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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1884-01-30 · Heft 4 (30.1.1884) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
4 (1884)
Issue
Heft 4 (30.1.1884)
Date
1884-01-30
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Menschheit erblickte; zu senem Volks, das ihn ehrte und ihn -noch einmal sich sonnen ließ im Abglanz seines Ruhmes. In diesem Vorgeschmack der Unsterblichkeit ging er dahin. Drei -Genien geleiteten ihn zum Grabe: der ,,Neckar", das Symbol Badens, ' das ihn so geliebt hat, die Reichsstadt Bremen und .die gute Stadt Berlin, beide ihm gesinnungsverwandt und mit ihm den Zorn der Mächtigen theilend. Der einzige verklärende Sinn des Lebens ist darin, daß das Leben des Individuums seelenlos wäre, wäre es nicht mildem großen Ganzen verknüpst. Darum laßt uns von unserem Freunde mit Schiller's Worten scheiden: ״Vor dem Tode erschrickst du, du wünschest unsterblich zu leben; lebe im Ganzen; wenn du dahin, es bleibt ewig zurück!י' Wertm. Die deutsche Kronprinzessin, eine Tochter der Königin von England, hat Sir Moses Montefiore mit einem kostbaren Ge- -schenke überrascht. Die hohe Frau hat nämlich eigenhändig ein Porträt des greisen Montefiore nach seiner Photographie gemalt, welches ausgezeichnet gelungen ist. Im Begleitschreiben, welches sie dem Bilde beilegte, betont die künftige Kaiserin Deutschlands Folgendes : ״Dieses Porträt ist eine meiner mühsamen Arbeiten, aber die Verehrung für Sie edler Sir, hat sie mir leicht gemacht'/' — In Londoner Hofkreisen macht dieses großartige Geschenk großes Aufsehen! Mudapest. Am 18. d. M. erschien beim ungarischen Cultusminister Trefort eine Deputation ungarischer Orthodoxer Juden und überreichte demselben die Bitte, ' den von den Neologen verlangten jüdischen Congreß nicht einznberufen, da die Orthodoxen mit den Neologeu keine Gemeinschaft haben wollen. Der Minister nahm die Deputation nicht sehr freundlich auf und sagte ihr in scharfem Tone: .״Die Orthodoxen sollen ihre veralteten Sitten ausgeben und ihre Söhne dem Handwerk und dem Ackerbau widmen." Weiters sagte der Minister der Deputation, die Juden müssen bestrebt sein, sich den anderen Völkern zu nähern. Baris. Das Central-Comitö der Alliance israelite wendet sich an alle Personen, an alle Vereine und Gemeinden, die lsich für die Zukunft der Israeliten Palästina's interessiren, dass sie ihre moralische und pekuniäre Unterstützungen zur Erhaltung von Schulen im heiligen ׳Lande verleihen mögen. Es ist ein Werk, das sich von selbst empfiehlt, und die lebhaftesten Sympathien verdient. Unsere Glaubensgenossen Galiziens und der Bukowina, die Mitglieder der Allianz zu werden wünschen, oder ihr Schärflein durch eine Gabe beitragen wollen, mögen sich an unseren verehrten Glaubensgenossen Herrn Salomon Buber in Lemberg wenden. Derselbe ist von Seiten der Allianz mit Her.Wahrnehmung ihrer Jnteresien betraut. Jasst). Seitdem Rumänien von den europäischen Mächten als .Königreich anerkannt worden, scheint dis rumänische Regierung alle früher beobachteten Rücksichten in Bezug aur die Behandlung der Juden, außer Acht zu lassen. Die Behandlungsweise, die sie dem Rabbi Taubes in Dorohoy zu Theil werden liess, legt Zeugnis hievon .ab. Vor einiger Zeit kam zu Taubes der Stadtcommissär, als russischer Jude verkleidet, und bat um ein Nachtquartier. Taubes, der keinen Verdacht hatte und keine Gefahr ahnte, gewährte die Bitte. Sofort wurde er von einigen zu Disposition des Commistärs gestellten Gendarmen ergriffen und von denselben an die österreichische -Grenze gebracht. Man konnte sich den Grund dieser Maßregel nicht erklären; erst jetzt wird es bekannt, dass Taubes vom Diftricts- Präfeeten beim Ministerium als Spion der ״Allgemeinen israelitischen