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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-06-14 · Heft 20 (14.6.1884) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 20 (14.6.1884)
Date
1884-06-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische ן ~ . ץ Pränumerations-Preis Organ י־־ -="/ ' ^ßedacitan für Mitglieder des ö.-u. Cantoren-Vereines ohne Musikbeilage viertelj. . ft. 1.— mit Musikbeil viertelj. ft. 1.25 kür die Gesammt -Interessm jüdischer Glmtiirm. Administration Wi tu. für Nichtmitglieder in Oesterr.» Ung. ohne Musikbeil, vierteljährig .... fl. 1.25 Erscheint jeden achten Hag. II., Novaragasse 27. mit Musikbeil, viertelj. fl. 1.50 *ooo*— Inserate für Abonnenten im Auslände o. Musikbeil, viertelj. fl; 1.50 mit Musikbeil, viertelj. fl. 1.75 Begründer: Obercantor Jjfct&oß gattet׳. werden billigst berechnet. •־־־. J Manuscripte werden nicht retournirt. 1 — _4 Nr. 20 Wir», 14. Juni 1884- \\ 4. Jahrgang. Wien, am 13. Juni 1884. Ein hochwichlkger Schritt, der schon vor mehreren Wochen vom Vorstande des östcrr.-ungar. Canrorenvereines beschlossen wurde, wird in der nächsten Zeit zur Ausführung gelangen, wir meinen die Versendung des Ausrufes an die jüdischen.Cnltusgemeinden Oesterreich-Ungarns zum Beitritte zu unserem Verein^ und zur thatkräftigen Unterstützung des Humanitären Zweckes, den er verfolgt. Die hohe Bedeutung dieser Angelegenheit ist in diesen, dem Wohle der Cantoren gewidmeten Blättern schon des Oetteren gewürdigt worden, wir erachten es aber bei der großen Vcrgesslichkeit, an der leider unsere Collegen selbst in den vitalsten Fragen des Canlorenstandes leiden, und von welcher gerade die Nedaction der Cantoren-Zeitnng manch' trauriges Lied fingen könnte, nicht für überflüssig, heute die Sache an dieser Stelle wieder zu beleuchten, sollten wir auch dabei schon oft Gesagtes, oft Anerkanntes wiederholen. Der Cantorenverein kann bei den geringen Beitragsleistungen seiner Mitglieder al.' dasjenige, was er nach den Statuten an streben soll und auch, will er nicht ein Scheinleben führen, anstreben muss, nicht erreichen. Durch eine Erhöhung der Beiträge wäre der Unzulänglichkeit der materiellen Mittel nicht gesteuert, und wenn auch dieselben um einen oder zwei Gulden vergrößert würden — abgesehen davon, dass für Viele eine solche Erhöhung unerschwinglich wäre — so könnte die Vereinscassa hievon keinen neunenswerthen Zuwachs erhalten. Es muss demnach nun eine Unterstützung von Außen hinzukommen, soll anders nicht der Verein einen bedeutenden und vielleicht den wichtigsten Theil seiner Aufgaben unerledigt lassen. Wobl ist es den lobenswerkheu Bestrebungen unseres wackeren Vorstandes gelungen, die Sympathien und Unterstützungen hochherziger Männer in der Metropole des Reiches unserem Vereine zuzuweuden, und wir haben gegründete Hoffnung, dass auf diese Weise noch bedeutende Summen unserem Fonde zufließen werden, aber in erster Reihe sind wohl die jüdischen Cultusgemeinden dazu berufen, dem Cantorenbunde eine solche Beihilfe zu gewähren. Ost gegen geringes Entgelt müht sich der Canlor/ mit Einsetzung seiner ganzen Kraft im Dienste der Gem?inde,Vund dennoch besitzt er für all' sein Mühen und Streben nicht die geringste Aussicht, für dis Zukunft der Seinen Sorge tragen zu können, nicht die kleinste Hoffnung, wenn Alter oder Krankheit ihn für seinen Berns untauglich gemacht haben, irgend welche Hilfe zu stnden. -M^-vej.fennen-zwar׳ nicht׳ die Schwierigkeiten, mit denen die meisten Gemeinden zu kämpfen hätten, wollten sie ihren Angestellten eine Pension gewähren, aber eben darum, weil wir dies einsehen, glauben wir, dass die Gemeinden mit Freuden das Anerbieten des Cantorenvereines ergreifen und die günstige Gelegenheit nicht vorübergehen lassen sollten, auf eine billige Weise für das Wohl ihrer Beamten vorzusorgen. Diese Verpflichtung des Arbeitgebers dem Arbeituebmer gegenüber — und factisch ist ja das Verhältnis der Gemeinde zum Cantor kein anderes — wird Niemand bezweifeln, und wie sehr sie anerkannt ist, zeugen am besten die in letzter Zeit in den gesetzgebenden Körperschaften fast aller europäischen Staaten gepstogenen Verhandlungen, die wohl den Interessen eines anderen Standes dienen- Nicht lange wird es dauern, und diese Verhandlungen werden Gesetzeskraft erlangt haben. Aber darauf wollen wir gar nicht Hinweisen, wir wollen nicht sprechen von Verpflichtungen, uns nicht stützen auf trockene Paragraphe; wir a p p e l l i r e n an das warmfühlende, j ü d i s ch e H e r z, u n d ein s o l ch e r A p p e l l i st noch selten erfolglos geblieben. Deswegen blicken wir mir Vertrauen auf die Munificeuz der jüdischen Gemeinden und deren Repräsentanzen und hoffen, dass sie in gerechter Würdigung unserer Ansprüche den Cantorenverein t h a tk r ä f t i g st unter st ützenwerden. Jedoch auch an unsere Collegen müssen wir ein ernstes, mahnendes Wort richten. Keiner möge unserem Verbände fern bleiben, Jeder trage sein Schärflein bei und setze seine ganze Kraft und seinen ganzen Einfluß zur Förderung dieses Unternehmens ein- Es ist eine Lebensfrage für uns Cantoren, an deren Lösung wir jetzt herantreten, und wer leichten Sinnes darüber hinweggeht, wernoch immer, vom Ernste der Zeit un- 5'■'־:^״.^' ~-v.v cיי.-'; --:־/-׳»t.*,־.-

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