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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-03-26 · Heft 11 (26.3.1884) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 11 (26.3.1884)
Date
1884-03-26
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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p7' Uuterstützungen und Beiträgen für Bildungs- und Humaniräts- Anstalten 37,900 fl. verausgabt worden, genehmigt. Der Vorsitzende, Neicdsraths-Abgeordneter Julius Ritter v. Gomperz, machte die Mitlbeilnng, dass die Vorarbeiten für den Gesetzentwurf, betreffend die äußeren Nechtsverbältniße der Indengemeinden, im Cnltusministerium abgeschlossen seien, und dass derselbe demnächst zur verfassungsmäßigen Behandlung vor den Reichsrath kommen dürfte. Waris, 24. März. Auf meiner Rückreise nach Paris besuchte ich den in Linz abgebaltenen Pnrim-Unterbaltungsabend. So reichhaltig auch das ganze Programm war, den Glanzpunkt des Abends bildeten unstreitig die Leistungen des dortigen Obercantors, Herrn Heinrich G r ü n w a l d, der einige Opernarien mit einer Bravour vortrng, die mich glauben ließen, ich wohne einer Opernvorstellung bei. Herr Grünwald versteht seine reichhaltigen Stimmmittel richtig anzuwenden und dem Vortrag zugleich Gefühl und Ausdruck zu verleihen. — Wir können daher der Linzer Cultusgemeinde zu ihrer Acquisition nur gratnliren und den Wunsch hinzufügen, dass Herr Grünwald auch entsprechend gewürdigt werde. Dr. A. H. Wetersöurg, 20. März. Zn Folge einer Petition der Jsraeliten des Kreises Pultawa, um Sistiruiig der Verfügung der Gouvernemenrs-Negierung, wonach jene Israeliten, welche kein unbewegliches Vermögen besitzen, aus den Dörfern auszuweisen seien, erging ein Senats-Ukas, welcher die Ausführung jener Verfügung sistirt und eine objective Untersuchung des Bittgesuches anordnet. Ans Skurz in Weftpreußen wird berichtet: Am 21. vorigen Monats wurde der 14jährige Sohn eines hiestgen Schneiders, Namens Zibulie, auf die schrecklichste Weise ermordet. Die Leiche, welche verwest und der Kleidung beraubt war, wurde unter einer Brücke aufgefunden. Allsogleich verbreitete sich das Gerücht, dass die Juden den Knaben ermordet hätten, um ihm das Blut abzuzapfen. Eine Unter׳ suchung wurde sofort eingsleitet, welche jedoch nicht den geringsten Anhaltspunkt zur Beschuldigung der Juden ergab. Auch der dortige Schächter Herr Blumenheim wurde gerichtlich vernommen und mußte seine Schlachtmesser vorzeigen. Es wurde constatirt, dass derartige Wunden und Stiche nicht mit derartigen Messern ausgeführt sein können, und überdies hat der Schächter nachgewiesen, dass er am Tage, als diese Mordthat geschehen ist, verreist war. Die Aufregung in dieser Stadt ist sehr groß, denn der Pöbel ist sehr geneigt jener abscheulichen Verleumdung Glauben zu schenken. Außerdem wurde noch das Gerücht verbreitet, dass ein polnischer Bettler in Peplin zur katholischen Kirche übergetreten sei und ausgesagt habe, dass die Juden Christenblut brauchen. Es ist wirklich bedauerlich, dass diese abscheuliche Blutbeschuldigung auch jetzt Glauben findet, zur Schmach der Menschheit. Mene jüdische Seele in Unßkaud. Aus Odessa wird uns geschrieben: Das russische Judenthum, welches fortwährend unter dem Drucke der Verfolgung steht, hat schon mehrmals gesucht, durch die Bildung besonderer Secten sich von dem Orthodoxenthume zu befreien und dem Russenthum sich zu nähern; doch fehlte es diesen Seetirern fast stets an