Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 31 (10.9.1884)
- Date
- 1884-09-10
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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niüthigkeit entflammte den Zorn des getroffenen Schwärmers und er drohte ihm mit dem Tode. Schon machten die Umgedungen Sabbathey's Anstalten, Rabbi Nebemias die finstere Straße wandeln zu lassen, auf der noch kein Sterblicher zurückgefunden, als er glücklicher Weise noch entsprang und den nachsetzenden Henkern dadurch entkam, indem er einem vorübergehenden Türken den Turban vom Haupte nabm, ibn aufsetzte und ausrief, dass er zur Lehre des Propheten sich bekenne. Die Türken nabmen ibn gleich in Schutz. Rabbi Nebemias ward also Moslim und der wütheudste Verfolger Sabbatbey' . Er reiste nach Adrianopel, klärte den Kadi über Sabbathey's Betrügereien aus, und der Mufti zeigte endlich seinen Unwillen darüber, dass man mir Gleichgiltigkeit zusehe, wie ein Betrüger die Lehre des großen Propheten entehre. (Schluss folgt.) Kleine Chronik. Groß Kanizsa. (Die nicht sanitäre wohlthärige Wirkung der Curorte.) — Zwei Herren begegnen sich in Marienbad. A. erkennt in B. den Heimatsbruder und ■ erkundigt sich tbeilnekmend um die Ereigniße in seinem Geburtsorte. In weiterem freundschaftlichen Ideenaustausche erklärt A., dass er seine glücklichen Vermögensverbältniße einzig und allein dem in seinem Geburtsorte bestehenden Talmud Tlrora-Vereine, durch dessen Unterstützung es ihm — dem mittellosen Eltern angeh örigen Knaben möglich war, die Volks- und Handelsschule zu besuchen, zu verdanken habe, macht sich zugleich anheischig, in Anerkennung des seine Zukunft so glänzend gestaltenden intellectuetlen Genusses, die voüen Schulgebühren der abiolvirren acht Classen zu vergüten. In Folge einer seitens B. diesbezüglich erstatteten Miltheilung, erhält A. vom besagten T. T. Vereine ein Verzeichnis der für die acht Jahrgänge entfallenden Schulgebühren, und zwei Tage später sendet A. nebst herzlichem Danke den vollen Betrag, ein hübsches Sümmchen ein. — A. und B. sind Eingeborene Groß- Kanizsas und der hiesige T. T. Verein, welcher mit Freuden auf die vielen, durch seine Munificenz glücklich gewordenen Zöglinge im In- und Auslande sieht, zollt hiemit öffentlich diesem edlen Acte wahrer Humanität seine wärmste Anerkennung, mit dem Wunsche: לו ירבה כמוך בישראל. - a.. Aavenport (Amerika), 22. Juli. Heute Nachmittags fand hier die feierliche Grundsteinlegung zur Synagoge des Vereines ״B’nö Jisroel“ in Anwesenheit des Bürgermeisters und vieler angesehener Personen und Körperschaften, darunter der Repräsentanten dreier Freimaurerlogen, statt. Der Grundstein trägt auf der nach Westen gerichteten Seite die Inschrift: Vom Verein ״B’nd Jis1־oel“ errichtet 1884 (5644), auf der südl. Seite eine hebräische Inschrift gleichen Inhalts. In den Grund versenkt wurden ein hebräisches Gebetbuch, eine alte Bibel, die Listen der Mitglieder mehrerer Vereine, ferner viele an diesem Tage erschienene Zeitungen, die Silber- und Kupfermünzen der Prägung 1884 und die Einladungskarten und Programme zur heutigen Feier der Grundsteinlegung, deren Ceremonien Mr. Morgan leitete. Mayor Claussen richtete eine herzliche Glückwunschrede an die Mitglieder des Vereines, worauf