Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 44 (29.12.1883)
- Date
- 1883-12-29
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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; ganze Verlauf des Festes hat den Eindruck eines großartigen Kidusch- I Haschen! gemacht. — Nach geschehenen! Einzüge des Brautpaares ) und dessen Familienangehörigen sang der hiesige ,,philharmonische Verein" unmittelbar vor Beginn des Trauungsactes das Kirchenlied ״die Ehre Gottes" von Beethoven mit gewohnter Präeision. Hierauf .wurde der Trauungsact vollzogen, dessen gesanglicher Theil von Obercantor Löwenherz meisterhafr ausgeführt wurde- Ebenso erregten die vortrefflichen Leistungen^ des Chores unter der bewährten Leitung des Negenschor! Herrn W. Neubauer allgemeine Bewunderung. Nach; vollzogener Trauung wurden die Gratulationen in der Wohnung; der Brauteltern entgegengeuommen, zu welchem die Auffahrt in einer endlosen Reihe von Equipagen geschah, worauf um 4 Uhr s Nachmiltags im großen Redoutensaale des Hotels ,Kronprinz y Rudolf" ein glänzendes Diner stattfand. An demselben nahmen :.circa 150 Personen an drei riesigen, in der ganzen Länge des Saales Pararell aufgestellten und sehr geschmackvoll arrangirten Tafeln, Theil. ':Auch hier wären fämmtliche Honoratioren uuferer Stadt und unseres .-Comitates, sowie die Vertretw aller Dikasterien und die Spitzen der s ״Gesellschaft", sowie auch ein reizender Kran; von Damen anwesend. H^reHVnrg. Freitag am 7. d. M. fand die erste Sitzung der; Judencommission unter dem Vorsitze des Grafen Fahlen statt. Ueber i':. die Tendenzen derselben gibt die Tagesordnung nachstehende Aufschlüsse: ׳ Verschärfte Maßregeln in Bezug auf den Schmuggel; strenge solidavische Haftung der Gemeinden durch Ersatz-Soldaten in Bezug auf '׳ die Entziehung von der Militärpflicht; die Ertheiluug der Pässe an!■■1 Juden soll deshalb den Judcngemeinden selbst übertragen werden. Die Gesetze, welche den Branntwein-Handel beschränken, bleiben un- ... berührt, dagegen plant man die Gewährung der Freizügigkeit. Mest, '24. December. Eine Deputation der israelitischen Cültus- .? gemeinden Ungarns überreichte heute unter Führung des Präsidenten der israelitischen Landeskanzlei dem CultuS- und Unterrichtsminister 'T re fort eine Petition wegen Regelung der Angelegenheiten der israelitischen Cultusgemeinden Ungarns. Der Minister hob in seiner Antwort hervor, dass er seine während einer vierzigjährigen, auf!öffentlichem Gebiete entfalteten Wirksamkeit befolgten Principien und seine ganze bisherige Thätigkeit verleugnen würde, wenn er sich nicht für die Gleichberechtigung der Religionen äußerte; nur müßte ec diese Gleichheit in der Weise interpretiren, dass angesichts der mit!der Autonomie verbundenen Rechte auch entsprechende Pflichten zu * erfüllen sind. In diesem Sinne wünsche er die Regelung der Cultnsgemeinden. . Der Minister wies auf die Unregelmäßigkeiten in den von!den Orthodoxen geführten Matrikelbüchern hin und erklärte, dass er die Entziehung vor! der Militärpflicht mit allen Mitteln verhindern und auch die Finsternis verbreitenden Winkelschulen nicht dulden werde. Dies verlange nicht nur das Interesse des Staates, sondern geradezu auch die Reputation jener Confessio!!, als deren Vertreter '!die Deputation erscheint und deren Unterstützung er im Interesse des angestrebteu Zweckes mit Recht erwarte. Schließlich sagte der Minister, er schätze die geistigen Eigenschaften der Israeliten sehr hoch, sei aber der Ansicht, dass es tm Interesse des Staates gelegen wäre, wenn die Juden nicht nur in den Schulstndieu, sondern auch auf dem ׳Gebiete des Handwerks und des Ackerbaues ihre Fähigkeiten geltend machen würden. Waris.' Die Duellgeschichte zwischen dem Pester Advocaten Rosenberg und dem Grafen Bathvani, sowie die ganze Heirats- Angelegenheit und die Ereignisse in der Familie Schoßberger, sind zum Gegenstand eines Theaterstückes geworden. Herr Schoßberger soll dem betreffenden Theaterdirector 20.000 Francs geboten haben, wenn er das Stück nicht aufführen ließe, was dieser jedoch