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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-04-19 · Heft 13 (19.4.1884) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 13 (19.4.1884)
Date
1884-04-19
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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— T — Cantorenvereines in der That sind, mit warmem Herzen, collegialer Treue opfert. — Und das ist ein Verdienst Fiscber's, das nicht hoch genug angeschlagen werden kann, und um dessenwillen die Caniorcnwclt mit Recht Fischer zu den Besten der Ihrigen zäbten kann. -- Es wird gewiß nur dieser Anregung bedürfen, um maßgebenden Ortes Vorbereitungen zu treffen, damit dieser Tag würdig des Jubilars, wie nicht minder würdig unseres Vereines, gefeiert werde. I. Schiller. London, im Februar l. I. Die Antipathie so vieler, in gut-n Verhältnissen hier wohnenden deutschen Inden gegen AlleS, was auf Juden und Judenthum Bezug hat, wurde kürzlich hier in einer Sitzung der Gemeindevertretung besprochen. Es ist traurig, aber wahr, dass eine beträchtliche Anzahl hiesiger deutscher Juden jahraus jahrein mit ihren Familien von den Synagogen fernbleiben und auch sonst in keiner Weise zu den Lasten der Gemeinde beitragen. Das Einzige, das sie noch etwa mit ihren Glaubensgenossen zusammenhält, ist, dass die Meisten den Wunsch hegen, nach ihrem Tode auf dem jüdischen Friedbose beerdigt zu werden. Welche Ironie! Im Leben wollen sie von ihren Stammesgenossen nichts wissen, aber im Tode möchten sie vereint mit ihnen sein, um dis Verstorbenen gleichsam auszusöhnen für das moralische Unrecht, das sie ihnen im Leben nngethan haben. Obschon wir in einem freien Lande leben und von antisemitischen Verfolgungen uns nicht zu fürchten brauchen, so hat doch jeder Jude hier die moralische Pflicht, sich der Gesammtheit anzuschließen und mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, dass die so heilsamen Jnstitntionen der Gemeinde gedei- Heu und zum Wohle so Vieler aufrecht erhalten werden können. Jüngst verschied hier Professor CH e n e ry, Chef-Redactenr der hiesigen ,Times*. Derselbe war ein ausgezeichneter Orientalist und was noch viel mehr sagen will, schrieb ein classisches Hebräisch. Vor einigen Jahren veröffentlichte er ספל מחברות איתיאל von Charisi wozu er eine schöne, in hebräischer Schrift abgefaßte Einleitung schrieb und war auch ein Ihätiges Mitglied der 806i6t^ of Hebrew Literature. Seine intime Bekanntschaft mit Juden und Judenthum hatte das Gute zur Folge, dass er sie wacker vertheidigte, so oft sie ungerechter Weise a la Stöcker angegriffen wurden. Die Leitartikel in der ,Times* während der jüngsten schmählichen Judenverfolgungen in Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Rußland, die diesen Gegenstand berührten, waren von besonders sympathischer Natur für die unglücklichen Verfolgten und haben sicherlich viel dazu beigetragen, dass die englische Nation ibr mächtiges Veto eiulegte. Auf sehr befreundetem Fuße stand er mit dem sei. Rev. Mr. Green, Prediger der Ceniral-Synagoge. Als die ersten Berichte über die jüngsten russischen Gräuelthaten hier bekannt wurden, machte Letzterer den -Professor darauf aufmerksam ׳ mit dem feinen Wortspiele לבר בעטו מה טוב: (ein Wort ans Ihrer Feder u. s. w.). Die werthvolle Bibliothek des fraglichen Rev. Mr. Green wurde letztwillig dem Jewisch Collegium Übermacht. Dies war ein sehr praktischer Gedanke, und wird hoffentlich recht vielen wißbegierigen Studenten zum hohen Nutzen gereichen. Die durch deS Besagteil Tod vacant gewordene Predigerstelle ist noch immer nicht besetzt, obschon mehrere Candidaten daselbst Probepredigten gehalten haben. Darüber darf man sich aber nicht wundern, wenn man bedenkt, was für ein großer Mangel hier an tüchtigen englischen Predigern herrscht. Unter den Candidaten, die zur Probepredigt zugelassen wurden, ist auch einer, der bis vor Kurzem das Amt eines