Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 36 (26.10.1883)
- Date
- 1883-10-26
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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׳7״ — Vorbeterfunction der שחריתם an den hohen Feiertagen *כל נדר נשם und טל und ist ihm vom Allvater die hohe Gnade zu Theit geworden, an den verflossenen ימים נוראים das fünfzigste Mat unter allgemeinem ungetheilten Beifalle vorzubeten; zudem ist Herr Moritz Unger als Hauptstütze auch in nichtjüdischen Kreisen rühmlichst bekannt und auch langjähriger Stadtrath der politischen Gemeinde Andrychau. — Wir haben demnach volle Veranlassung, Herrn Moritz Unger aus vollem Herzen ein kräftigest יישר zuurufen. Wien. Die beiden Quartett-Mitglieder im hiesigen neuen Tempel, Herr Singer und Herr I. Heymann, Ersterer seit mehreren Jahren auch als Cbordirigent angestellt, wirkten an den hohen Feiertagen d. I. zum 25. Male bei dem Gottesdienste mit. Wenn auch bei dieser Gelegenheit eine besondere Jubiläumsfeier nicht startgefunden hat. so ersetzt dennoch das Bewußtsein treu erfüllter Pflicht und liebevoller Hingebung an den Beruf alle noch so gut gemeinten und noch so schwungvollen Phrasen. Wir rufen-den genannten, übrigens noch jugend-- lichen Jubilaren ein herzliches ״Glück auf!י' für ihre weitere Wirksamkeit zu. Bei dieser Gelegenheit können wir nicht umhin, auch das langjährige, pflichteifrige Wirken der Quartett-Mitglieder des alten Tempels, der Herren Libesny und Stwerrka, anerkennend hervorzuhcben. Szegedin, 18. October. Während der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers und Königs in Szegedin, wurde auch der diesigen Cnltusgemeinde die hohe Ehre zu Theil, von Sr. Majestät in Audienz empfangen zu werden. Der Deputation welche Herr Rosa, Advocat und Präsident der israelitischen Gemeinde, führte, antwortete der Kaiser wie folgt: ,Ich empfange gnädigst ihre Huldigung und cs gereicht Mir zur Zufriedenheit, zu erfahren, daß in dieser Stadl und in dieser Gegend Ihre Glaubensgenossen mit sämmtlichen Bürgern der anderen Confessionen in brüderlicher Eintracht und in Frieden leben. Betrachten Sie es auch in Zukunft für Ihre allererste bürgerliche /Pflicht, die Treue für den Thron und das Vaterland unbefleckt zu bewahren, und die Gefühle des gegenseitigen Vertrauens und der Brüderlichkeit, Ihrerseits mit ermunterndem Beispiele voran, gehend, zn befestigen und Sie werden auf wirksame Unterstützung jederzeit rechnen können." Hegen die Indenhehen in Mußland. Der Gouverneur von Jekaterinoslaw hat. wie man aus Odessa vom 12. d. M. berichtet, eine Proclamation erlassen, in welcher Folgendes enthalten ist: ״Die judenfeindlichen Unruhen, welche im Juli dieses Jahres in der Stadt Jekaterinoßlaw vorkamen, wiederholten sich im September in der Stadt Novomoskovsk selbst in einigen im Bezirke Novomoskovsk gelegenen Orlschaften. Auch wurde erst kürzlich in Jekaterinoslaw ein neuerlicher Angriff gegen die Juden unternommen, welcher jedoch in Folge des energischen Eingreifens der Polizei, welche durch Kosaken Verstärkung erhielt, sich blos auf die Plünderung einiger Läden israelitischer Kauf- .eute beschränkte. Ebenso wurde vor Kurzem das Hans eines jüdischen Kaimeisters, Namens Fineberfy, dessen Grundstücke am Dnieper liegen, in aufrührerischer Weise erbrochen und geplündert. Diese Gewaltacte beweisen, daß die Volksleidenschaften der Massen noch ebenso heftig sind, wie früher, und daß die Ruhe der Gemeinden fortwährend gestört wird. Im Interesse des Friedens und um zu verhindern, daß übelberüchtigte Personen sich zu gewalttätigen oder verbrecherischen Handlungen wider die Person oder das Eigenthum ihrer israelitischen Mitbürger Zusammenrotten, hält es nun der Gouverneur von Jekaterinoslaw für angezeigt, kundzumachen, daß die Behörden ohne das geringste Bedenken die strengsten im Gesetze zulässigen Maßnahmen ergreisen und sogar zur Waffengewalt ihre Zuflucht nehmen sollen, um aufrührerische Zusammenrottungen auf öffentlichen Plätzen