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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-09-18 · Heft 32 (18.9.1884) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 32 (18.9.1884)
Date
1884-09-18
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Kin christlicher Uriester über die Mission der Anden. Der Pater Georg Prutek. welcher in Teichen wohnte, sagt in /seinem ״Vermächtnis an die Lehrer" Folgendes: ״Sollte den Priestern der unbedingte Genuß lieber sein, als Pflichterfüllung; sollten sie durch knsittlichkeit, Materialis׳ mus und Atheismus die Wohlfahrt der Bürger untergraben; so steht der göttlichen Vorsehung noch ein Menschenstamm zu Ge- Bote, um die gefallene Menschheit aufzurichten. Vor 1800 Jahren haben Juden, Christus und seine Apostel die heidnische Welt aus der Sittenlosigkeit zur Humanität gehoben; von dem Juden kann man auch eine Erlösung der gefallenen Christenheit erwarten, wenn die Kirche durch Aberglauben, die Schule durch Unglauben die Vernunft unterdrücken und die Thisrheit im Menschen herrschend machen. — In moralischer Hinsicht sind die Juden den Christen überlegen, übertreffen sie vorzüglich an Besonnenheit, Mäßigkeit, Intelligenz, Woblthätigkeit, Parriotis- Mus, sie sind keine politischen Wühler, wie die Ultramontanen und Quäker. . ״Der Hauptgrund der höheren Sittlichkeit der Juden ist das vernünftige Benehmen ihrer Rabbiner, welche die Wissenschaft nicht erflnden, sondern nebst der b. Schrift auch von ihr in ihren Vorträgen einen zweckmäßigen Gebrauch machen. ,Die Rabbiner schwächen ihr Religionsgebäude auch nicht durch Wegnahme aller Glaubenslehren, wie manche evangelische Geistliche, welche Moses, Christus, die Bibel vor dem Volke verdächtigen, aus dem evangelischen Religionszebäude einen Satz nach dem andern, einen Stein nach dem andern auf der Kirchenkanzel verwerfen, und so die Kirche zum Falle bringen werden. Der Rabbiner benützt aus den heiligen. Büchern die Goldkörner, über die Schlacken schweigt er, und weil er nichts Neues zusetzt und nichts Altes verwirft, so bleibt sein Relizionsgebäude fest und erscheint als ehr- und glaubwürdig; er achtet seine Ge- ,meinde und die Gemeinde achtet ihn, wechselseitig wollen sie einander durch Unsittlichkeit keinen Verdruß, keine Schande machen, und erscheinen denen .nachahmungswürdig, die nicht wollen, dass die Menschheit durch Uebermaß des Genusses Gewissen und Vernunft ersticke und zur Rohheit und Grausamkeit der Thiere herabsinke.' Mudapesi, September- Der rusiische Fürst Galitzin besuchte aus seiner Durchreise den Vertheidiger Carl Eötvös, der gerade in dem Seebade Balaton-Füred weilte. Der Fürst ließ ihm ein russisches Buch nebst folgendem Briese zurück: ״Hochverehrter Herr Doetor! Im Aufträge der hohen Regierung Seiner Majestät des Czaren befinde ich mich auf einer Reise in die Donaufürstenthümer. Ich freute mich im Voraus, in Pest Sie besuchen und Ihre Bekanntschaft machen zu können. Denn nur selten habe ich einem mir unbekannten Manne größere Ver״ ehrung entgegengebracht, als Ihnen, geehrter Herr Doctor, de* mit seltenem Heldenmuth, mit den glänzendsten Waffen des Geistes gegen Finsterniß und Rohheit gekämpft und gesiegt hat- Leider war ich nicht so glücklich, mich Ihnen vorstellen und mei n^ Hochachtung ausdrücken zu können. Gestatten Sie mir jedoch, daß ich Ihnen dieses Buch zurücklasse, in welchem ich die Grund׳ losigkeit der Anklage, als benützten die Juden Christenblut, nachzuweisen mich bemühe. Genehmigen Sie 2c. Nicolaus Fürst Galitzin." Dieser Brief ehrt den Verfasser und den Adressaten. Stellenveranderungen. College Steller, welcher bisher in Rajetz amtirte, ist nach Gnesen in Deutschland berufen worden. College Schöndelmann, bisher 2. Cantor in Komorn, ist in Werschetz acceptirt worden und hat seinen Posten bereits verlassen. (Beiden Collegen unsere herzlichste Gratulation zu ihrem Amtsantritte. Die Red.) Berichtigung *)• In der letzten Musik-Beilage im ,2 בראש תשנר. Seite, 5. Takt soll der Text heißen: vai ^aeüsrsvv u-mi wa־ehajoh. 4. Zeile. 2. Takt: es, ä, c, b, a, g, d, d, o — mi wa zo mo in ׳1 דיאתיו Zeile, 3. Takt auf die Silbe wi im Sopran und Tenor die V- Note a. 6. Zeile, 1. Takt: im Baß Vr Note g und V2 Note a, zum Schluß soll die Begleitung heißen: m’lo choh. *) Die beiden in der letzten Musikbeilage enthaltenen Piecen sind einem demnächst erscheinenden Werke von Cantor Wodak in Göding entnommen. Die Redaction. An die geehrten Herren Collegen, Am 4. October feiert ein verdienstvoller College, unser Vereinscafsier Herr Adolf Fischer, das seltene Fest seines vierzigjährigen Amtsjubiläums als Cantor der israelitischen Cultusgemeinde in Wien. In Anbetracht der hervorragenden Verdienste, die sich College Fischer um den Cantorenverein sowie um den gesammten Cantorenstand erworben, hat der Vereinsvorstand beschlossen, sich in solenner Weise an dieser Feier zu betheiligen und dem Jubilar ein Ehrengeschenk zu übermitteln. Da wir es als eine Ehrensache betrachten müssen, eine solche Feier möglichst würdevoll und als von der Gesammtheit ausgehend zu gestalten, so werden sämmtliche Vereinsmitglieder, sowie alle übrigen Collegen ersucht, sich mit einem Beitrage an diesem Acte zu betheiligen und denselben bis längstens 28 ן. September a. c. an die Redaction einzusenden. Die Redaction. Aviso! Die geehrten Herren Abonnenten werden hiemit dringendst aufgefordert, ihre Rückstände an Abonnementsbeträgen ehestens zu begleichen. Wir rechnen jetzt mit um so größerer Bestimmtheit darauf, als wir von den Meisten auf den jetzigen Zeitpunkt, wo es einem Jeden nicht schwer fällt, so geringe Beträge von seinem Ginkommen abzugeben, vertröstet wurden. Die Redaction. Correspondenz der Redaction. CH. in K. Rußl. Bestätigen dankend den Betrag pr. 3 Rubel. Gruß. Für Anfertigung von Kunststickereien rßlfi פרוכת Thoramäntel empfehlen wir bestens die in unserem Blatte inferirie alte und bestrenommirte Firma Martin Straffer, Wien, Mariahilferstraße Nr. 44. Allen unseren geehrten Collegen, Gönnern und Freunden wünschen wir שנה בובת. Die Redaction. Die nächste Rümmer erscheint der hohen Feiertage Halber am 2 .October.

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