmliche Vorsorge für ihre Glaubensgenossen aus. Sie wirken durch religiöse Vorstellungen auf dieselben ein und haben es dahin gebracht, - dass selbst unter den ärmsten Mitgliedern ihrer Gemeinde die diätetischen Vorschriften genau beobachtet werden. Sie haben einen bedeutenden Fonds zusammengebracht, aus welchem l. die ärmsten Mitglieder der Gemeinde durch Nahrungs- und Heilmittel unterstützt werden; 2. ans welchem sie besondere jüdische Krankenwärter besolden und durch diese die Pflege der Erkrankten in einem besonderen städtischen Lazarethe, zur Vermeidung jedes religiösen Anstoßes, besorgen lassen. Der Erfolg hat diesen lobenswerthen Bemühungen auch entsprochen, indem von der gesammten jüdischen Bevölkerung der Stadt, welche etwa den fünften Theil der Einwohnerzahl ausmacht, bis zum 25. v. M. nur 24 Individuen der jüdischen Gemeinde an der Cholera gestorben sind, während die Gesammtzahl der Gestorbenen bis zu diesem Zeitpunkte 416 beträgt. Flottwell, Oberpräsideut des Großherzugthnms Posen. Am 10. September 1831 publicirt die .Posener Zeitung' folgende königliche Kabinetsordere: ,Ich habe aus ihrem Bericht über! die Sterblichkeit in Posen wohlgefällig vernommen, wie günstig das! Verhältnis der in der Stadt Posen an der Cholera erkrankten und gestorbenen Juden in Folge der von der dortigen Jundenschaft unter der thätigen und einsichtsvollen Leitung ihres Ober-Rabbiners Moses Eiger ergriffenen Maßregeln zur Vorbeugung, sowie zur Heilung der Krankheit gestellt hat und beauftrage Sie, dem genannten Ober- Rabbiner mein Wohlgefallen und meine Zufriedenheit mit dem von ihm und der Judenschaft in der Stadt Posen beobachteten nachahmungswerthen Verfahren auszudrücken, gez. Friedrich Wilhelm.' An den Oberpräsidenten Fiottwell. Vorstehende Kabinetsordre brachte der Oberpräsid.nt mit dem Wunsch zur allgemeinen Kenntnis, dass die königliche Anerkennnng der von dem Ober-Rabbiner nnd der jüdischen Gemeinde zur Bekämpfung der Cholera getroffenen höchst zw ckmäßiEinrichmngen, Andere zu einem ähnlichen Verfahren anregen möge.' Krakau. Wie die .Drobob. Zlg.' beliebter, gingen vor einigen Lagen ein christlicher Arbeiter lammt Frau am Kasimir durch einen Garten, dessen Besitzer ein Jude ist, legten im Hotraume ein todes Kind nieder und liefen eilends davon. Durch eine des Weges kommende Frau aufmerksam gemacht, rannte der Kellner des Gartens den Fliehenden nach, die sich erst nach heftiger Gegenwehr ihrem Schicksale ergaben und verhaftet wurden. Das Kind soll ihnen von einer jüdischen Frau zur Pflege übergeben worden sein. Näheres über diesen peinlichen Vorfall konnten wir noch nicht erfahren. Wie dem aber auch sei, find wir durch die rechtzeitige Entdeckung einer großen Gefahr entronnen, denn bei der jetzt vorherrschenden Stimmung, aus Anlaß des diese Woche bereits zur Verhandlung kommenden Ritter'scheu Proceßes, könnte leicht ein Judencrawall ausbrechen, der große Dimensionen angenommen hätte. I-;-—-■ An unsere geehrten Herren Abonnenten. Jene Herren Abonnenten, welche trotz ihres für diesen Zeitpunkt gegebenen Versprechens ihre Rückstände bisher nicht beglichen haben, ersuchen wir dringendst nicht so lange zu zögern. Dass nicht Zahlungsunfähigkeit, sondern nur Nachlässigkeit und geradezu sträflicher Leichtsinn die Ursache solcher Rückstände ist, beweist der Umstand, dass sich unter der Zahl dieser Herren zumeist solche befinden, deren Stellungen als einträgliche bezeichnet werden können. Die Redaction. Correfponden; der Nedactiorr. Colleges B. in N., W. in Pr., N. in St. P-, M. in K. Szt. '))t., Lin K.'. Sp. in B-, M. in G., K. in B. K., Fr. in M., W. in Gr.- Szt. M., B. in G-, Kr. in Kl-, St. in K-, K. in Ol, S. in P., L. in W., Sch. in I., R. in Gr., K. in St., Gr. in Pr., L. in Fr., Au. H. St. in St., L. in K-, W. in Fr., H. in T-, St. in Gr-, Fr. in Kr., W. in A., P. in E., I. in Nt., W. in G-, W. in K-, Sch. in P., G. in 11. Q., E. Pr., F. in P., Gr. Ost. B. in M., H. in L., St. M. H. in Kopr., Win Nng. B., R. in P., R. in B-, St. in N. Ab., M. in N., Bl. in K-, R. in Am., St. in P., D. in W., F. in Tr, R. in P., L. in W-, H. in B-, L. in L-, E. in S., L. Cult.-Borst. in Nt. Ther., St. K. bestätigend dankend die eingesandten Beträge. Gruß. L. in W. Den Betrag erhalten. Betreffende Person hat sich noch nicht gemeldet. St. in St. Ihr Abonnementsbetrag ist bis Ende Dezember beglichen. Es bleibt blos ein kleiner Rest für die Ntusikbeilage. Gruß. B. in Mi'mchg. Wir berechnen das Inserat (Danksagung) mit fl. 1.50. R. in Hotzp. Nachdem Sie nicht Bereinsmitglied sind, restiren Sie noch 1 fl. an Abonnement bis Ende Dezember. Gruß. H. in Tir. Sie sind noch für das letzte bestellte Inserat den Betrag per fl. 1.20 in Rest- Gr. in D. Eingesandten Betrag haben wir per fl. 1 ans Rest 1883 gutgebucht. Wir bitten um den Abonnenrentsbetraz pr. 1834. Sie scheinen jedenfalls im Jrrthum zu sein. L. in W. Ihr Rest bis 1. Oktober beträgt noch fl. 2.5 b Schw. in T. Bis 1. Oktober sind fl. 3 im Rückstände. Bezüglich dieses Werkes empfehlen wir Ihnen ein Inserat in unserem Blatte. Gruß. Fl. in Sk. Wir bewilligen Ihnen die Zahlung in Raten. Die Redaction.

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