Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 30 (2.9.1884)
- Date
- 1884-09-02
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— יד — nach׳ Kräften unterstützen und dessen Ausführung bald möglich machen mögen/ Merlin. (Die Zunzsüier.) Wie der ,,Neuzeit'' berichtet wird, hatte die Feier des 90. Geburtstages von Dr. Zun; am 10. August schon in srüher Morgenstunde ein ungewohntes Leben in die stille Be- Hausung des greisen Gelehrten gebracht. Eine Flutb von Briefen. Telegrammen und Adressen ergoß sich in das rukige Heim des alten Herrn, und zahlreiche Deputationen langten an. Von allen Seiten Deutschlands und Oesterreichs liefen herzliche Worte des Grußes und der innigen Verehrung ein, die lebendiges Zeugnis von der hohen weithin leuchtenden Stellung des Jubilars ablegten, Zeugnis von der Bedeutung, die Zunz sich seit Jahrzehnten in dem Bewußtsein und dem Gedächtnis der gelehrten Welt errungen hat. Das hiesige Rabbinat, der Gemeindevorstand, der demsch-israelitische Gemeindebund erschienen, um ihren sreudig erregten Dankesgefühlen gegen den verdienstvollen Förderer jüdischer Wissenschaft und freier Entwicklung seines Stammes Ausdruck zu geben. Aus Paris war Professor Dr. Derenbourg erschienen; der bejahrte Herr batte die weite Reise nicht gescheut, um dem seltenen Feste seines altbefreundeten Genossen beizuwohuen. Er brachte das Diplom einer Pariser gelehrten orienta. listischen Gesellschaft für Zunz mit. Der silberhaarige Greis hörte die vielen Reden stehend an, zum Theil antwort te er mit vielem Humor und stets mit einer rührenden Bescheidenheit. Er lehnte die großen ihm in Erinnerung gebrachten Verdienste ab, um sie Denen beizulegen, die seine organisatorischen Gedanken ausgeführt und weiter entwickelt hätten. Eine Reihe werthvoller literarischer Festschriften und Ehren- Liplome wurde Zunz überreicht, unter den lstzreren eines ans Petersbürg. Die größten Gelehrten jüdischer Wissenschaft hatten sich zusammengethan, um einen Sammelband werthvoller Abhandlungen auf den Geburtstagstisch des großen Forschers, niederzulegen. Auch von hiesigen Gelehrten aller Confessionen erhielt er eine Reihe von Widmüngsschriften; besonders bemerkenSwerth ist darunter eine statistische Arbeit von dem Stadtverordneten Dr. S. Neumann, dem bekannten Verfasser mehrerer Arbeiten über die Entwickelungszahlen der jüdischen Bevölkerung in Preußen. Auch die hiesige ,Gesellschaft der Freunde ״ überreichte dem Jubilar eine künstlerisch ausgestattete Adresse (äuge־ fertigt in dem Atelier von Senger), die den Nestor der Wissenschaft des Judenthums feiert. In der Adresse des deutsch-israelitischen Gemeindebundes ist die Mittheilung von einer Zunz-Stiftung gemacht, aus deren Ertrage Gelehrte ohne Unterschied der Confession prämiirt werden sollen, die sich auf dem Gebiete jüdischer Wissenschaft ausgezeichnet haben. — Viele Zeitungen, darunter einige eonservative Blätter, wie wir hervorhebeu wollen, brachten zu dem Ehrentage des Dr. Zunz freundliche Besprechungen seines Wirkens. Ein vortreffliches Porträt, sowie eine gut geschriebene Biographie des großen Gelehrten bringt die letzte Nummer der Leipziger Jllustrirten Z itunz. Ueber die vom Vorstande der Wiener israel. Cultusgemeinde überreichte Adresse haben wir bereits berichtet; auch die Verwaltung der Münchener israel. Cultusgemeinde hat eine Adresse an den Jubilar gerichtet;• ebenso die hiesige ,Gesellschaft der Freunde'. Die Reihe der Deputationen, die dem Jubilar aus Anlass des Tages gratulirren, elöffnete Dr. Frankl als Vertreter des Berliner Rabbinats. Zugleich übermittelte er die schriftlichen Glückwünsche der ältesten rabbinischen Lehranstalt Deutschlands, des jüdischen theologischen