zurückgewiesen, weil er mit diesem ein recht gutes Geschäft zu machen hofft. London. Der Lord-Mayor hat sich׳ bereit erklärt, bei dem im März zu Gunsten des jüdischen Spitals und Waisenasyls stattsindenden Feftdiner. zu vräsidiren; durch diesen wohlwollenden Act hat der Lord-Mayor einen weiteren Beweis seiner Werthschätznng gegen die jüdische Gemeinde zu erkennen gegeben. Im Jahre 1882 hat derselbe bei einer ähnlichen Wohlthätigkeits-Anstalt in seiner Eigenschaft als Scherif mitangewohnt, und durch beredte Worte über Wohlthun vie dazu beigetrazen, dass ein glänzendes Resultat erzielt wurde. Kine neue jüdische Secte Ln Merdilschow. Das polnische Blatt ״Kuiyer Rzeszowski“ berichtet, dass in Berditschow, wo 9/10 der Einwohner Juden sind, ein Wunderrabbi erschienen ist, welcher eine neue ,Judensecte* bilden will, als Mittelding zwischen Orthodoxen nnd Fortschrittler. Den Predigten dieses Rabbiners und seinen rastlosen Bemnhnngen ist es gelungen, in einigel! Tagen viele tausende Anhänger zu gewinnen. Die Hauptgrundsätze dieser neuen Seete sollen folgende sein : 1. Falls ein Arzt constatiren sollte, dass die Beschneidung für daS Kind schädlich sei, so kann die Beschueidung nur symbolisch vorgenommen werden, da die t hat sächliche Beschueidung nicht nothwendig ist; 1 2. den Mitgliedern dieser Secte ist der Genuß aller Speisen erlaubt, somit מאבלות־אסורות ganz aufhören; 3. jedem Anhänger dieser Secte ist es gestattet, am Sabbath zu fahren; nur darf er selbst nicht kutschiren. — Bezüglich der . Kleidung und dem Tragen der Haare wird nichts vorgeschrieben, und es wird darin jedem vollständige Freiheit überlassen. (Dieser Nachricht ist nicht volle Glaubwürdigkeit beizumefsen, es scheint vielmehr, dass dieselbe von einem russischen Zeitungsblatte erdichtet wurde. D. Red.) Gründlingsnnd Vereinsbeiiräge. Ad. Lederer, Kaunova, halbjährigen Beitrag; I. Epstein, Proßnitz, ganzjährigen Beiträg; S. Streicher, St. Johann an der March, dreivierteljährigen Beitrag; Jahresbeitrag der Gemeinde Planina; Adolf Nähnadl, Libochowitz, vierteljährigen Beitrag; Joachim Popper. Kohljanowitz, halbjährigen Beitrag; L. Winterberg, Aussig, halbjährigen Beitrag; E. Weis, Königsberg, dreivierteljährigen Beitrag; I. Klein, Budweis, ganzjährigen Beweis; Scbwarzbart. Pullitz, vierteljährigen Beitrag; Weis. Eperies, halbjährigen Beitrag. A. Fischer, Vereinscassier. Slellcnverändcrunge». College I. Dreiblatt ist von Erlau nach Hamburg berufen worden und wird seinen Posten mit 1. Jänner 1884 antreten. College Werdisheim ist von Stockerau nach Triesch und College Teltsch von Klosterneuburg nach Stockerau übersiedelt. (Allen Herren Collegen unsere herzlichste Gratulation.) Correspondenz der Nedaetion. College Kr. m Pl., L. in P., L. in K., Schw. in Nt. W., R- .in B., Gr. in 2-, I. in M., H. in L., A. in H., Kl. in G-, R. in Kowno, Z. in W., T. in Kt. bestätigen dankend die eingesandten Beträge. Besten Gruß. M. in T-, B. in K-, W. in P. Wir nehmen keine Vormerkungen an, wollen Sie nur gefälligst den kleinen Abonnement-) betrag einfenden. Kr. in Fr. Ihr Conto stimmt vollkommen laut Ihrer Angabe. S. in Koj. Wir haben wohl am 19. Oktober fl. 3 erhalten, hingegen den fl. 1-50 nicht wie Sie angeben. S. in M- W. Unter den hiesigen Collegen kaum ein Einziger bekannt, der Grund hätte, sich darüber zu beschweren. Die Veröffentlichung Ihres Eingesendet wäre daher zwecklos. Gruß. F. in Str. EinzesandteS halten wir zur Veröffentlichung nicht geeignet. Papiere und Brief folgen. Gruß- I. in K- Von Ihnen einen in solchem Tone geschriebenen Artikel zu erhalten, verwunderte uns sehr. Trotzdem der Schluß ganz gesunde Ansichten enthält, mußte er dennoch wegen des Anfangs Zurückbleiben. Gruß. Bin 8. Die Recension eines so umfangreichen Werkes bedarf etwas mehr Muße und darum die Verspärnng. Gruß. Vor Jahresabschluss haben wir an jene Collegen, die mit ihrem Abonnement im Rückstände sind, einen Rechnungs-Auszug eingesandt und bitten wir um baldige Begleichung desselben, da auch wir unseren vielfachen Verpflichtungen nachkommen müssen. Die Redaction.