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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-09-08 · Heft 31 (8.9.1883) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 31 (8.9.1883)
Date
1883-09-08
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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— ׳יל — ׳ Slrakonih. Als am 2. d. M. Mittags die 21 Pöllersalven ertönten, die uns die glückliche Entbindung der Kronprinzessin verkündeten, waren schnellstens die:beiden Städte Alt- und Neustrakonitz beflaggt und decorirt, Musik ertönte, sämmtliche Kirchenglocken wurden geläutet und das festlich gekleidete Publikum bereitete sich vor zu dem um 7 Uhr Abends stattsindenden Festgottesdienste in den jsr. Tempel zu gehen, da nach dem offiziellen Programme die israel. Eultusgemeinde zum Tedeum laudamus in die katholische Kirche vom Stadtrathe geladen wurde, welche Feier Tags darauf 11 llhr Vormittags stattfand, die Honoratioren und f. k. Behörden ihr Erscheinen im isr. Tempel zugesagt hatten, uüd im ifr. -Tempel hierdurch der erste Gottesdienst abgehalten wurde. Der Tempel war festlich beleuchtet und decorirt, in allen seinen Räumen überfüllt und die Schuljugend rc. anwesend. Als der Bezirkshauptmann und die k. k- Behörden in Gallauuiforin erschienen, wurde der Na towu von (Meister Sulzer^/ angestimmt, hierauf folgte der große 8aI6I von Skraup, fein nuaneirt und eorrect vom Tempelchor vorgetragen, dann die öiabaeonno mit neuem Texte, dem festlichen Anlaß entsprechend, aufgeführt vom Gesangvereine ,Harmonie*; ferner der herrliche N a'jsbi bin’ 80a von Sulzer, von unserem vorzüglichen Ober- Cantor Herrn Emil Frankel mit Chor ergreifend gesungen, zugleich wurde die Bundeslade geöffnet! Da Strakonitz seit längerer Zeit ohne Rabbiner ist, trat Herr Obercantor Emil Fränkel vor die heil. Lade und sprach ein von ihm verfaßtes deutsches Gebet für das erlauchteste Kronprinzenpaar und die neugeborene Erzherzogin, der Tempelchor sang den großen Howu von Sulzer, die Harmonie den patriotischen Chor Oesterreich mein Vaterland! Herr Obercantor Emil Fränkel sprach nun das Gebet für Se. Majestät und das allerhöchste Kaiserhaus, wonach die Volkshymne mit deutschem Texte abgesungen wurde und die solenne Feier mit einem Orgelpostludium schloß. Sowohl der Herr Bezirkshauptmann als der Baili des Maltheserordeus Graf Meraviglia, wie der Gesammtvorstand sprachen Herrn Obercantor Emil Fränkel die Anerkennung ans! Hkmüh. Der Cantor der hiesigen israelitischen Eultusgemeinde Herr Bachrach, hat die ihm jedenfalls sehr ehrende Aufforderung erhalten, sich in gleicher Eigenschaft nach Gleiwitz (Preußisch-Schlesien) zu begeben. Herr Bachrach, der sich durch seine vielsährige, höchst ersprießliche Thätigkeit hier allgemein die aufrichtigsten Sympathien erworben, wird am 18. d. diesem Rufe Folge leisten. Mit der Uebersiedlung des Herrn Bachrach nach Gleiwitz verliert unser Mannergesangverein eine jederzeit erprobte, tüchtige Kraft. Es ist daher selbstverständlich, daß den Scheidenden die besten Segenswünsche aller seiner bisherigen Sangesbrüder nach dem neuen Wirkungskreise begleiten. ZNaiM, 5 ׳. Septbr. Der hier uenangestellie Cantor und Religionslehrer, Herr Bürgerschullehrer Jg. Holzer, har mit Beginn d.׳ M. seinen Posten angetreten, und hatte bereits Gelegeuheir in -^mehrfacher Beziehung zu beweisen, daß er den Anforderungen der Gemeinde sowohl als Cantor als auch als Religionslehrer zu geuügen im Stande ist. Dem Nestor der Cantoren, Herrn Professor Sulzer, danken wir, daß er als erstes Ehrenmitglied der hiesigen Eultusgemeinde seine gewichtige Stimme für benannten Cantor erhoben und der Cultusgemeinde die Aeceptation dieses gewiegten und versirten Mannes empfohlen hat. So glauben wir, daß die Gemeinde einen Beamten gefunden hat. der außer guter musikalischer Bildung einen bedeutenden Fond hebräischen Wissens besitzt und der, was auch besonders wichtig erscheint, literarische Bildung sich ungeeignet hat, die ihn befähigt, bei verschiedenen Anlässen auch als Redner zu fungiren. Auläßliß des freudigen Ereignisses in der kaiserl. Familie war das Gemeinde- und Bethaus beflaggt und bei der allgemeinen Beleuchtung festlich decorirt, kunstvoll ausgeführt, Transparente zierten die