Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 40 (27.11.1883)
- Date
- 1883-11-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische wm* Priininimlllimis-Pms für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 Organ Gesllmmi -Juieressen jüdischer Cantaren Erscheint jeden a$Un Hag. Für das Ausland: Ganzjährig . . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 JSttfttflnng in’« Haar. B egründ er: Obercantor |!f a&oß Wcrnev. ^etlacixan UNd Administration 111 icn, II., Diowaragaffe 27. Inserate werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. Nr. 40 Wien, 27. November 1883. 3. Jahrgang. Wien, am 27. November 1883. Viele, die vitalsten Interessen der Cantoren berührende Fragen sind in diesen Blättern bereits erörtert worden und wenn dieselben auch nicht immer einer endgiltigen, glücklichen Lösung entgegengeführt wurden, so hat es dennoch nicht der nöthigen Anregung hiezu von unserer Seite gefehlt. Insbesondere ist es eine Frage von hervor- 'ragender Wichtigkeit, der Hauptzweck unseres Vereines, aus die der Vorstand desselben stets sein Hauptaugenmerk richtet und auf die auch wir immer und immer wieder zurückkchren müssen, wollen wir die Ziele, die uns bei der Gründung dieses Blattes 1111b des Cantorenvereines vor Augen schwebten, auch wirklich, erreichen. ES ist dies die Gründung einer Peusions- oder Unterstützungs-Cassa für die Witwen und Waisen verstorbener Vereiusmitglieder. Wer kennt nicht die dringende Nothwendigkeit einer solchen Institution? 'Lund uns ja schon leider traurige Beweise hiefür geliefert worden. Zwei Cantoren sind bereits seit dem Bestände unseres Vereines den Ihrigen durch den Tod entrissen worden, und in beiden Fällen waren die Hinterbliebenen auf die Mildthätigkeit der Collegen angewiesen, denn die Verstorbenen waren nicht Mitglieder des Cantorenvereines. Muß sich da nicht eines jeden Einzelnen unter uns, beim Hinblicke auf solche Ereignisse, eine gewisse Unruhe bemächtigen, muß sich ihm nicht bei dem Gedanken, auch ich bin ja nur ein Mensch, und daher dem menschließen Schicksale unterworfen, die Lange Frage aufdrängen, was soll dann aus den Meinigen werden? Muß nicht die traurige Perspective, dass vielleicht einmal die Existenz seiner Familie nur vom bloßen Zufalle abhängig sein könnte, für einen Jeden ein nimmer rastender Impuls zur eifrigen Thätigkeit nach der angedeuteten Richtung und zur Verwirklichung dieser edlen und humanen Idee bilden? Zu-wiederholten Malen haben wir darauf hingewiesen. Oft haben wir unseren Mahnruf ertönen lassen, doch was ist geschehen 2 Ja wohl, der Vorstand unseres Vereines hat seine Pflicht erfüllt und wird sie auch fernerhin zu erfüllen wissen. Er kann stolz sein auf seine Thätigkeit! Durch die hochherzigen Spenden, welche durch sein eifriges Bestreben unserer Vereinseafse zugeflofsen sind und für dieselbe in ausgiebigem Maße in den allernächsten Tagen wieder zu erwarten sind, ist bereits ein Fond geschaffen worden, aus dem, bei eventuellem Todesfall eines Mitgliedes, den Hinterbliebenen ein gewisser Betrag, wenn auch für den Anfang nicht allzuhoch, geboten werden kann. Dieser Gegenstand ist in den letzten Vorstands-Sitzungen einer eingehenden Erörterung unterzogen worden, und wird der Vorstand mit einem diesbezüglichen Entwürfe in nächster Zeit vor die Oeffentlichkeit treten. Er ist auch entschlossen, die Bestimmungen des diesbezüglichen Paragraphes, soweit dies auf legalem Wege wird möglich sein, früher in Ausführung zu bringen, als ursprünglich bei Abfassung der Statuten beabsichtigt wurde. Doch was haben unsere verehrten Vereinsmitglieder nach dieser Richtung bereits gethan? Mit einer einzigen Ausnahme — es ist dies der geehrte College Kraus in Planian — Nichts! Wie anders hatten wir das erwartet! Als wir zuerst den Ruf nach Licht erhoben, als wir die Finsternis, die sich durch viele Jahre über unseren Stand gelagert, zu verscheuchen strebten, als wir den Gedanken, einen Cantorenverein ins Leben zu rufen, in