Anhängern, sowie an Unterstützung der christlichen Bevölkerung. Gegenwärtig hat sich in Kischenew, wie von dort hieber berichtet wird, eine neue Secte gebildet, deren stark propagirte Glaubensansicht großes Entsetzen unter der orthodoxen Judenschaft erregt hat. Der Hauptzweck dieser aus zahlreichen wohlhabenden Juden bestehenden Secte ist nach den Erklärungen des Hauptsectirers, eines gewissen Joseph Rabinowitsch, der überall Predigt, wo er nur Zuhörer sindet, unter den Juden die Ueberzeugung zu verbreiten, dass Christus der wirkliche Messias der Inden sei und dass sie keinen andern zn erwarten hätten. Seine Ueberzeugung bekräftigt Rabinowitsch durch unzählige Citate aus der Bibel und den Propheten. Die in Petersburg erscheinenden, dem Judenthume gewidmeten Blätter, wie Hamelitz u. A., widmen der Agitation des Rabinowitsch ganze Leitartikel, in welchem sie dieselbe aufs entschiedenste verdammen. Der Sectirer ist noch vor Kurzem ein strenggläubiger Jude gewesen. Der Rußki Kuryer schreibt über denselben Gegenstand: ,Umlängst har sich in Kischenew unter den dortigen Juden eine reformatorische Secte gebildet, welche den Zwcck verfolgt, die jüdische Religion der Lehre Luthers anzupassen und nur die Beschnsidunz sowie den Sabbath zu behalten. Das Haupt dieser Seete ist der bekannte hebräische Publieist Josep Rabinowitsch, welcher, wie verlautet, aus der jüdischen Jugend viele Adepten gewonnen haben soll. Die Versammlungen dieser neuen Secte finden im Hause des lutherischen Pastors Friedmann in Kischenew statt." Correfpondenz der Nedaction. Collegen Schr. in G.-J., N. in B-, L. in Hürb., Dr. in Hauch., 9!. in Obh., H. in B-, M. in O., R. in Lib. bestätigen dankend die eingesandten Beträge. Gruß. Gin Tap. Ihren eingesandten Betrag haben wir gutgeschrieben bis Ende Dezember 1883 und haben Sie noch für das erste Quartal 188t zn senden. Gruß. B. in Gl. Wir danken für Ihre eingesandten Daten. H. in Ainst. Herzlichen Dank für Ihre besondere Liebenswürdigkeit. Bericht hat!!,ich interessirt. Herzlich, colleg. Gruß. Rab. in L. Ihre Composition haben wir erhalten und können für jetzt hievon keinen Gebrauch machen. Sie haben noch für dieses Quartal 20 kr. nachzusenden. D. in K- Es freut uns sehr, daß die letzte Musikbeilage von unserem hochverehrten Collegen Baer ihre vollste Anerkennung gefunden hat und es wäre angezeigt, wenn Sie dieselbe auch direct dem Componisten ausdrückten. Gruß. — R. in Gr. Die Großw. Stelle ist zu besetzen, laut öffentlicher Erkläruug des dortigen Vorstandes im ״Pest. — Gruß. ZT Abonnements-Einladung. Die Oesterreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung beginnt mit 1. April 1884 das II. Quartal und ersuchen wir daher unsere geehrten Herren Leser, Freunde und Gönner, das Abonnement, unter den an der Spitze des Blattes angegebenen Modalitäten, aus dasselbe baldigst erneuern zu wollen, damit die regelmäßige Zusendung keine Unterbrechung erleide. Wie bisher werden wir bestrebt sein, mit aller Kraft uns für die Interessen unseres Standes einzusetzen und hoffen, daß unser Wirken auch weiterhin die vollste Anerkennung unserer Collegen sinden werde. Zugleich sehen wir uns veranlaßt, um die baldigste Einsendung der Rückstände dringendst zu bitten, da wir auf diesen׳ Zeitpunkt, wo es einem jeden Collegen leicht möglich ist, seiner Verpstichtung dem Blatte gegenüber nachzukommen, von Vielen vertröstet wurden. Die Redaction.

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