Fenster und viele Bewohner der Stadt gaben ihren Gefühlen durch Rufe ,Wacker Cultusgemeinde* Ausdruck. Beim Dankgottesdienste war das Bethaus festlich beleuchtet, in allen seinen Räumen von Andächtigen dicht gefüllt, und war die Eultusgemeinde durch die Anwesenheit unseres liebevollen, immer liberalen Sinn bethätigenden Bürgermeisters. Herrn Ant. J.ungnikt besonders geehrt. Obwöhk Herr Cantor Holzer erst einige Tage hier weilt und es ihm noch unmöglich war, einen Chor gehörig abzurichten, war das Ensemble vollkommen gelungen, so daß die Cultusgemeinde sehr befriedigt war. Die von ihm executirten Gesänge, namentlich das für diese Feier von ihm eomponirte patriotische Lied, hatten bedeutende Wirkung hervor׳ gerufen. Ergreifend war die von ihm gehaltene, wenn auch nur kurze Betrachtung über das Fest; er lieferte den geschichtlichen Nachweis, daß die Juden zu allen Zeiten, selbst unter den drückendsten Verhältnissen, wahren Patriotismus bethätigten. Der Gottesdienst war demnach sehr erhebend und der verehrte Bürgermeister Herr Juugnikl svrach nach beendigtem Gottesdienste dem Cultusvorsteher Herrn Jac. Schick seine volle Befriedigung aus; in warmen Worten dankte er dem Vorstande für die Einladung und gratulirte der Cultusgemeinde zu dieser gelungenen Acquisition. Der Eindruck der Festrede und der gesanglichen Vorträge war ein so׳ gewaltiger, daß die Mitglieder der Cultusgemeinde das Bethaus in der gehobensten Stimmung verließen, am Ausgange Gruppen bildeten, das freudige Ereigniß besprachen und beim Erscheinen des CultnsvorstandeS demselben allseitig den stnnig gefühlten Dank aussprachen. Hoffen wir, daß Herr Holzer auch als Religionslehrer seinen Pflichten entsprechen wird, von dem Manne, der sich langjährig schon mit dem Unterrichte befaßte, dem so ausgezeichnet e staatliche Zeug-- nisse als vorzüglich befähigten Lehrer erklären, erwarten wir. daß. er sich auch diesem Berufe mit Hingebung widmen wird. In der Religionsschule gibt es viel Versäumtes nachzuholen, dies wird eine besondere Thätigkeit und Fleiß beanspruchen. Wenn er auch dem ge׳ nügen wird, wenn er in beiden Heiligthümern, in Schule und Gotteshaus seine Fähigkeiten entfalten und die Gemeinde zufriedengeftellt wird, wird seine Amtsthätigkeit reichlichen Lohn find eu, und möge es dem amtirenden Vorstande für all' seine Bemühungen gegönnt sein, sein Werk damit gekrönt zu sehen- Semil'Oth l’el Chaj. In den nächsten Tagen erscheint das dritte Fest der Synagogengesänge ״Ksrnirotb 1'6! Olras" von M. G Löwenstamm, weiland Obercantor an der Synagoge in München. Schon die beiden ersten Hefte fanden in vielen großen und kleinen Gemeinden des In- und Auslandes eine sehr günstige Aufnahme und haben sich die Löwenstamm'schen Gesänge in denselben sehr rasch eingelebt. Noch freudigerer wird hoffentlich daS dritte Heft, welches Gesänge für das Neujahrs- und Versöhnungsfeft enthält, von unseren Collegen begrüßt werden. Wir können diese Perle der Synagogengesänge allen Cantoren und Gemeinden bestens anempfehlen. Das neu erschienene Hest ist durch den Herausgeber den Sohn des seligen Löwenstamm, Herrn Gesangsmeister Franz Joseph Lowenstamm, Wceu, l., Nibelungenhof sowie Lurch die Musikalienhandlungen C. A. Andre in Frankfurt a. M. und Faller & Sohn in München zu dem Preise von 4 Mark — 2 -fl. 30 kr. ö. W. zu beziehen. StrUenmränderimg. College Grünwald, bisher in Schaffa, ist nach Linz berufen worden und wird am 15. September d. M. seinen neuen Posten antreten. College Schorr in Neusandec ist bei der otthodoxen Gemeinde in Groß-Wardein acceptitt worden. (Beiden Herrn Collegen unsere herzlichste Gratulation zu ihrem Amtsantritte. Die Red.) Correfpondenz der Nedaction. Collegen Kr. in G.; Schwin P.; Schm, in R-; W. irr T.; W. in M. O. H. in L. Lrt. M-; Sch. in Gr. W.; Sin Tbestätigen dankend die eingesandten Beträge. Gruß. M. in N- Wir haben au Sie Gewünschtes abgeiendet. Tin B- Mußte, weil zu spät eingetroffe», für nächste Nummer zurückbleiben. Für Inserat war blos fl. 2 beigeschloffen und nicht wie im schreiben angegeben fl. 2.50. Gruß. R. in T. Nr. 29 wurde Ihnen bereits nach Tgesandt, kam aber von dort wieder retour. S. in T.; S. Gin G. erscheint in nächster Nummer.

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