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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-11-03 · Heft 37 (3.11.1883) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 37 (3.11.1883)
Date
1883-11-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische PriliulmerLÜMS-PreiL n für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 Für das Ausland: Ganzjährig. . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 ^incUZostellang^s {ja״, 'J Organ kür die Gesammt-Interessen jüdischer (tantnreu. Krscheint jede» achten Tag. Begründer: Obercantor IcrTsd Mcrusv. f \ Administration Leopol-fla-t, Circusgasse Nr. 20. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Nr. 37. Wie», 3. November 1883. 3. Jahrgang. An unsere geehrten Herren Abonnenten! Wir beehren uns hiemit den geehrten Herren Abonnenten, Lesern und Freunden unseres Mattes die Mttheilung zu machen, daß vom 12. dieses Monates an die Redactton und Administtatton der ״Oesterreichisch-ungarische» Cantorcn-Zeitung" sich Wien, II., Novaragasse Nr. 27 befinden wird, und ersuchen wir daher, von diesem Tage an alle Zuschriften und Geldsendungen dorthin zu richten. Die Redaction der ״Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitung". Wien, den 2 November. Der Reformator des Synagogengesanges und der Begründer des modernen jüdischen Cankorenthums, unser verehrter Alt- , meister Sulzer, / erblickte das Licht der Welt in dem idyllisch 'gelegenen iLtadtchen Hohenems. Nicht nur die glaubensgenösfischen Einwohner des Städtchens, sondern auch die Gesammteinwohner desselben hielten die Bestrebungen und Erfolge Sulzer's für hochbedentend, blickten mit wahrhafter Genugthuung auf dessen ruhmreiche Laufbahn, waren stolz daraus, Sulzer einen Hohenemser zu nennen und verliehen ihrer Sympathie dadurch einen bleibenden Ausdruck, daß man an dem Gebnrtshause Sulzer's eine Tafel anbrachte, deren Inschrift noch späteren Geschlechtern berichten soll: .Hier wurde Salomon Sulzer geboren." Eine solche Auszeichnung, seitens einer christlichen Stadtgemeinde einem Israeliten gegenüber, wird bekanntlich nur außergewöhnlich bedeutenden Erdenkindern zuerkannt und, hätte über die erfolgreiche Thäligkeit Sulzer's nicht bereits die ganze Welt entschieden, diese erwähnte Liebesgabe der christlichen Stadtgemeinde Hohenems würde es zur Genüge bekunden, wer Salomon Sulzer, der jüdische Cantor, war. Solchen, von nichtjüdischer Seite an den Tag gelegten Ehrenbezeugungen gegenüber, konnte selbstredend die jüdische Cultusgemeinde Hohenems, welche Sulzer zu tiefem Danke verpflichtet ist, nicht gleichgiltig bleiben. — Seit Jahren sind nun die Väter der Israelitengemeinde Hohenems bestrebt, irgend eine Form zu finden, welche auch der Anerkennung, dis das Gesamnltjudenthum den Bestrebungen Sulzer's schuldet, einen äußerlichen und bleibenden Ausdruck verleihen würde; Monumente — liebt das gesetzestreue Judenthum nicht, sind auch etwas kostspielig — Münzen, Büsten, Bilder wurden Sulzer zu Ehren bereits geprägt, gemeißelt und gemalt rc., so befanden sich die verehrten Häupter des jüdisch-gemeindlichen Hohenemser Vorstandes in einem jahrelangen Dilemma, bis es endlich am 20. August 1883 (d. i. י״ז אב תרמ״ג) — der Tag verdient mit goldenen Lettern verewigt zu werden, wenn auch der Name des Schöpfers dieser weltbewegenden Idee uns leider, wahrscheinlich aus Bescheidenheit, vorenthalten bleibt — gelang, den Gegenstand einer sensationellen Beendigung zuzuführen.

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