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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-09-16 · Heft 32 (16.9.1883) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 32 (16.9.1883)
Date
1883-09-16
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Barett - Linien hinaus, achtete nicht auf die Falten : und die Naht, welche "der Franzose deutliche wahrnahm. Letzterer erbietet sich eine ganz ähniiche Fälschung herzustellen, wenn man ihm den .untern Rand einer Pergament-Rolle zur Verfügung stellen wolle. Sie würde den großen Vortheil haben, billiger als diejenige Schapira's zu sein,, der bekannt- ,W: st/ Million-Sterling .verlangt./Diese,Behauptungen des Franzosen werden- .nnterstützt durch einen, Brief, des Orientreifenden Konder. Derselbe׳ hat erst vor zwei Jahren' die angebliche Fundstätte . Schapiras ,bereift und untersucht, und' behauptet, das .in, den dortigen. Höhlen ./sich,, des- Regens, wegen,, kein Pergament länger. als . 1000. Jahre., er- .hätten ,könne. -In dieser Angelegenheit wird ferner berichtet: .Ehe ,Schapira nach London sich , begab, versuchte er sein! G.lück mit diesen ,Pergamentstücken in Berlin. Dort .traten-, mehrere Professoren zu-. .fammen und nahmen die Prüfung vor, während Schapira im Nebenzimmer/wie auf Nadeln faß. Nach anderthalb׳ Sekunden erklärten die Professoren, daß man ihm den, Schatz abkausen-wolle, aber nur als eine. Probe, um zu -sehen, wie weit - und wie geschickt man den' ^Schwindel, alterthümlicher Fälschung zu .treiben im Stande gewesen- ..Herr-Schapira ist. schon als Meister in .Antiquitäten bekannt.. Er verkaufte. einmal alrerthümliche moabitische Töpfe um 60.000 Franks an die. deutsche Regierung, und..die Unechtheit derselben.wurde nachher entdeckt. Die Fabrikation solcher Alterthümer wird in Syrien und Umgegend stark betrieben. HiaHlM. (Orig.-Correip.) Montag den 3. September um- Ä Uhr Nachmittags veranstaltetedie Israel. Cultusgemeinde aus Anlaß der Entbindung Ihrer kaiserlichen Hoheit der durchlauchtigsten Krön- "Prinzessin Stephanie' einen׳ feierlichen Festgottesdienst, welchem der 'Wsrr Bezirkshaüptmann,der 'Herr׳ Bezirksrichter nebst den - Herren ' Gerichtsbeamten׳, sowie der'Herr Bürgermeister mit den ' Stadtver- ׳ ordneten beiwohnten. ׳Herr Rabbiner Schidl o ff sprachvor offener " BundeSläde ein ׳äußerst erhebendes Gebet, worauf vom Herrn Cantor ''Sch w a r zk o p f einige Psalmen, ׳darunter auch einer mit-der MelöLie Der Lrabarleons,׳ unter Mitwirkung des Tempelchores edel zum' Vörttage gebracht wurden. Mit Der Absingung der Volkshymneschloß Liese würdige Feier,׳ nach welcher׳'Herb- Bezirkshaüptmann' B r e m ' Dew Herbn׳ Rabbiner Schidtoff seine Anerkennung ausspräch. . ' ' Däkgvcz, den׳.6״ September' 1883׳. (Origr-Corresp.) Anläßlich Her AöÄichen Entbindung Ihrer k. und k. Hoheit der 'durchlauchtigsten Frau Kropprinzeffin Stephanie, ist gestern den 5. September im! hiesigen israelitischen festlich illuminirten ׳ Cultustempel ein Dank-, "gotLesdienst abgehalten worden^ welcher durch das zählreich erschienene "Publiksim 'sich' sehr festlich-gestaltete. Unser Obercantor Herr Moses .;K!rie n e'r führte 'seine .gelegentlich hiezu componirten Gesänge in Mnzensker Weise aus, so ׳ daß sich der löbliche Vorstand veranlaßt fühste/Dind vöWe Zufriedenheit hierüber auszudrücken.- ׳'' KHWL/ (Orig.-Corresp.) - Am '15. September l. I. verläßt ' ObMäntör׳׳ Hen׳ Carl Heinrich G r ü n w a l d - unsere Gemeinde und begiE'W 'i'n'^ gleicher Eigenschaft auf seinen neuen-Bestimmungsort 'Linz./!—Ddr ^Abschied "des'Herrn' Grunwald wird hier allgemein b'edäuRk,"- "weil' sich' det״Betreffende jederzeit-einer großen Sympathie erfreüke"nutz.' von' Jedermann hochgeachtet undgeschätzt worben ist. - "KssM^erg. Der Lemberger /,Israelit"' veröffentlicht'folgende i»tereffaüte'-Nächkichtl'.,Jm MönakeJüli l/J. entsendete "der-Verein .. ״Schomer Israel" zwei 'feiner Ausschußmitglieder, nämlich die Herren Ernauuel Fräukel'und Dr. Philipp Mansch nach Zolkiew, ' um״ über VeÄhAtuiß Des weiländ Königs Johann' Sobieski von Polen zur Dortigen Juden gemeinde und ׳insbesondere in׳ Rücksicht der unter׳ drr Msgiernugszeii Dieses Königs in Zolkiew erbauten ׳ schönen "großen .