ein Psalm intouirt wurde und Rev. I. Fall das Gebet sprach, in welchem er hervorhob, dass es durch die Güte der großen Loge von Iowa und der Freimaurer- Bruderschaft möglich geworden, sei den Grundstein zum jüdischen T mpel zu legen. ,Wir begehen', sprach er, ,die Feier inmitten der Bevölkerung von Davenport, ein Beweis der religiösen Freiheit in diesem großen und edlen Lande, wo Jedermann feinen Gott nach seiner Weise verehren und anbeten kann, wo die Juden, nachdem sie in der alten Welt überall bedrückt und verjagt worden sind, frei und offen zu ihrem Gott sich erheben dürfen." Hierauf folgte der Vortrag einer prachtvollen Hymne, worauf die erhebende Ceremonie der Grundsteinlegung mit Korn, Wein und Oel unter der Leitung des Groß- Meisters van Saun stattfand. Im Verlaufe der Feier sprachen noch Herr I. W. Green und Herr A. I. Hirschl, Sohn des Herrn Sam. Hirschl in Wien und Enkel des kürzlich in hohem Greisenalter verstorbenen Philanthropen Herrn Moises Hirschl, aus dessen Rede wir Folgendes entnehmen: ,,Dieser Augenblick erweckt in jedem nachdenkenden Menschen die tiefste Bewegung. Hier find in inniger Freundschaft die Sprößlinge verschiedener Racen und die Anhänger verschiedener Confessionen zur gemeinsamen Theilnahme an dieser ernsten Feier versammelt." Nach einem historischen Rückblick, durch welchen der Redner die alle Völker überdauernde Kraft der jüdischen Race und Religion auf ihre Gründe zurückgeführt, schließt er: ״Dies ist eine kurze Skizze der Geschichte der Juden. Könige haben gelebt und sind gestorben, Dynastien blühten und vergingen, Reiche erhoben sich zum Glanz und verschwanden in Nacht, Nationen entfalteten sich, blühten empor für einige Jahrhunderte und heute kennt man sie nicht mehr, während dies Volk geblieben ist und den Lauf der Civilisation begleitet und gefördert hat. Deshalb ehret und achtet es, Ihr, die Ihr seinen Glauben nicht theilt und indem Ihr es ehrt, ehrt Ihr Euch selbst, und sie, die hier die Luft der größten religiösen Toleranz athmen und jede sociale Gleichberechtigung genießen, danken Euch von ganzem Herzen. Hierauf erwiderte Hon. W. O. Schmidt, und die Festlichkeit endigte in feierlicher Weise. Der Zug bildete sich wieder, wie im Anfänge, und die Freimaurer wurden in ihr Haus geleitet. An den Verfasser des Artikels .Ueber Musik und Poesie der alten Hebräer*: לבבתני אדוני בהור הבריך׳ סעדת שובבה נפש וקרב׳ מעמקי ימי קדם מנשפי ערב׳ הוצאת פלאות בבה עטך. מי אתה בן תמותה דורש נשגבות? אדמך אכנך ולא ידעתיך׳ בבד אכבדך אף לא הכרתיך׳ על נעים אמרותיך הלקו מהמאות. לא ילבו לאורך משוררי דורנו׳ אנשי גילנו בכל קצוי ארץ׳ לגבוהות יתרומם אז מצבנו׳ ויעבור הזעם וכלה הקרץ. שמואל נאלדמאן ש״ץ ונאמן דק״ק קאנישא♦ Correspondenz der Nedaetion. College!: M. in G-, R. in P., CultuSgemeinde St. D. in W-, F. in T., P. in K., St. in P-, CultuSgemeinde Szabadka bestätigen dankend die eingesandten Beträge. Gruß. Sch. in W-, L. in Br., Schw. in Sz., R. in Hör. gratuliren zur neuen Stellung. Gruß. S. in T- Wir werden das nächste Mal bei Bestellnng von Inseraten von Ihrer Sette vorsichtiger fein. Gruß. W. in Fr. Sie sind für das laufende Quartal im Rückstand. Gruß. Die Redaction. Diese Nummer enthält eine Musikbeilage, bestehend aus B'roscft-üaselronoft und weesoju von M. Wodak in Göding.