Seminars in Breslau. Nach ihm sprach im Namen des Lehrkörpers der hiesigen Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums der Doeent an derselben Herr Dr. Müller. Ihm folgten die Vertreter des hier domicilirenden deutsch-israelitischen Gemeindebundes. geführt vom Professor Dr. Lazarus. Derselbe theilte mit, dass der Bund eine Zunz-Stiftung ins Leben gerufen habe, um durch Preisausschreiben die jüdische Wissenschaft aufzumuntern und zu fördern. Alljährlich an Zunz' Geburtstag sollen die Preise zur Vertheilung kommen. Namens des Leh'rereollegiums der hiesigen Gemeinde-Knabeuschule und der Lehrerbildungs-Anstalt, welcher der Jubilar seinerzeit als Dirigent vorgestauden hatte, gratulirte Dr. Holzmann. Nach ihm brachte Dr. Kirschstein die Glückwünsche der versönlichen Freunde des Gefeierten. Sodann erschien eine Deputation des Vorstandes der hiesigen jüdischen Gemeinde, die Director Dr. Herrmann führte. Als Abgesandter der Societe des etudes juives in Paris war deren Vorsitzender, der greise Professor Dr. Derenbourg persönlich erschienen, um den Schöpfer und Meister der jüdischen Wissenschaft an seinem Ehrentage zu feiern. Es folgten dann noch eine Deputation der Gesellschaft der Freunde, deren ältestes Mitglied der Jubilar ist, des L6tb-Hu.lLldv8.86b, der jüdischen Reform-Gemeinde und des Cnratorinms der zu Zunz' 70. Geburtstag gegründeten Zunz-Stiftung. Die von dem Rabbinat der hiesigen jüdischen Gemeinde überreichte und von dem Maler und Lithographen Karl Hacker mit großem künstlerischen Geschick ausgeführte Adresse zeigt aus dem ersten Blatte unterhalb eines etwas gehobenen Vorhanges einen Engel, in den Wolken schwebend, der, den Blick nach oben gerichtet, auf einer Tafel die neunzig Jahre verzeichnet; die Lebensjahre des Jubilars sind gleichsam noch ungezählt, denn die Jahreszahl 1884 ist unvollendet geblieben. Auf silbernem Grunde heben sich auf dem Blatt Rosen und Myrthen ab und Putten balten einen Eichenkranz empor. Die Widmung selbst versinnbildlicht mit ihren Lorbeern, Dornen und Disteln den Nuhrn und den Kampf. Das zweite Blatt bringt auf goldenem Grunde mit rankenden Eichenblättern den Text der Adresse, in welcher der tiefsten Verehrung gegen Len Altmeister der jüdischen Wissenschaft Ausdruck gegeben ist, wie der frohen Zuversicht, dass seine Arbeit von reichem Segen sein wird. Die Adresse ist in eine Mappe mit blauer Sammtdecke, auf welcher innerhalb des silberneu Kranzes die Jahreszahlen 1794—1884 stehen, eingeschlossen. Aviso! Um dem Ansuchen mehrerer geehrter Herren Abonnenten nachzukommen, wollen wir mit der Einforderung der rückständigen Abonnementsbeträge bis nach ,ראש ד,שנד warten, zu welcher Zeit wir jedoch um so gewisser von Seite unserer Abonnenten auf Einselldnng der schuldigen Beträge rechnen. Die Redaction. Correspondenz der Nedaction. Collegen F. in T-, Cultusgemeinde K-, B. in K., R. in Postelb. Cultusg. M. Ost., H. in Biel., Cultusgemeinde K. C. bestätigen dankend die eingesandten Beträge. Gruß. L. in Kap. Sie haben am 1. September Ihr Abonnement zu erneuern. Gruß. R. in Butsch. In der nächsten Sitzung wird Ihr Ansuchen um Aufnahme erledigt werden. Den Ihnen zukommenden Fragebogen wollen Sie ausgefüllt an den Vorstand retourniren. Gruß. D. in A. Besten Dank für ihre eifrige und treue Mitarbeiterschaft. Gruß. — S. in T o. Wir ersuchen um gefällige Einsendung von 3 st. für das Inserat. Gruß. Die geehten L e s e r unseres Blattes machen wir auf die in unserem Blatte inserirte Firma M. Hirschler & Sohn, Wien, I., am Bergel 1 zum Einkäufe von Esrogim, Lulewim etc. aufmerksam und können ihre Leistungsfähigkeit bestens anempfehlen. Die ReLoction. Die nächste Nummer enthält eine Mnsikbeilage.