Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 4 (1884)
- Issue
- Heft 12 (3.4.1884)
- Date
- 1884-04-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische Pränumerations-Preis für Mitglieder des ö.-u. Cantoren-Vereines ohne Musikbeklage viertelj. . st. l.— mit Musikbeil viertelj. fl. 1.25 für Nichtmitglieder in Oesterr.» Ung. ohne Musikbeil, vierteljährig .... fl. 1.25 mit Musikbeil, viertelj. fl. 1.50 für Abonnenten im AuSlande v. Musikbeil, viertelj. fl. 1.5a mit Musikbeil, viertelj. fl. 1.75 Organ die Gesummt-IilterWM Mischer Gautureu. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor IcrAoö Mcruer7. ^eilaeüon und Administration Wien, II., Novciragasse 27. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. ן Nr. 12 Wien, 3. April 1884. 4. Jahrgang. Abonnements-Einladung. Die Oesterreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung beginnt mit dieser Nummer das H. Quartal des IV. Jahrganges, und ersuchen wir daher die geehrten Herren Leser, Freunde und Gönner unseres Blattes, das Abonnement unter den an der Spitze des Blattes angegebenen Modalitäten baldigst erneuern zu wollen, damit die regelmäßige Zusendung keine Unterbrechung erleide. Wie bisher werden wir bestrebt sein, mit aller Kraft uns für die Interessen unseres Standes einzusetzen, und hoffen, dass unser Wirken auch weiterhin die vollste Anerkennung unserer Collegen finden werde. Zugleich sehen wir uns veranlasst, um die baldigste Einsendung der Rückstände dringendst zu bitten, da auch wir unseren zahlreichen Verpflichtungen pünktlich Nachkommen müssen. Die Redaction. Uelier^Entwickelung des Synagogen- Gesanges". Vor! Obercantor I. Singer in Wien. IX. Einen glücklicheren Wurf hat der in' den heutigen Musikkreisen nur sehr wenig bekannte Fischhof mit seiner Composition, Adonoj moloch in F-dur Nr. 8 gethan. Derselbe bat die Reise um die Welt gemacht, und wir glauben nicht zu viel zu behaupten, wenn wir erklären, dass dieser Adonoj moloch in allen Gottesj Häusern Israels, wo ein Chor eingeführt wurde, gesungen wird oder früher gesungen wurde. Diese Thatsachs spricht umsomehr für die glückliche Oualificativn der Nummer, indem es bis dahin Gebrauch war, diese Gebetsstelle als Probeüätte für die größere oder mindere Fertigkeit ׳des Chasan im Recitiren dereigenthümlicben und allgemein beliebten Gesangsmanier (Adonojmoloch-Steiger) verwendet zu sehen. Es war von Fischhof allerdings gewagt, eine Aendsrung insofern vorzunehmen, als er ein uichi gern vermisstes Necitativ in einen Chorsatz verwandelte; jedoch es war eben ein Versuch, und wie derselbe gelungen, zeigt, uns die Composition selbst am deutlichsten. Bei Verwendung nur der einfachsten musikalisch-technischen Kunstmittel stebt der musikalische Theil lediglich im Dienste des Textes Wort und Ton erscheinen als im selben Augenblicke geschaffen, und durch diese naturgemäße Verbindung, wie nicht minder durch die ungekünstelte, anmnthige Vorwärtsbewegung der Text- und Musikphrase, erhält das Werk das Gepräge des Einfachen und Leichtsaiiglichen. Wie prächtig erscheint die dem Texte so herrlich angepassle, musikalische Steigerung von noseu nehoros adonoj bis addir bamorom, und von geradezu packender Wirkung ist das Eintreten des Basses bei jiseu nehoros und der Cbor-nnisono- Satz addir bamorom adonoj. Etwas eigenthümlich und ungerechtfertigt, weil unnölhig, klingt die Waldbornfigur im II. Sopran bei dem Duett n086n nehoros; wir hätten an dieser Stelle viel lieber einfache Terzen gesehen. Im klebrigen ist die Bearbeitung der Composition,!vie bereits angedeutet, eine einfache aber äußerst saubere; nachdrücklichst bervorzuheben ist die melodiöse, leichte Führung der einzelnen Stimmen- Von den weitern Mitarbeitern des Lchir Zion I erwähnen wir die Compositionen Würfel's Adon 010m in Es-dur Nr. 19, indem derselbe, theils wegen seiner, auf äußerliche Wirkung berechneten, pompösen und, reichen Gewandung, theils wegen der italienisch gefärbten, etwas zu süßlichen Solo-Stellen eine Lieblingsuummer vieler Cantoren bildet. Auch wir standen einstens staunend vor diesem farbenreichen Gemälde. Es gibt ja im Leben