-Syuagogc I^lchstorschungeii zu machen. Durch die'Güte des'Herrn ' Ehrlich, Religiouslehrer in Zolkiew, der dieser Commission mit dem größten Eifer an die Hand ging/ gelang es Derselben das Original- Diplom König Sobieski's ' betreffs des Baues der erwähnten Syna-׳ gogenebst anderen inte^ssauten Docunlenten, bei einem. Zolkiew ey Insassen, der dieselben in Verwahrung hat, einzusehen, und weröffentlichen wir hiemst das! königliche Diplom in deutscher . Ueber!- setzung: , /. Johann III. vop Gottes,Gnaden König von Polen, Groß« fürft von Littauen, Neusen, Preußen, Mazowien, Samogitien, Fumland, Smolensk, Kijep», Wolhynien, Podolieu, Podlcsien etc. zu Zloczow. und Zolkiew Erbherr. ׳ Allen insgesämmt pnd Jedem, insbesondere, dem es zu wissen uöthig,. geben Wir hiemst zur Kenütniß: ,So wie Wir in Unseres Herrschaft , nichts Wichtigeres haben, als Unsere Unterthanen bei ihren althergebrachten Rechten und Freiheiten, die ihnen von jeher zu Güte kommen, zu erhalten ,uns) zu bewahren, so haben Wir auch Erhörung für die ungläubigen (?)Juden und die Bitte ihrer Gemeinde in Unserer Stadt Zolkiew, daß Wir sie bei ihrem, noch von Unseren Vorfahren, seligen Andenkens, ihnen ertheilten Rechte der Errichtung einer Synagoge in Zolkiew erhalten. Nachdem.dieselben noch mit Erlaubniß Unserer'Vorfahren fel. Andenkens des'׳ russinischen Wojewodenfohnes Stanislaus Danillowicz zu Olesko und' Zolkiew, die gedachte Synagoge und den'Göttesacker, welche sie setzt besitzen errichtet haben, und sie gegenwärtig wünschen,' diese Synagoge auf derselben Stelle' neu aufzubauen, so gestatten Wir ihnen, mit Bezug auf das ihnrn von Unseren Vorfahren hiezu ertheilto Privilegium, mit diesem Unserein gegenwärtigen neuen Privilegium, damit sie das gedachte Gotteshaus gelegt werden, vielmehr erklären wir in Unsern und Unserer Rechts Nachfolger Namen, daß Wir' sowohl bei ihren alten, als bei dem ge'- genwärtigen Privilegium erhalten werden. Zum Beweise dessen Wir züm größeren Gewichte nebst Unserer eigenhändigen Unterschrift das Siegel beizudrücken aübefohlen haben. Gegeben in Zollkiew im Jahre des Herrn 1087! dem 13. Jahre Unserer Regierung. — Johann König na. p. — Konstantin Kirlewicz m. p. ' .י־־־' י ׳ ״ י L. 8. Außer diesem königlichen Diplom' fand die Commission auch die vom Lemberger Erzbischof Grafen Constantin Lipski am 22. März 1692 im Sinne der damaligen dominirenden Stellung der katholischen Kirche in Polen auch seinerseits ertheilte Erlaubniß, die gedachte Syüagoge in Zolkiew neu aufzübauen, wobei er sich auf das obige königliche Diplom beruft und seinerseits, als Zweck des Neubaues nicht blos die Feuersicherheit, sondern auch die Notwendigkeit eines festen Ortes betont, wo die Juden bei feindlichen Eillfällen ihee Habe bergen könnten. Das erzbischöfiiche, -in polnischer Sprache geschriebene Dokument sticht nach Ton nnd Inhalt sehr vortheilhaft von einem späteren׳ ähnlichen׳ Documente ab, nämlich dem Erlaß des Lemberger Erzbischof Samuel Elownicki dtto 25. Juli 1757/ wo in lateinischer Sprache erst sich emichuldigt wird, weßhalb überhaupt den Juden eine Restauration ihrer Synagoge gestattet wird und dann die Erlanbniß bezüglich der Zolkiewer Synagoge von mehreren ziemlich gehässigen Bedingungen abhängig gemacht wird. Der Gegensatz dieser beiden Schriftstücken zeigt am'klarsten, wie sehr seit Sobieski in Polen der Geist der Toleranz gefunken und die Herrschaft der Jesuiten zugenommen hatte. — — -Die Synagoge in Zolkiew ftst ein imposantes, vollständig auch - Stein hergestelltes Gebäude, welches an Umfang-die Lemberger große städtische Synagoge übertreffeü dürfte und derselben ganz ähnlich ge!- baut ist/ freilich ist-deren innerer'Raum. ziemlich vernachlässigt und - bedürfte wohl-dringend einer-Neuherstellung.'. Die . äußere Form der sehr ' -fest - gebauten Synagoge ׳bildet nach oben'fein Dach, ...sonderst ׳"ein- Art- Fortmit- Zierrathen.-' '׳ ־' ■' - Daß die- Jndengemeinde - in-Zolkiew-. noch im., vorigen Jahrhundert sich in großer Blüte befand ׳und seitdem stark herabgekommen I - ist, - beweist nicht - nur die -kostspielige Erbauung dieser . ungewöhnlichen 'großen und schönen Synagoge, sondern geht auch ans./den Rech-

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