Allianz" (1) denunzirt, und darum die Transportirung an die Landesgrenze veranlaßt worden. Den russischen Juden wird der Eintritt in Rumänien auf alle nur mögliche Weise erschwert. Mögen sie aus Moskau, Warschau oder anderen entfernten Theilen Rußlands kommen, -alle sind sie gezwungen, über Odessa zu reisen, um daselbst vom rumänischen Generalconsul ihre Pässe visitiren zu lassen. Unter diesen Umständen verzichten die russischen jüdischen Kauflents auf j-'de Handelsbeziehung mit Rnmänien. Ein jüdischer Minister. An Stelle des verstorbenen belgischen Ministers Baraweow, wurde der Reichsraths-Abgeordnete Ferdinand Bischofsheim mit königlichem Decrete zum Minister-Stellvertreter ernanut. — Ferdinand Bischofsheim, der bedeutendste Groß-Industrielle Belgiens und ein Führer der nationalen Partei im belgischen Reichs׳ rathe, hat sich namentlich beim Abschlüße aller Handelsconventionen Belgiens mit den anderen Staaten sehr viel verdient gemacht. — Bischofsheim, der Sohn frommer Eltern, steht im schönsten Mannesalter, und wird in dieser hohen Stellung Gelegenheit haben, dem gesammten Judenthume ersprießliche Dienste zu leisten. Grüiidmrgs- »md Veremsbeiträge. A. Hahn, Teschen, halbjährigen Beitrag; A. Schrecker, Piesling, vierteljährigen Beitrag; Bernhard Weiß, Brandeis, a. d. Elbe, halbjährigen Beitrag; Philipp Baßl, Margareten, halbjährigen Beitrag; Singer, Neubitschoff, halbjährigen Beitrag; S. Neumann, Ober- Hollabrunn, vierteljährigen BeitragI. Bader, Pardubitz, halbjäh׳ rigen Beitrag; Josef Löwinger, Kesthely, halbjährigen Beitrag; S. Popper, Eger, halbjährigen Beitrag; S. Rosenberger, Komotau, vierteljährigen Beitrag; R. Schwalb, Stampfen, halbjährigen Bei׳ trag; H. Steiner, FranzenSbad, halbjährigen Beitrag; I. Schwarz, Drosau, halbjährigen Beitrag; I. Streicher, St. Johann an der March, halbjährigen Beitrag; Leop. Götz, Puklitz, dreivierteljährigen Beitrag; M. Kulka, Kolin, halbjährigen Beitrag; E. Fränkel, Strakonitz, halbjährigen Beitrag; I. Baum, Lobositz, halbjährigen Beitrag; Adolf Kohn, Kanitz, halbjährigen Beitrag; Gideon Lowenthal, Wölkersdorf, vierteljährigen Beitrag; L. Blum, Schlan, vierteljäh. rigen Beitrag; B. Haas, Lipto-St.-Miklos halbjährigen Beitrag; H. Löwy, Neunkirchen, halbjährigen Beitrag; F. Löwinger, Privitz, halbjährigen Beitrag; H. Unschuld, Werschetz, halbjährigen Beitrag; D. Kohn, Lundenburg, ganzjährigen Beitrag; Ad. Brod, Prag, halbjährigen Beitrag; I. Stransky, Prag, halbjährigen Beitrag. Zur Musikbeilage. Unserer heutigen Nummer ist für jene geehrten Herren Abonnenten, welche auf die Musikbeilage pränumerirt sind, eine solche beigelegt. Dieselbe enthält vier Piecen, und zwar: ״moh oschir“ und 10״ omos“ von M. G. Löwenstamm, weiland Obercantor Ln München, ferner rmi scheosoh nissim“ und ״weschomru“ von Obercantor Simon in Copenhagen. Die ersten zwei Piecen sind mit Einwilligung des Herausgebers dem in nächster Zeit erscheinen׳ den 4. Hefte der Synagogengesänge ״Semiroth Tel chaj-• ’ entnommen. Die Redaetion. Correspondenz der Nedaetion. Collezen B. in Kr., K. in L., R. in H. M., W. in U. B., (für» 4. Quartal 1883) Ein S-, B. in A., Bachm. in Od., G. in B-, B. in Schl.^ Kin K-, St. in K. C., B. in P-, Lin T., H. in R., Sch. in Gr. W.,^ H. in B., L. in M. Alth. in St. Bestätigen dankend den eingesandten Betragsund bleibt ein Rest für das frühere Inserat von 60 kr. — Gruß. Gr. in W. Den eingesandten Betrag erhalten. Ges. in N. K- Sie haben noch 25 kr. für dieses Quartal zu senden, da Sie nicht Vereinsmitglied sind. Biu Kr. Nachdem Sie nicht Vereinsmitglied sind, bitten wir um die restlichen 25 kr. — Gruß. Dr. in H. ״Semiroth l'el chaj" ist bei Herrn Professor Löwenstamm, I. , Nibelungengaffe 3, zu bestellen. Die Redaction.

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