Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-02-07 · Heft 5 (7.2.1884) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 5 (7.2.1884)
Date
1884-02-07
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/1304829-3452960-3452965--0898-3454980
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Gutachten der sachverständigen Geologen und Chemiker dahin, dass die Möglichkeit einer Znficirung des Brunnenwassers und der Lust jn Zizkow durch die Frredhöfe durchaus nicht ausgeschlossen ist. Werlin, 28. Januar. Heute Mittags hat das Leichenbegängniß Lasker's stattgefunden. Die Feierlichkeit begann um 11 Uhr Vormittags in der Synagoge mit Gesang, worauf Rabbiner Doctor Frankl in ausgezeichneter Rede auf die Bedeutung Lasker's hinwies, seinen Lebenslauf schilderte und in besonders herzlichen Worten sein Streben nach Wahrheit betonte. Nachdem das hierauf angestimmte Lied mit Solo und Orgelbegleitung verklungen war, hielt Abgeordneter Kapp die Gedächtnißrede. Kapp rühmte den Patrioten Lasker, der sich nie gescheut,, kühn den Finger in die Wunden des Vaterlandes zu legen, und schloß mit den Worten, daß der theure Verblichene ewig im Ruhmestempel Deutschlands leben werde. Abermals ertönte ein Lied, dann wurde der schwere, bereits von Amerika hieher gekommene eiserne Sarg feierlich ans dem Tempel getragen. Jn der Synagoge waren anwesend: die gewesenen Minister Bernuth, Camphausen und Delbrück, das Präsidium des Abgeordneten- Hauses vollständig, die Reichstag-Präsidenten Levetzow und Ackermann, daun Windthorst, Hänel und viele andere Abgeordnete, der Ob.-Bürgermeister, der Magistrat und sämmtliche liberale Stadtverordnete. Die Regierung glänzte durch ihre vollständige Abwesenheit. Der Zug nach dem Friedhofe war der großartigste, den man seit Waldeck's Begräbniß in Berlin gesehen. Ueber 60,000 Menschen waren im Zuge. Eröffnet wurde derselbe durch die Handwerkervereine, dann kamen die liberalen Wahlvereine. Vor dem Sarge die Berliner Presse mit einem wundervollen Kranze der Wiener ,Concordia"; hinter dem Sarge die Verwandten des Verblichenen, die Magistratsbehördeu, die liberalen Vereine, die Arbeitervereine. Im Zuge befand sich eine große Anzahl Musikeorps, unendlich viele Fahnen und unzählbare Kränze. Hunderttausende von Zuschauern standen auf der Straße. Alles ging in größter Ordnung vor sich. Auf dem Friedhofe sprach Rabbinner Maybaum und tröstete die Verwandten. Die Musikeorps spielten und sämmtliche Anwesende desilirten vor dem Grabe und legten Kränze nieder; Berge von Palmzweigen und Kränzen wurden aufgehäuft. Die Meininger Wähler trugen einen silbernen Lorberkranz auf Sammtkiffen. Zahlreiche Depeschen aus der ganzen Welt sind eingelaufen. Auf den Straßen fand keinerlei Störung statt. Die Bevölkerung verhielt sich musterhaft- Liverpool. 21.. Jänner. Am vorigen Sonntag den 13. d. M. war hier in Liverpool das sogenannte ,Hospital Sunday", an welchem in allen Andachtshäusern der Stadt Sammlungen für den Fond der hiesigen Spitäler, deren über zwanzig hier sind und die alle durch freiwillige Beiträge erhalten werden, vorgeuommen. Auch in den beiden Synagogen fand ein besonderer Gottesdienst mit Predigt statt und ergaben die Sammlungen einen Betrag von nahezu 100 L. St. (2000 Mk.) ׳ Unter dem Publikum befanden sich viele christliche Zu- Hörer. Dem Prediger, Herrn Dr. Stern wurde bei dieser Gelegenheit ein prachtvolles Ornat aus reicher schwarzer Seide von den Damen überreicht. — Ein großartiges Meeting wird im Mansion-Hause in London wegen eines Testimonials an Sir Moses Montesiore abgehalten, bei welchem die hervorragendsten Lords in England Reden halten werden. Der Erfolg wird glänzend sein, ein großes Reeonvaleszenten-Haus für Personen ohne Unterschied des Glaubens soll in Ramsgate errichtet werden. Aer alle <Kut AremrepL׳. Wie die Wiener Journale einigen ungarischen Zeitungen entnehmen, hat Frau Rothschild an Eötvös den bekannten Vertheidiger in dem Tisza-Eszlarer Pro'ceß, folgendes gnädige, von einem sehr paffenden Geschenke begleitete Handschreiben gerichtet: ,Mein lieber Herr Eötvös! Verzeihen Sie, mein lieber Herr, die Nachlässigkeit, deren ich mich schuldig machte, indem ich bis dahin unterließ, Ihnen noch ganz besonders meinen Dank dafür abzustatten, dass Sie so viel für die Rettung der armen Schächter, beitrugen, welche beinahe das Opfer eines finsteren Wahnes oder gar eines hinterlistigen Bubenstreiches geworden wären. Ja, nächst dem wackeren Staatsanwalt Szeyffert sind wir Ihnen am meisten verpflichtet. Jn dem ritterlichen Kampfe, den wir führen, begrüßen wir Bundesgenossen jeglicher Nationalität, Race, Confession und Religion. Der uns Alle vereinigende Gedanke liegt in der Idee, dass wir gegen das Zurückfallen der Menschheit in alte Barbarei ankämpfen. Unterliegen wir, so bricht die Cultur zusammen. Sie haben also die in der Person der Angeklagten bedrohte Ehre des Judenthums und seiner Verbündeten vertheidigend, der Civilisation einen sehr großen Dienst geleistet. Könnte ich diesen nur nach Verdienst belohnen! Um Ihnen jedoch einen Beweis meiner Gewogenheit und ein Andenken an die herrlichen Tage von Tisza-Eszlar zu geben, übersende ich Ihnen anbei eine historische Reliquie, einen Cylinderhut des großen Advocaten Cremieux, eines Glaubensgenossen, der unsere Sache so überaus glänzend .führte. Sie scheinen sich ihn zum Vorbilde genommen zu haben, und ich hoffe, Sie werden ihn. soweit dies die Verschieden heit der Race zuläßt, erreichen. Mit der Bitte, dem liebenswürdigen Staatsanwalt Szeyffert — ach, wären Sie beide doch in Neu- Stettin gewesen — den Ausdruck meiner Anerkennung und Verehrung zu übermitteln, bin ich 1c.4 Verrinsnachrichten« Die geehrten College!! in Böhmen machen wir hicmit aufmerksam, dass die Stimmzettel für die Zweigniederlassung nicht an die Centrale in Wien, sondern an Herrn Obereantor I. Stransky in Prag, Geistgasse Nr. 9, zn senden sind. Aer Dorstarrd des österr.-ung. Cantoren-Vereines. Correspondenz der Nedaetion. College P. in Fr a. M-, N. in K., W. in G-, D. in W., I. in Csak., Gr. in dt., F. in Münchg., Sch. in St-, R. in W., Sch. in R., Lin Br-, Gr. in I., Gr. in G., (Wien) A. in Fr. u. Adler N. B., 8. in bestätige dankend die eingesandten Beträge. N> in K. Es erscheint alle Monat 1 Musikbeilage. W. in G. Den eingesandten Betrag haben wir sür's 4. Quartal 1883 gutgeschrieben. Gruß. Nin Lib. S!e haben viermal um 25 kr. mehr gesendet, demzufolge Sie noch 50 kr. für 1883 im Rückstände sind. Den eingesandten Betrag haben wir sür's erste Quartal 1884 gutgeschrieben. Stin Neust. Den eingesandten Betrag haben wir Ihnen den Rest per st. 3 für 1883 und fl. 2 fiir 1884 gutgebucht. Die Synagogengesänge von Löwenftamm können Sie beim Herausgeber Wien, I., Nibelungengaffe 3 beziehen. Rin Wann. Fl. 1.50 haben wir Ihnen als Rest gutgeschrieben und 1 fl. a Conto sür's erste Quartal 1884. Gründungsbeitrag für den Verein ist pro 1884 fl. 2 zn entrichten. Gin Kl. Den eingesändten Betrag für das erste Quartal 1884 gutgeschrieben. Wir theilen Ihnen mit, dass Sie noch ein größeres Saldo von 1883 haben. Sch. in R. Wir besitzen kein solches Exemplar, welches verlangtes Derzeichnis enthält. Gruß. 8in Br. Ueber bewußten Posten ist uns nichts Näheres bekannt. Gruß. — Gr. in I. Wenn Sie dem Vereine beitreten wollen, haben Sie sich an den Vorstand, I., Sritenstättengasse 4 zu wenden. 8. in Kann. Sie sind noch sür's letzte Quartal 1883 im Rückstände. Gruß. — H. in Raj. Einverstanden; — wollen Sie den Pränumerationsbetrag, senden. Gruß. Die Redactton.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.