Schochet und Schuldieners versehen hat. Diese Thatsache mag hier wohl als Enriosnm angesehen werden, zumal die Gemeinde in der Central-Synagoge eine der größten und einflußreichsten in der englischen Metropole ist. London. In der am 13. d. M. in Gunersbury Park verfftorbenen Baronin Charlotte v. Rothschild haben die jüdischen Armen Londons ihre größte Wohlthäterin verloren. Ihre Equipage war häufig in den armseligsten Straßen von Spitalsfields und Whitechapel zu sehen, wo sie für die Klagen der in diesen Stadttheilen wohnendeir, armen deutschen und polnischen Inden stets ein williges Ohr und eine offene Börse hatte. Jeden Freitag besuchte sie die jüdische Freischule und brachte stundenlang mit der Jnspection der Classen zu. Auf ihre eigenen Kosten unterhielt sie eine Krankenküche in Sandys-Row (Bishopsgate), wo armen Patienten gegen Vorzeignng eines ärzrlichen Zeugnisses Rationen verabreicht wurden. Im Jahre 1859 gründete sie das Heim für Unheilbare beiderlei Geschlechtes in Bedfort-Sgnare, Commercial-Road, bekleidete die Mädchen der jüdischen Freischule und zeichnete sich durch mannigfache andere Wohlthätigkeitsbestrebungen auS. Z>ie Weformraööiner irr Amerika Der Rabbiner Sonnenschein in St. Joachim ist für die Feier der Weihnachten. — Rabbiner Hirsch in Philadelphia spricht für die Verheiratung der Inden mit Nichtjnden. — Rabbiner Landsberg in Orchester will die hebräische Sprache, unser einziges rheneres Kleinod, auS unserem Gebetbuche entfernen. — Rabbiner Köhler in New-Pork will den Sabbath von Samstag auf Sonntag verlegen. — Rabbiner Hirsch in Chicago ist für die Abschaffung der Beschneidnng, und Rabbiner Wiese in Cincinnati findet es für kein Unrechr, wenn in jüdischen Gesellschaften טריפות aufzetischt werden. Also was bleibt vom Judenthume zurück? Aviso! Trotz des herabgesetzten Abonneurentsbetrages ist eine große Zahl unserer geehrten Herren Abonnenten in der Begleichung der laufenden und rückständigen Pränumerationsbeträge so saumselig, dass wir uns neuerdings veranlasst sehen, dieselben zur baldigen Einsendung des Abonnements dringendst anfznfordern, widrigenfalls wir die weitere Zusendung des Blattes sistiren müßen. Wir erwarten, daß diese Aufforderung schon darum nicht erfolglos bleiben wird, als es jetzt einem jeden Coltegen nicht schwer fallen kann, seinen Verpflichtungen dem Blatte gegenüber nachzukommen. Die Administration. Correspondenz der Nedaetion. College» H. in T., Fr. in St.. Fr. in Str., Ep. in Pr., S. in Jnngb., H. in L. St. M. W. in Fr., -23. in G-, W. in A., L. in 28., W. in K-, N. in I., R. in K. bestätigen dankend die eingesandten Beträge. Heitner in T. Wollen Sic nur den ConcurS einsenden, die Rechnung werden dann senden. Corresp. in Zn. Bedauere wegen Ueberfnllung ähnlicher Berichte Ihr Eingesandtes diesmal nicht berücksichtigen zu können, da wir keine Ausnähme machen dürfen. St. in Gr.-M. Das Blatt wird stets pünktlich unter ihrer Adresse abgesendet. Rab. in K. Sie.haben Ihr Abonnement bis Ende 1884 beglichen und sind blos für eine vierteljährige Beilage im Rest. Herzt. Gruß. L. Red. der Dr.-Z. Unseren innigsten Dank für ihre aufrichtige Unterstützung und Lheilnahme. Gruß. Gold st. in F. Sie haben Ihr Abonnement bis 1. Juli und nicht, wie Sie angeben, bis 1. October bezahlt. Gruß. Kin Fr. Ihren gesandten Betrag haben wir für's erste Quartal zutgebucht. . F o. in W. Sie haben mit dem eingesandten Betrage den Rest pro 1883 beglichen. Sch. in G r.-W- Sie sandten 50 kr. Vereinsbeitrag. Der vierteljährige Vereinsbeitraz beträgt 1 fl. — L8ir haben daher die 50 kr. für's kommende Quartal gutgebucht. R. in I. Die gewünschten Blätter pr. März werden an Sie abgesendet. Gruß. I. K. in Prz. Bestätigen dankend den eingesandten Betrag. Schleife folgt bei. Löb l. C u lrusv o r st. I. Bestätigen dankend den eingesandten Betrag für Veröffentlichung des Concurses.

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