miederzuhalten. Da ferner übelbeleumundete Personen im Volke den Glauben im Volke verbreitet haben, daß die Behörden nicht berechtigt seien, bei solchen Vorfällen mit der Waffengewalt vorzugehen, so werden die Behörden aufgefordert, jene gesetzlichen Bestimmungen, welche auf solche Personen Anwendung finden auch tbatsächlich in Anwendung zu bringen." Literarisches. ,Prof. Dr Äug. Rohling vor dem Gerichts- Hofe deutscher Gelehrten. Zum Preßproceß wider den Reichsrathsabgeordneten Dr. I. S. Bloch." Unter diesem bescheidenen Titel führt sich eine Sammlung von Gutachten und Erklärungen hochachtbarer deutscher Gelehrten ein, welche dem .Blutlügner" Rohling die Lügenhaftigkeit seiner verleumderischen Behauptungen in gründlicher Weise Nachweisen. Das Schriftchen zugleich als Präludium für den bevorstehenden Preßproceß Rohling contra Bloch betrachtet werden. ,Die Menschenliebe, die C i v i l i s a t i o n und die Gerechtigkeit vom Standpunkte der jüngsten Vorgänge in Tisza-Eszlar aus betrachtet. Von Med. Dr. K. Lippe." Aus leicht begreiflichen Gründen können wir Juden noch immer den Spuk von Tisza-Eszlar nicht vergessen. Ein Nachklang des Schmerzes und des Zornes, der durch das in diesem Prvceße an's Tagcstichr geförderte lichtscheue Treiben der Antisemiten in jedem edel besaitetem Gemüthe heroorgerufen werden mußte, ist die vorliegende Broschüre, von dem in hiesigen Kreisen bekannten Sohne des verdienstvollen Verlegers Lippe. Der Verfasser apellirt in den eindringlichsten Accenten an das Gerechtigkeitsgefübl und den Billigkeitssinn derer, die für solche noch zugänzlich sind und theilt wuchtige Hiebe an die Rohling's, Merunowicz's und Consorten aus ,D r o h o b y c z e r Zeitung." Unter diesem Na men erscheint zu Drohobycz in Galizien ein Wochenblatt unter der tüchtigen Leitung des Herrn Zupnik. das seine größte Ehre darein setzt, für das Judenthum energisch einzntreten, gegen den j auch in Galizien in Blüthe stehenden Antisemitismus anzukämpfen und überdieß seine Leser über alles Wissens- und Erwähnenswerthe. das in der Welt vorgeht, im Laufenden zu erhalten. Das Blatt erscheint in deutscher Sprach und hebräischen Lettern und verdient vollste Unterstützung aller Jener, die das Heil des Judenthums in der raschesten Verbreitung von Bildung unter unseren Glaubensgenossen suchen. Besonderes Interesse gewinnt das Blatt für uns Canloren noch dadurch, daß es schon bei mehreren Gelegenheiten seine Sympathien für die Bestrebungen unseres Vereines in unzweideutigster Weise an den Tag gelegt hat. Wir können es daher unseren Lesern nur auf's Beste empfehlen. Aus Anlaß des hundertjährigen Geburtstages Sir Moses Monteriore's ist im Verlage des Buchhändlers D. Löwy, Wien, II., Praterstraße 15, ein Erinnerungsblatt erschienen, welches Bild und Biographie von Sir Moses Montefiore und dessen verewigter Gemalin Lady Judith enthält. Der Preis des an Inhalt und Ausstattung gleich gediegenen Erinnerungsblattes beträgt 30 kr. ö. W. Correspondenz der Nedaction. Collegkm Gin I., S. in K, S. in Kong., Sin I. B-, bi. in Gr., H. in Sch., *52. in P., Prf. Fr. in Bp-, W. in Pr., H. in T-, 8. in M-, F. in <L-, K. in Münch., B. in Schl-, H. in Ap., H. in H., Fr. in U. W-, Fr. in St , Sch. in K.-B-, Schl, in Ott.. A. in U.-H., Ep. in Pr., H. in T., 23. in B.-St.-M., St. in L. in H., U. in Gl., G. in H-, Kr. in Fr., P. in Kohlj., 8. in Fr., St. in 28., G. in Schl., N. in Qbh, G. in Tem.- Kl.-S;eut. B. in 8. Für jetzt Mangel an Raum, wird schon kommen. I. in I. Komiken Ihnen Verlangtes nickt einsenden. Gruß. Un. in Wersch. Sind blos für dag laufende Quartal im Rückstände. Z. in C. Es freur uns sehr, daß sie wieder genesen sind und Ihren Funktionen Nachkommen können. Gruß. K. in T. Für ihre Freundschast den besten Dank; wir empfehlen Ihnen jedenfalls die Jnserirung. — Colleg. Gruß. Ung. in N.-M. Sind noch für 2 Quartale im Rücküande. In Vereinsanzelegenheiten, wollen sich die Herren Collegen direcr an den Vorstand, I., Seitenstättengasse 4 wenden.