Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 32 (18.9.1884)
- Date
- 1884-09-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische Zeitung Pränumerations-Preis für Mitglieder des ö.-u. Cantoren-Vereine!, ohne Musikbeklage viertelj. . fl. 1.— mit Rusikbeilviertelj. fl. 1.25 für Nichtmitglieder in Oesterr.- Ung. ohne Musikbeil, vierteljährig .... fl. 1.25 mit Musikbeil, viertelj. fl- 1.50 für Abonnenten im Auslände o.Musikbeil, viertelj. fl. 1.50 mit Musikbeil, viertelj. fl. 1.75 Organ die Grsllmnlt-Interessen Mischer <knvtnrm. Erscheint jeden achte» Hag. Begründer: Obercantor Icrkob Wcrrrev. und A-mirristratto« Wien, II., Novaragaffe 27. Inserate «erden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. Nr. 32 Wien, 18. September 1884. 4. Jahrgang LAbonneMents-Einladun Die Oesterreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung beginnt mit 1. October das IV. Quartal des IV. Jahrganges. Unsere geehrten Herren Leser, Freunde und Gönner werden daher ersucht, das Abonnement unter den an der Spitze des Blattes angegebenen Modalitäten baldigst er neuern zu wollen, damit die weitere Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Wie bisher werden wir bestrebt sein, mit aller Kraft uns für die Interessen des Cantorenstandes einzusetzen und hoffen, unser Wirken werde auch weiterhin die vollste Anerkennung unserer Collegen finden, doch wäre es dringend zu wünschen, dass dieselbe sich auch in einer pünktlicheren Einsendung des Abonnementsbetrages manifestirte. Die Redaction. tz Wien, am 18. September 1884. Hart an der Schwelle eines neuen Jahres erscheint es uns als geboten, einen Rückblick zu werfen auf mannigfache Erscheinungen, die in dem verflossenen Jahre zu Tage getreten sind und jene Ereigniße, die für unseren Stand von Bedeutung waren, einer kürzen Erörterung zu unterziehen. Wenn wir auch bereits Gelegenheit gehabt haben, die wichtigeren Vorfälle an dieser Stelle einzeln zu behandeln, dürfte dennoch das Zufammenfasseu derselben in einen engen Rahmen ein lehrreiches Bild der Bewegungen in der verfiossenen Zeit geben und den Connex so mancher durch Ort und Zeit scheinbar getrennter Vorkommniße besser erkennen lassen. Und wer könnte es leugnen, dass es dem aufmerksamen Beobachter vor Allem darum zu thun sein muß, den Zusammenhang der Dinge richtig zu erfassen, Ursache und Wirkung genau kennen zu lernen, um dadurch auch zur wahren Erkenntnis des Förderlichen und Ersprießlichen zu gelangen und gleichzeitig die Möglichkeit zu haben, allem Hemmenden und Störenden zur richtigen Zeit und auf die richtige Weise entgegen treten zu können. Während wir nun in der ersten Zeit des Bestehens dieser Blätter darauf bedacht sein mußten, einen Vereinigunzspunkt für unsere Standesgenossen zu schaffen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit heranzubilden und hauptsächlich unsere inneren Angelegenheiten zu schlichten, so war im verflossenen Jahre unser Hauptaugenmerk darauf gerichtet, unsere Verhältniße nach Außen, d. h. zur Gemeinde, zum Gottesdienste, sowie zu den übrigen Beamten in der Gemeinde zu fixiren. Dass uns bei Erledigung dieses Programmpunktes nicht unbedeutende Schwierigkeiten erwachsen würden, konnten wir uns niemals verhehlen, galt es ja hier den Kampf aufzunehmen mit unbegründeten Vorurtheilen und veralteten Misbräuchen, an deren Beseitigung man niemals gedacht hatte. Und von wem hätte auch der Impuls hiezu kommen sollen? Der Einzelne war zu schwach, eine Gesammtheit existirte nicht. Auf Gnade und Ungnade war der Cantor oft der Willkür preisgegeben, und wenn auch an ihm die himmelschreiendste Un׳ gecechtigkeit verübt ward, so wurde trotzdem, als wäre nichts vorgefallen, darüber zur Tagesordnung gegangen. Als wir nun für die Ehre unseres Standes die Stimme erhoben, für seine Interessen kräftig eintraten, da mußte dies naturgemäß so manchen